Es »knallte« in Erndtebrück

Unfallverursacher gestern zu 375 E Geldstrafe verurteilt

Bad Berleburg. Sekundenbruchteile entscheiden im Straßenverkehr darüber, ob es saftig knallt oder ob es Autofahrern gelingt, eine Gefahrensituation ohne Blechschaden zu meistern. Es gab einen »furchtbaren Knall«, so beschrieb gestern eine Zeugin das Geschehen, das sich im April vergangenen Jahres in der Erndtebrücker Ortsmitte abspielte. Konkret: Der VW Golf einer 20-jährigen Frau prallte mit dem Lastwagen eines 41-jährigen Siegeners zusammen.

Der Kraftfahrer nahm gestern Morgen auf der Anklagebank des Bad Berleburger Amtsgerichtes Platz. Staatsanwalt Wolfgang Nau warf dem ehemaligen Polizisten fahrlässige Körperverletzung und Unfallflucht vor. Der Kraftfahrer habe den Crash zunächst verursacht, weil er der jungen Frau die Vorfahrt genommen habe und sei anschließend einfach davon gefahren.

Der Angeklagte äußerte sich zu den Vorwürfen nicht, dafür haute sein Verteidiger Willi Hees mächtig auf den Putz. Der Verteidiger forderte eine Einstellung des Verfahrens gegen eine geringe Geldauflage, schließlich könne von Unfallflucht keine Rede sein und die Mitschuld der 20-jährigen Autofahrerin sei ebenfalls nicht von der Hand zu weisen. Richter Torsten Hoffmann bot eine Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung von 500 e an – das war dem Verteidiger zu viel. Folglich wurde die Beweisaufnahme durchgezogen. Die 20-Jährige Unfallbeteiligte, eine angehende Fremdsprachenkorrespondentin, sagte aus, dass sie den Lastwagen zu spät gesehen habe, um noch rechtzeitig abzubremsen.

Sie habe von dem Unfall Prellungen und jede Menge blaue Flecken davongetragen. Die Zeugen stimmten darin überein, dass sie zwar alle den lauten Knall gehört, aber den genauen Unfallhergang nicht beobachtet hatten. Der Kraftfahrer habe seine Fahrt deshalb fortgesetzt, weil er den Zusammenstoß nicht bemerkt habe und offenbar geglaubt habe, dass er einen Bordstein überfahren habe. Diese Argumentation der Verteidigung stützte Gutachter Burkhard Walter: »Es ist dem Angeklagten nicht zu beweisen, dass er den Unfall wirklich wahrgenommen hat.«

Folglich wurde das Verfahren wegen Unfallflucht eingestellt. Eine fahrlässige Körperverletzung sah Staatsanwalt Wolfgang Nau jedoch als erwiesen an und forderte eine Geldstrafe von 25 Tagessätzen à 25 e. Verteidiger Willi Hees sah einen Freispruch als zwingend erforderlich an, schließlich sei das Mitverschulden der 20-jährigen Autofahrerin ganz erheblich. Das Urteil von Torsten Hoffmann: 15 Tagessätze à 25 e – der Angeklagte habe der Frau eindeutig die Vorfahrt genommen. Der Verteidiger kündigte im Anschluss an die Verhandlung gegenüber der SZ Revision an.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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