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Elektromobilität in Wittgenstein
Erndtebrück setzt die Maßstäbe

Berichteten begeistert von ihren Elektroauto-Erfahrungen: Erndtebrücks Bürgermeister Hennig Gronau (M.), Kevin Asbeck (Fachbereich Bauen und Begleiter von innovativen Projekten) sowie Pressesprecherin Sophie Manche.
  • Berichteten begeistert von ihren Elektroauto-Erfahrungen: Erndtebrücks Bürgermeister Hennig Gronau (M.), Kevin Asbeck (Fachbereich Bauen und Begleiter von innovativen Projekten) sowie Pressesprecherin Sophie Manche.
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albl Wittgenstein. Vollelektrisch, in wenigen Tagen vollelektrisch und nicht elektrisch – so lässt sich der Status der Elektromobilität bei den drei Wittgensteiner Kommunen zusammenfassen. Im Rahmen ihrer Miniserie zur Elektromobilität hat sich die Siegener Zeitung umgehört, wie die Verwaltungen das Thema handhaben.
Erndtebrück:  Bereits seit vier Jahren werden in der Edergemeinde Dienstfahrten vollelektrisch unternommen – anfangs mit einem Smart und seit zwei Jahren mit einem Renault Zoe. Für Bürgermeister Henning Gronau ist klar, dass ein Elektroauto zur Flotte gehört.„Dieses Auto erlaubt es uns, nachhaltig und sauber kurze Dienstfahrten zu unternehmen. Für diese Anwendungszwecke ist das Auto optimal.“ Beispielsweise gehörten Baustellenbesuche im Ort dazu.

albl Wittgenstein. Vollelektrisch, in wenigen Tagen vollelektrisch und nicht elektrisch – so lässt sich der Status der Elektromobilität bei den drei Wittgensteiner Kommunen zusammenfassen. Im Rahmen ihrer Miniserie zur Elektromobilität hat sich die Siegener Zeitung umgehört, wie die Verwaltungen das Thema handhaben.

Erndtebrück:  

Bereits seit vier Jahren werden in der Edergemeinde Dienstfahrten vollelektrisch unternommen – anfangs mit einem Smart und seit zwei Jahren mit einem Renault Zoe. Für Bürgermeister Henning Gronau ist klar, dass ein Elektroauto zur Flotte gehört.„Dieses Auto erlaubt es uns, nachhaltig und sauber kurze Dienstfahrten zu unternehmen. Für diese Anwendungszwecke ist das Auto optimal.“ Beispielsweise gehörten Baustellenbesuche im Ort dazu. Denn das Auto sei im Rathaus – nicht nur wegen der dynamischen Fahrweise – sehr beliebt und es gebe nur positive Erfahrungen, betont Hennig Gronau. Auch er fährt oft mit. Und wenn es nach dem Rathaus-Chef geht, werde es auch nicht das letzte elektrische Auto sein. Man beobachte den Markt und weitere Autos seien geplant. Denn nicht nur etablierte Modelle könnten den Fuhrpark bereichern, sondern auch Nischenanbieter wie der Street-Scooter. Plug-in-Fahrzeuge stünden nicht im Fokus, da sie Nachteile – beispielsweise das sehr hohe Gewicht – hätten. Jährlich würden mit dem Wagen rund 300 Fahrten für die Erndtebrücker Gemeindeverwaltung unternommen und 3500 Kilometer zurückgelegt. Der Zoe wird ganz einfach an einer Haushaltssteckdose im Carport geladen. Die Anschaffung vor zwei Jahren wurde als Modellprojekt gemeinsam mit 20 Firmen der Region finanziert, die mit ihrem Logo auf dem Auto werben. Dank der inzwischen erhöhten E-Auto-Prämie wäre heute eine Anschaffung ohne solche Unterstützung wirtschaftlich darstellbar. Zur Lade-Infrastruktur hat die Gemeinde mit dem innovativen „Smart Pole“, einer Straßenlaterne mit Stromanschluss und W-LAN, bereits vorgelegt – neben vier gewöhnlichen Ladesäulen. Für zukünftige Projekte werde eine mögliche Elektrolade-Infrastruktur stets berücksichtigt, versprach der Bürgermeister im Gespräch.

Bad Berleburg:

Die Odebornstadt möchte zukünftig auch elektrisch unterwegs sein. Für den Kanal-Betrieb der Stadt werde dieser Tage ein Opel Corsa als reines E-Auto geliefert, berichtet Pressesprecherin Steffi Treude. Insbesondere die Netz- und Bauüberwachung zählten zu den Einsatzgebieten des zukünftigen Wagens. Denn: „Die Reichenweiten (Anm. der Red.: von reinen Elektroautos) bei Pkw und kleinen Nutzfahrzeugen reichen mittlerweile aus“, so Steffi Treude. Problematisch seien eher die langen Ladezeiten, da die Stadtwerke-Fahrzeuge oft im Bereitschaftsdienst genutzt würden. Derzeit fährt ein Hybrid-Fahrzeug als Bürgermeister-Dienstwagen in der Flotte. Der Toyota RAV4 wurde aus wirtschaftlichen Gründen angeschafft und wird für Langstreckenfahrten genutzt. Im Nahverkehr sei der Bürgermeister per Fahrrad jährlich etwa 700 Kilometer unterwegs. Für die Zukunft prüfe man einen weiteren Ausbau der Elektroinfrastruktur im Stadtgebiet sowie für jeden neuen Dienstwagen die Beschaffung von umweltverträglichen Alternativen. Schwierig seien unter anderem die Lieferzeiten.

Bad Laasphe:

Die Lahnstadt nutzt derzeit keine Plug-in- oder reinen Elektroautos. Seitens der Stadtverwaltung erklärt Pressesprecherin Ann-Kathrin Müsse: „Der Einsatz solcher Fahrzeuge wurde von Seiten der Verwaltung schon mehrfach angedacht und auch getestet. Alle Tests ergaben jedoch, dass die bisher auf dem Markt verfügbaren Fahrzeuge keine ausreichende Akkuleistung für die Bedürfnisse der Stadtverwaltung besitzen.“ Deshalb lohne der Einsatz derzeit nicht. Die Hindernisse in der Thematik lägen in der Topographie der Region und den oft zu hohen Preisen für zu wenig Reichweite. Zwar gebe es ausreichende Akkus für entsprechende Reichweiten, aber diese seien „kaum erschwinglich“, so Ann-Kathrin Müsse. Entsprechend würden finanzielle oder anderweitige Anreize von der Bundespolitik gewünscht. Dennoch: Verschiedene Projekte im Bad Laaspher Stadtgebiet berücksichtigten das Thema Elektromobilität von zwei- und vierrädrigen Fahrzeugen. Die geplante „Mobilstation“ am Bad Laaspher Bahnhof solle eine Auto-Ladesäule und das IKEK-Projekt am Hesselbacher Freibad eine E-Bike-Ladestation beinhalten.

Alle drei Kommunen:

Die drei Wittgensteiner Kommunen arbeiten derzeit gemeinsam mit Schmallenberg und Winterberg an einer umfangreichen E-Bike-Studie. Untersucht werden die Potenziale von E-Bikes für den Alltagsverkehr und den Tourismus. Die Finanzierung erfolgt über Mittel aus dem LEADER-Förderprogramm. Dies beinhaltet auch ein interkommunales Radwegekonzept sowie mögliche Leasingmodelle und den Bau von Ladestationen.

Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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