Erstmals Leistungsnachweis erbracht

30 Berleburger Jugendfeuerwehrleute bewältigten erste Stufe – Neue Richtlinien erprobt

Aue. Richtig ernst wurde es jetzt für die Jugendabteilung der Bad Berleburger Feuerwehr, denn die Jungen und Mädchen im Alter von 10 bis 17 Jahren legten den Leistungsnachweis der ersten Stufe ab. „Die Stufe 1 ist eigentlich für die Zehn- und Elfjährigen gedacht, aber weil die Richtlinien neu sind, müssen alle die Prüfung machen”, erklärte Jugendfeuerwehrwart Matthias Strack. Den Leistungsnachweis gibt es erst seit 1999, da der Feuerwehrverband der Meinung war, dass die Leistungsspange allein nicht genügend Anreiz für den Nachwuchs sei. Mit dem neuen dreistufigen System sollen die jungen Leute mehr motiviert werden. Die Neuerungen wurden notwendig, da das Mindestalter von 14 auf zehn Jahre abgesenkt wurde.

Im Frühjahr folgt der zweite Teil

Am Standort des Löschzuges 6 Aue-Wingeshausen wurden 30 Teilnehmer auf ihren individuellen Wissensstand geprüft. Da waren C- und B-Rohre anzuschließen, Schläuche zu werfen, Strahlrohre zu erklären, Knoten zu machen und Notrufe abzusetzen. Selbst die Jüngsten gingen dabei fast vor wie alte Hasen. Zwar war ein Knoten schon mal ein Buch mit sieben Siegeln und der Schlauch entrollte sich an eine ganz andere Ecke, als er eigentlich sollte. Die 16 Schiedsrichter aber waren dennoch hoch zufrieden mit dem, was sie sahen. Mit diesem Leistungsnachweis ist die erste Stufe aber noch nicht abgeschlossen: Im Frühjahr folgt der zweite Teil, der zur Teilnahme an der zweiten Stufe berechtigt. Von den 140 möglichen Punkten erreichte keiner weniger als 120, was auf den hohen Ausbildungsstand in Bad Berleburg schließen lässt.

Genau unter die Lupe genommen wurde die Veranstaltung vom stellv. Kreisjugendwart Wilhelm Julius, denn in Aue fand der erste Nachweis dieser Art im Kreis Siegen-Wittgenstein statt. Die Richtlinien seien bis jetzt noch sehr vage, und man wolle erst einmal abwarten, wie die Resonanz sei.

Bevor das Regelwerk im nächsten Jahr bundesweit eingeführt werde, finde eine Revision und genaue Formulierung statt. Dabei sollten die Jugendwarte ihre Erfahrungen einbringen, um ein möglichst optimales Ergebnis zu erzielen. Die höheren Stufen würden auf Kreisebene durchgeführt, dort seien 1000 Jugendliche zu prüfen. Da jeder einzeln sein Wissen unter Beweis stelle, dauere ein solcher Nachweis entsprechend lange. Jede Erfahrung könne dabei wichtig sein.

Fachwart zeigte sich zufrieden

Matthias Strack war mit dem Nachmittag in Aue zufrieden – sowohl was die Leistung als auch die Durchführung betraf. Nach getaner Arbeit gab es für jeden Schnitzel und Brötchen, bevor die begehrten Urkunden überreicht wurden. Die Ausrichtung dieser Veranstaltung soll nun durch die sechs Löschzüge Bad Berleburgs rotieren, um eine Gleichberechtigung herzustellen. Strack berichtete stolz, dass in jedem Zug eine eigene Jugendgruppe existiere und so der Nachwuchs für die nächsten Jahre gesichert sei.

Trotzdem wolle man sich nicht auf dem Kissen der momentan guten Resonanz ausruhen. Geplant sei eine Werbeaktion in den Schulen, um auch künftig mehr als 70 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr zählen zu können. Die Zugehörigkeit ist kostenlos, die Abteilung finanziert sich mit Geld vom Kreis und der Erwachsenenwehr. Strack gab aber zu bedenken: „Mit dem Geld wird es nicht besser, sondern immer schlechter. Die Feuerwehr lebt halt vom Idealismus.” Trotzdem schaut er positiv in die Zukunft und hofft, dass auch weiterhin so viele Jugendliche den Weg zu ihm finden.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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