Drei Problemzonen erkannt
Ev. Kirchengemeinde überwindet Barrieren

Neben vielen kleinen Details ist die neu installierte Rampe an der zweiten Pforte der Berleburger Stadtkirche die deutlichste Veränderung, die dank der Aktion „Mensch“ und zur Freude von Presbyterin Katrin Spies-Gußmann angestoßen werden konnte.
  • Neben vielen kleinen Details ist die neu installierte Rampe an der zweiten Pforte der Berleburger Stadtkirche die deutlichste Veränderung, die dank der Aktion „Mensch“ und zur Freude von Presbyterin Katrin Spies-Gußmann angestoßen werden konnte.
  • Foto: Kirchenkreis
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

sz Bad Berleburg. Stufen überwinden einerseits Höhenunterschiede, schaffen andererseits damit aber gleichzeitig neue Barrieren. In den vergangenen Jahren ist das Bewusstsein dafür gewachsen, auch um solche Hindernisse – Treppen sind da nur ein Beispiel – zu überwinden. Die Aktion „Mensch“ ist als vom ZDF gegründete Sozialorganisation und Nachfolgerin der Aktion „Sorgenkind“ seit Jahrzehnten eine feste Größe, um Einzelpersonen, Gruppen und Institutionen beim Barriere-Überwinden finanziell zu unterstützen.

Deshalb hat sich die Evangelische Kirchengemeinde Bad Berleburg an die Aktion „Mensch“ gewandt. Mit Katrin Spies-Gußmann hat das Presbyterium ein blindes Mitglied in seinen Reihen, das all jene Hindernisse, an denen Sehende geflissentlich vorbeigucken, ganz handfest im Alltag erlebt. Menschen mit einer eigenen Einschränkung sind zudem durch die Bank weg aufmerksamer bei allen Hindernissen, mögen diese auch ganz andere Gruppen betreffen. Darüber hinaus hat sich Katrin Spies-Gußmann als Physiotherapeutin mit Zusatz-Qualifikationen für Schwerbehinderten-Arbeit fortgebildet. Auch das eröffnet weitere Perspektiven.

Viele Stufen, wenig Geländer

Drei mögliche Problemzonen hatte das Presbyterium mit dieser geschulten Wahrnehmung in der Stadtkirche, die ja nicht nur für gemeindliche, sondern auch für weltliche Veranstaltungen wie Konzerte genutzt wird, ausgemacht. So ist erstens der Zugang zum Gotteshaus nur über Treppen möglich: Deren alte Sandstein-Stufen sind unregelmäßig und so eine zusätzliche Herausforderung.

Zweitens fehlt es an Geländern, sowohl beim Zugang zur Kirche als auch auf dem Weg in den Chorraum. Drittens beträgt der Unterschied zwischen dem Raum mit den Kirchenbänken und dem hinteren Teil der Kirche mit seinen Stehtischen für lockere Zusammenkünfte zwar nur eine Treppenstufe, aber auch die ist eine Klippe, insbesondere weil auf den schnellen Blick oder bei Einschränkungen im Sehen die Stolperfalle schwer auszumachen ist.

Rollstuhlrampe installiert

Klebemarkierungen können hier die sichtbare Differenz machen und sind teilweise schon angebracht. Zum Beispiel rahmen sie nun das Stehtisch-Plateau ein und finden sich ebenfalls auf den jeweils ersten Stufen zu den oberen Emporen. Weitere Markierungen werden noch auf dem Weg in den Chorraum befestigt, auf dem Stein braucht man fürs Festkleben wärmere Temperaturen. Genau wie auf der neu installierten Rampe, die genau gegenüber vom Haupteingang an der zweiten Pforte nun für Rollstuhl und Kinderwagen eine problemlose Einfahrt in die Kirche möglich macht.

Ebenfalls schon installiert wurde ein Geländer an den drei Stufen zum Chorraum hin. Eine finanzielle Förderung in Höhe von 5000 Euro wurde der Berleburger Kirchengemeinde dafür in Aussicht gestellt, 4000 Euro sind vorab schon überwiesen worden. So konnte das Presbyterium mit weiteren ehrenamtlichen Helfern die bereits angesprochenen Maßnahmen umsetzen.

Teilhabe für Alle

Und so können Interessierte jetzt barrierefreier in das über das 160 Jahre alte Gebäude kommen: zu Gottesdiensten, zu Konzerten und anderen kulturellen Veranstaltungen sowie täglich von 10 bis 18 Uhr, um in der Offenen Kirche unter den derzeit gültigen Abstands-, Hygiene- und Gruppengröße-Regeln diesen besonderen Raum zu erleben. Durch die von der Aktion „Mensch“ finanzierten Maßnahmen ist all das jetzt mehr Menschen erleichtert worden – und damit auch der Weg zur Teilhabe für Alle.

Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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