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Archäologen schauen sich Überreste an
Erste Untersuchungen auf dem Goetheplatz

Bei den Arbeiten auf dem Goetheplatz in Bad Berleburg sind die Reste eines alten Gemäuers entdeckt worden. Rot-weißes Absperrband grenzt die Fundstelle ein.
  • Bei den Arbeiten auf dem Goetheplatz in Bad Berleburg sind die Reste eines alten Gemäuers entdeckt worden. Rot-weißes Absperrband grenzt die Fundstelle ein.
  • Foto: Alexander Kollek
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ako/bw Bad Berleburg. Die Fundstelle wird von rot-weißem Absperrband abgegrenzt, ein Archäologe ist vor Ort und hat seine Arbeit aufgenommen: Die bei der Umgestaltung des Bad Berleburger Goetheplatzes entdeckten Reste eines alten Gemäuers werden nun untersucht. Ob es sich – wie viele vermuten – bei den Überresten um die längst vergessenen Mauern einer fürstlichen Gruft handelt, ist derzeit aber noch unklar.

„Noch kann man gar nichts Genaues sagen“, erklärte Prof. Dr. Michael Baales, Leiter der Olper Außenstelle des LWL-Bereichs Archäologie für Westfalen. Am Montag machte er sich zusammen mit seiner Kollegin Dr. Eva Cichy am Fundort ein Bild vor Ort und leitete erste Untersuchungen ein. „Es handelt sich um Mauerreste, die sich in die Tiefe ziehen.

ako/bw Bad Berleburg. Die Fundstelle wird von rot-weißem Absperrband abgegrenzt, ein Archäologe ist vor Ort und hat seine Arbeit aufgenommen: Die bei der Umgestaltung des Bad Berleburger Goetheplatzes entdeckten Reste eines alten Gemäuers werden nun untersucht. Ob es sich – wie viele vermuten – bei den Überresten um die längst vergessenen Mauern einer fürstlichen Gruft handelt, ist derzeit aber noch unklar.

„Noch kann man gar nichts Genaues sagen“, erklärte Prof. Dr. Michael Baales, Leiter der Olper Außenstelle des LWL-Bereichs Archäologie für Westfalen. Am Montag machte er sich zusammen mit seiner Kollegin Dr. Eva Cichy am Fundort ein Bild vor Ort und leitete erste Untersuchungen ein. „Es handelt sich um Mauerreste, die sich in die Tiefe ziehen. Wir werden aber nicht groß graben, denn die Eingriffstiefe ist bereits erreicht“, berichtete der Experte, der lediglich an einer Ecke die „Befunderhaltung genauer testen“ will.

Deshalb soll nun ein neues Planum angelegt werden. Zudem sollen die Überreste in den kommenden Tagen „freigeputzt“ und vermessen werden. Die Fachleute des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe würden den Fund genau dokumentieren und mit vorliegenden alten Beschreibungen vergleichen: „Wir wollen herausfinden, wo genau die Mauern im Gelände liegen“, verriet Prof. Dr. Michael Baales. Erst nach Abschluss der Archäologie-Arbeiten, die mehrere Tage in Anspruch nehmen werden, können er und sein Team genau sagen, was die Bauarbeiter mit ihren Schaufeln am Freitag freigelegt haben. Die allgemeinen Baumaßnahmen vor dem Bad Berleburger Schloss würden sich durch die Dokumentation nicht verzögern, betonte Baales: „Alles ist mit der Stadt abgeklärt. Wir haben grünes Licht.“

Für Hans Friedrich Petry hingegen ist derweil schon klar, dass es sich bei dem Fund um die gräflich-fürstliche Gruft handeln muss. „Das ist überhaupt keine Sensation“, sagte er im Gespräch mit der Siegener Zeitung. Laut dem Stadthistoriker, der sich intensiv mit der Geschichte der Odebornstadt auseinander setzt, wurde auf dem heutigen Vorplatz des historischen Schlosses im Jahr 1575 eine Kirche erbaut, die 1838 aufgrund ihres „schlechten baulichen Zustands“ abgerissen werden musste. Die Kirche war Petry zufolge 12,50 Meter breit und 23,50 Meter lang. „Die Gruft ist mit dem Bau der Kirche im Jahr 1575 entstanden.“ Der damalige Fürst habe unter der Kirche für sich und seine Ahnen eine Grabkammer errichtet. Im Jahr 1856 sei die Gruft aber geräumt und die Gebeine auf den fürstlichen Friedhof verlegt worden.

„Das sind die Außenwände der fürstlichen Gruft, die da zu sehen sind“, betonte Hans Friedrich Petry und fügte an: „Die Kirche ist eine gesonderte Parzelle, die nach wie vor im Besitz der Evangelischen Kirchengemeinde ist.“ Das religiöse Gebäude sei auch im amtlichen Lageplan eingetragen, sagte der Heimatforscher: „Man wusste also ganz genau, wo die Kirche gestanden hat und wie groß sie war. Auch die Gruft war bekannt. Es ist zu erwarten gewesen, dass sie gefunden wird.“ Insofern war es für Fachleute keine Überraschung.

Auch die Stadt spricht von einem Fund, der so zu erwarten gewesen sei und daher seien Untersuchungen der entdeckten Gemäuerreste „in gewissem Maße auch eingeplant“, berichtete Pressesprecherin Stefanie Treude. Die Bauarbeiten können laut Stadtverwaltung auch erstmal planmäßig weiterlaufen, denn jetzt sei zunächst der westliche Bereich an der Reihe. Im Innenbereich kann also der beauftragte Archäologe seine Arbeit machen. Dieser begleite die Arbeiten und schaue beispielsweise noch nach dem Eingang zu der Gruft, der noch von einigem Interesse ist.

Der Archäologe werde nach Aufwand bezahlt, deshalb könne es natürlich sein, dass die Kosten am Ende höher ausfallen als kalkuliert, sagte Stefanie Treude. Solange diese im Budget bleiben, sei das freilich Teil der Maßnahme, die zu 70 Prozent gefördert wird und zu 30 Prozent aus Mitteln der Stadt finanziert wird.

Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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