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Brauereigemeinschaft Edertal hofft auf den Sommer
Erstmals seit September wieder gebraut

Mario Möldner braut am Freitag die Grundlage für den Maibock . Die 200 Liter müssen dann noch bis zu zehn Wochen im Reifekeller lagern, bevor an einen Ausschank gedacht werden kann.
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  • Mario Möldner braut am Freitag die Grundlage für den Maibock . Die 200 Liter müssen dann noch bis zu zehn Wochen im Reifekeller lagern, bevor an einen Ausschank gedacht werden kann.
  • Foto: Christian Völkel
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

vc Beddelhausen. Freitagmittag in Beddelhausen: Das erste Mal seit September steigt wieder Dampf auf über den Kesseln der Braugemeinschaft Edertal. Mario Möldner läutert die Maische, das heißt er spült den Zucker von der Gerste, die dann als Treber abgesondert wird. Die Griffe sitzen trotz langer Zwangspause, Routine eben. Aber: Es ist eine Premiere für dieses Jahr. „Das haben wir schon vermisst“, meint Mario Möldner, der den Treber behutsam abfüllt. Schließlich wird das Material noch am Wochenende an Tiere verfüttert. „Bei uns kommt nichts um“, verrät Karina Schulze, die gute Seele des Hauses.
Durch Lockdown auf Bier sitzen gebliebenZumindest fast nichts – und wenn etwas umkommt, dann deshalb, weil es keine Alternative gibt.

vc Beddelhausen. Freitagmittag in Beddelhausen: Das erste Mal seit September steigt wieder Dampf auf über den Kesseln der Braugemeinschaft Edertal. Mario Möldner läutert die Maische, das heißt er spült den Zucker von der Gerste, die dann als Treber abgesondert wird. Die Griffe sitzen trotz langer Zwangspause, Routine eben. Aber: Es ist eine Premiere für dieses Jahr. „Das haben wir schon vermisst“, meint Mario Möldner, der den Treber behutsam abfüllt. Schließlich wird das Material noch am Wochenende an Tiere verfüttert. „Bei uns kommt nichts um“, verrät Karina Schulze, die gute Seele des Hauses.

Durch Lockdown auf Bier sitzen geblieben

Zumindest fast nichts – und wenn etwas umkommt, dann deshalb, weil es keine Alternative gibt. Denn: Am Freitag steht die Entscheidung fest, die Reste des im Herbst gebrauten Bock-Bieres wegzuschütten. „Dieses Bockbier konnten wir nur an einem Abend ausschenken. Der Rest war schon eine ordentliche Menge. Mit Eigenkonsum bekommen wir das auch schwer hin“, lacht Mario Möldner. Der Lockdown im Herbst sorgte dafür, dass man auf dem gebrauten Bier sitzen blieb. Während größere Brauereien ihr Geschäft mit Flaschenbier wenigstens teilweise aufrecht halten konnten, war dies bei der Braugemeinschaft Edertal nicht möglich.

Abfüllanlage wäre zu teuer

„Wir produzieren halt nur Fassbier. In den vergangenen Monaten haben wir unzählige Anfragen abgelehnt, das Bier hier aus der Brauerei mitzunehmen. Wenn ich das Bier in eine leere Flasche fülle, kommt ohne die Zugabe von Kohlensäure nur etwas Schreckliches zu Hause an. Und dann fragt man uns, was wir hier brauen. Nein, uns ist Qualität wirklich wichtig.“ Eine Abfüllanlage komme in Beddelhausen auch nicht ins Haus – zu teuer, meint Mario Möldner. Daher hält man auch in Zukunft am bisherigen Konzept fest: Brauen und Ausschank vor Ort, das Bier dafür frisch aus dem Fass.
Mario Möldner hofft – zusammen mit Karina Schulze und dem Braumeister Ingo Saßmannshausen – auf ein Abklingen der Pandemie. „Wann wir wieder öffnen, entscheiden nicht wir. Dann müssen die Vorgaben auch andere sein als im Herbst. Das machte so keinen Sinn.“ Man sei schließlich keine Gastronomie. „Hier wollen die Leute feiern. Und ja, Anfragen gab es genug – auch jetzt noch“, verrät Mario Möldner im Gespräch mit der SZ. Karina Schulze berichtet von Anfragen für 700 Personen. Auch im Jahr 2020 habe man Reservierungen abgesagt – für geschätzte 50.000 Euro Umsatz, was auch eine Hobbybrauerei wie die Braugemeinschaft Edertal hart treffe. Es sei gut, so Mario Möldner, dass man die Brauerei nebenberuflich betreibe.

Motorradgruppen wollen zum Zelten kommen

Jetzt richtet sich die Hoffnung auf den Mai und den Sommer. Im vergangenen Sommer hatte die Braugemeinschaft so viele Radsportler und Motorradfahrer wie noch nie zu Gast. Viele fuhren nicht in den Urlaub, sondern rollten das Edertal entlang. Selbstverständlich konnten die Motorradfahrer auch alkoholfreie Getränke ordern – auch wenn nicht wenige davon wehmütig auf das angebotene Pils blickten. „Was zur Folge hat, dass sich Motorradgruppen für den kommenden Sommer zum Zelten angemeldet haben, damit sie auch einmal etwas trinken können“, berichtet Mario Möldner. Wenn es dann möglich ist – wenn. Investiert werden musste trotzdem. Eine Musikanlage, die noch nie für Gäste angeschaltet wurde, war da nur die Spitze des Eisbergs. Eine Kaffeemaschine, Waschmaschine und eine Spülmaschine wurden angeschafft – geheizt werden musste durchgehend. „Sonst friert dir die Technik kaputt“, sagt Mario Möldner.
Im Team treffe man sich ab und an zu zweit, um die Brauerei zu heizen und ein Bier zu trinken. Mario Möldner: „Dann fragt man sich: Haben wir überhaupt noch Lust zu öffnen?“ Die Antwort gibt Karina Schulze postwendend: „Ja, natürlich. Es fehlt einem so sehr.“

Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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