Erst den Freund, dann auch noch die Patienten beklaut

Laaspher soll 1350 E Geldstrafe für Computerbetrug zahlen

JG Bad Berleburg. Klauen ist nicht schön. Noch schlimmer ist es, wenn man einen Freund bestiehlt. Und noch schlimmer ist es, wenn man eine Person beklaut, die einem anvertraut ist. Genau wegen solcher Vorwürfe musste sich gestern ein 20-jähriger Laaspher in Bad Berleburg verantworten. Diebstahl und Computerbetrug hieß es in der Anklageschrift.

Zweimal hatte er 200 E abgehoben

Zunächst hatte er im Mai gesehen, wie ein Freund sich eine PIN für seine EC-Karte notiert hatte. Die Geheimnummer prägte sich der Laaspher ein und in einem unbeobachteten Moment nahm er die Karte des Freundes an sich – und hob anschließend von dessen Konto 200 e ab. Und obwohl daraufhin bei ihm eine Wohnungs-Durchsuchung stattfand, wurde er nur wenig später wieder aktiv. Als Zivildienstleistender nutzte er es zweimal aus, dass seine Patienten Anwendungen hatten und er mit deren Schlüssel in ihre Zimmer konnte. Er suchte nach EC-Karten und fand diese und die dazu passenden Geheimnummern. Im ersten Fall wurde die Karte allerdings gleich vom Kontoauszugsdrucker einbehalten, weil der 20-Jährige zu lange gewartet hatte, um mit ihr Geld abzuheben und die Karte schon gesperrt war. Im nächsten Fall ging es schneller: Einmal konnte er 200 e abheben, beim zweiten Mal scheiterte er.

Angeklagter war ganz und gar geständig

»Leugnen will ich's auf keinen Fall«, sagte der Laaspher sofort. »Ich weiß nicht, warum ich das gemacht habe«, sagte er dann und kam direkt danach trotzdem auf eine Erklärung: seine Geldnöte. Als Zivi habe er 350 e verdient und allein seine Miete habe 285 e gekostet. Nachdem er überführt worden war, hatte er die angerichteten Schäden finanziell sofort wieder gut gemacht. Staatsanwalt Wolfgang Nau sah, dass der Angeklagte »zwar aus einer gewissen finanziellen Notlage heraus gehandelt« haben könne, doch die »schäbige Art« des Diebstahls ärgerte ihn dennoch. Er forderte für alle vorgeworfenen Taten insgesamt eine Geldstrafe von 100 Tagessätzen à 15 e. Richter Torsten Hoffmann blieb in seinem Urteil ein wenig darunter: Die 90 Tagessätze à 15 e haben den Vorteil, dass sie nicht in einem polizeilichen Führungszeugnis auftauchen werden. Torsten Hoffmann mochte dem Angeklagten nicht solch eine schwere Bürde mit auf den weiteren Weg geben. Und auch der beklaute Freund hatte dem Angeklagten wieder verziehen, gemeinsam fuhren die beiden gestern nach der Verhandlung wieder nach Bad Laasphe.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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