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Kommunalwahl (mit Kommentar)
Erdrutschsieg für Bernd Fuhrmann in Bad Berleburg

Zu diesem Zeitpunkt war klar, dass nichts mehr anbrennen konnte: Bürgermeister Bernd Fuhrmann (r.) mit Ehefrau Ute und seinem ältesten Sohn Pascal.
  • Zu diesem Zeitpunkt war klar, dass nichts mehr anbrennen konnte: Bürgermeister Bernd Fuhrmann (r.) mit Ehefrau Ute und seinem ältesten Sohn Pascal.
  • Foto: Martin Völkel
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

vö Bad Berleburg. Deutlicher kann ein Ergebnis kaum sein: Bernd Fuhrmann ist und bleibt Bürgermeister der Stadt Bad Berleburg – und feierte einen Erdrutschsieg. Der Amtsinhaber holte bei der Kommunalwahl am Sonntag 77,44 Prozent der Stimmen und zeigte seinen drei Herausforderern deutlich die Grenzen auf.
Einzelbewerber Oliver Junker-Matthes (9,87 Prozent), Marion Linde von der UWG (9,20 Prozent) und Andrea Heuer für die Partei Die Linke (3,48 Prozent) blieben im einstelligen Prozent-Bereich und verfehlten ihr Ziel, zumindest die Stichwahl zu erreichen, klar. Damit geht Bernd Fuhrmann, der zum vierten Mal in Folge von der CDU nominiert und zudem diesmal von SPD und FDP unterstützt worden war, in seine vierte Amtszeit in der Odebornstadt.

Bad Berleburg. Deutlicher kann ein Ergebnis kaum sein: Bernd Fuhrmann ist und bleibt Bürgermeister der Stadt Bad Berleburg – und feierte einen Erdrutschsieg. Der Amtsinhaber holte bei der Kommunalwahl am Sonntag 77,44 Prozent der Stimmen und zeigte seinen drei Herausforderern deutlich die Grenzen auf.
Einzelbewerber Oliver Junker-Matthes (9,87 Prozent), Marion Linde von der UWG (9,20 Prozent) und Andrea Heuer für die Partei Die Linke (3,48 Prozent) blieben im einstelligen Prozent-Bereich und verfehlten ihr Ziel, zumindest die Stichwahl zu erreichen, klar. Damit geht Bernd Fuhrmann, der zum vierten Mal in Folge von der CDU nominiert und zudem diesmal von SPD und FDP unterstützt worden war, in seine vierte Amtszeit in der Odebornstadt. Der erste Dank des Rathaus-Chefs ging bei der CDU-Veranstaltung im Bürgerhaus am Marktplatz, wo er mit stehenden Ovationen gefeiert wurde, an seine Unterstützer in einem engagiert geführten Wahlkampf und an seine Familie: „Ohne euch wäre das nicht möglich gewesen.“

Dorfentwicklung hat viele Menschen erreicht

Und er stellte die Teamleistung heraus, die eindeutig hinter diesem Resultat stehe. Die Parteien im Rat und die Stadtverwaltung hätten als Team funktioniert und großartige Arbeit geleistet, um Bad Berleburg voran zu bringen: „Die Themen, die wir gesetzt haben, sind bei den Menschen angekommen.“ Speziell beim Thema Dorfentwicklung sei viel erreicht worden. Das Wahlergebnis sei ein Beleg für vorzeigbare Ergebnisse, unterstrich Bernd Fuhrmann. Er habe schon bei seiner Tour über die Dörfer ein hohes Maß an Interesse für Politik festgestellt – „und an den Dingen, die wir bewegt haben“. Bernd Fuhrmann bedankte sich persönlich sowohl bei der CDU als auch anschließend bei SPD und FDP für das gemeinsam Erreichte. Spannend wird sein, wie der Bürgermeister mit den veränderten Mehrheiten und einigen neuen Gesichtern im Stadtrat zusammenarbeiten wird.

Grüne in Bad Berleburg enttäuscht

Enttäuschung pur herrschte beim Zweitplatzierten des gestrigen Abends: Oliver Junker-Matthes schrammte mit 9,87 Prozent nur hauchdünn an einem zweistelligen Ergebnis vorbei – Freude darüber wollte sich beim parteilosen Fraktionsvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen dagegen nicht einstellen: „Wenn es Bernd Fuhrmann im ersten Wahlgang geschafft hat, war mein Ergebnis nicht gut genug.“ Dass die Klimapolitik oberste Priorität genießen sollte, sei bei den Menschen in Bad Berleburg leider nicht angekommen. Es solle sich aber bitte hinterher niemand beschweren, „wenn wir unsere Lebensgrundlage zugrunderichten“. Bernd Fuhrmanns Politik orientiere sich an der Wirtschaft, nur an der Wirtschaft: „Wenn einem Unternehmen kurz vor der Wahl eine Erweiterung versprochen wird, die nicht realistisch ist, ist das einfach verlogen.“

Kommentar: Geschickt attackiert Alles andere wäre eine faustdicke Überraschung gewesen: Bernd Fuhrmann geht als Bürgermeister der Stadt Bad Berleburg in seine vierte Amtszeit. Im Vorfeld war eigentlich nur darüber spekuliert worden, ob der parteilose Rathaus-Chef in die Stichwahl muss oder nicht. Kritiker werden ihm vorwerfen, dass er sein bekannt gutes Netzwerk ausgenutzt hat, um seinen Machtbereich zu zementieren, seine Anhänger loben ihn für einen genialen Schachzug im Vorfeld der Wahl. Denn: Sehr zeitig holte Bernd Fuhrmann jene Partei mit ins Boot, die zuvor dreimal vergeblich versucht hatte, ihn zu besiegen. Keine Frage, nominiert wurde Bernd Fuhrmann zum vierten Mal in Folge von der CDU, doch durch die Unterstützung von der SPD – und zudem von der FDP – erarbeitete sich der gebürtige Nordsiegerländer einen Vorsprung, der für die Konkurrenz eine Nummer zu groß war. Einzelbewerber Oliver Junker-Matthes, dessen Programm nach eigener Aussage selbst für die Grünen eine Spur zu deutlich war, sprach Menschen an, die sich einen radikalen ökologischen Umschwung wünschen, aber eben nicht die breite Masse. Die UWG mit ihrer Kandidatin Marion Linde und auch die Linke mit Bewerberin Andrea Heuer setzten ganz bewusst auf die weibliche Karte. Doch beide Frauen hatten einen schweren Stand: Der UWG fehlte im Wahlkampf die große Unterstützung, die Linke lieferte einen leidenschaftlichen Kampf ab – dennoch ist die Partei offenbar weiterhin für viele Menschen unwählbar. Und eines sollte an dieser Stelle nicht unter den Teppich gekehrt werden: Mehr als drei von vier Wählern, die an die Urne gingen, sind mit der Politik Bernd Fuhrmanns und der Entwicklung Bad Berleburgs einverstanden. Auch das ist ein Ergebnis.

Marion Linde (UWG) holte mit 9,20 Prozent das drittbeste Resultat. Die Berghäuserin freute sich darüber, „dass richtig Betrieb war in den Wahllokalen“. Sicherlich habe sie sich eine weibliche Zukunft im Bürgermeister-Amt gewünscht, allerdings habe Bernd Fuhrmann vom Bonus des Amtsinhabers profitiert „und auch in den vergangenen Jahren nichts gravierend falsch gemacht“. Sie habe es als Bereicherung angesehen, dass es für die Bürger eine echte Wahl gewesen sei: „Nur Bernd Fuhrmann und Oliver Junker-Matthes, das wäre zu wenig gewesen.“
Andrea Heuer (Die Linke) sammelte 332 Stimmen und 3,48 Prozent ein. Sie sei deshalb enttäuscht, weil sie sich zum einen selbst etwas mehr Stimmen erhofft und zum anderen nicht mit diesem Resultat von Amtsinhaber Bernd Fuhrmann gerechnet habe: „Dennoch werden wir jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken.“ In Sachen Wahlkampf habe man sich nichts vorzuwerfen: „Was wir auf die Beine gestellt haben, war gewaltig.“

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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