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Unternehmer Carsten Schulte Müller im Gespräch
Exklusive Aussichten für die ehemalige Rothaarklinik

Seit 2020 ist die frühere Rothaarklinik in Bad Berleburg im Eigentum einer Sauerländer Investorengemeinschaft. Und die hat für die Immobilie über der Stadt durchaus ehrgeizige Pläne, wie Carsten Schulte Müller beim Besuch in der SZ-Redaktion Bad Berleburg unterstreicht.
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  • Seit 2020 ist die frühere Rothaarklinik in Bad Berleburg im Eigentum einer Sauerländer Investorengemeinschaft. Und die hat für die Immobilie über der Stadt durchaus ehrgeizige Pläne, wie Carsten Schulte Müller beim Besuch in der SZ-Redaktion Bad Berleburg unterstreicht.
  • Foto: Martin Völkel
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

vö Bad Berleburg. Vom Himmel gefallen sei die Idee nicht und der Kauf sei auch keine spontane Entscheidung gewesen, unterstreicht Carsten Schulte Müller beim Besuch in der SZ-Redaktion Bad Berleburg. Der Mann aus Sundern ist Kopf jener Investorengemeinschaft, die bereits seit März 2020 Eigentümerin der ehemaligen Rothaarklinik am Spielacker ist (die Siegener Zeitung berichtete ausführlich). „Bad Berleburg hat Potenzial, die Stadt kann Lebensqualität bieten, das kulturelle Programm ist hervorragend“, sagt der Sauerländer, der seit 28 Jahren Unternehmer ist und auf unterschiedliche Standbeine setzt.

Bad Berleburg. Vom Himmel gefallen sei die Idee nicht und der Kauf sei auch keine spontane Entscheidung gewesen, unterstreicht Carsten Schulte Müller beim Besuch in der SZ-Redaktion Bad Berleburg. Der Mann aus Sundern ist Kopf jener Investorengemeinschaft, die bereits seit März 2020 Eigentümerin der ehemaligen Rothaarklinik am Spielacker ist (die Siegener Zeitung berichtete ausführlich). „Bad Berleburg hat Potenzial, die Stadt kann Lebensqualität bieten, das kulturelle Programm ist hervorragend“, sagt der Sauerländer, der seit 28 Jahren Unternehmer ist und auf unterschiedliche Standbeine setzt.

In der Rothaarklinik Bad Berleburg sollen Wohnungen für Senioren entstehen

Er verfüge über sehr gute Kontakte in die Odebornstadt und habe deren Entwicklung in den vergangenen Jahren genau verfolgt. In der Oberstadt entwickele sich ein beliebtes Anlaufziel, der Einzelhandel habe Zugpferde zu bieten. Und er wolle mit seinen Geschäftspartnern einiges dafür tun, dass Bad Berleburg den nächsten Schritt nach vorn machen könne, so Carsten Schulte Müller.
Bedeutet konkret: Aus den 145 Zimmern der früheren Rothaarklinik, die fast 40 Jahre als Reha-Klinik und anschließend als Flüchtlingsunterkunft vom Land Nordrhein-Westfalen genutzt wurde, sollen 86 großzügige und exklusive Wohneinheiten für Senioren werden. 8000 Quadratmeter Grundstück lassen viel Raum für kreative Ideen und ein attraktives Umfeld. „Wir leben in einer alternden Gesellschaft, die Nachfrage nach solchen Angeboten wird steigen“, sagt der 50-Jährige, der unter anderem für zwei Hotels und drei Seniorenresidenzen die Geschicke lenkt. In Nordrhein-Westfalen lebten 19 Millionen Menschen – ein Viertel der Bevölkerung Deutschlands. Carsten Schulte Müller bringt es auf den Punkt: „Wir sind überzeugt davon, dass Menschen in Mettmann, Düsseldorf, Bochum oder Herne ihr zu großes Eigenheim verkaufen, um dann ihren Platz in einer sicheren Umgebung in Bad Berleburg zu finden.“ Das könne der Ballungsraum nicht bieten, wohl aber die ländliche Region.

In zwei Jahren sollen die ersten Bewohner einziehen

In etwa zwei Jahren rechne er mit dem Einzug der ersten Bewohner. Zuvor stehe aber ein harter Weg mit Sanierung, Umbau und Modernisierung der Immobilie auf dem Programm: „Wir wollen an Technik das neueste bieten, was der Markt hergibt.“ Er garantiere den künftigen Bewohnern beispielsweise komplett keim- und bakterienfreies Wasser. Mit den Planungen habe er bereits einen örtlichen Architekten beschäftigt, der sich mit dem Thema und der Region auskenne und hervorragend vernetzt sei. Und man sei dabei, ein Netz mit heimischen Handwerkern aufzubauen: „Wir haben nicht vor, Unternehmen aus Dortmund oder Bochum einfliegen zu lassen.“ Wenn es nach ihm gehe, so der Mann aus Sundern am Sorpesee, solle der Startschuss relativ schnell erfolgen. Aber dafür wolle man selbstverständlich die Stadt Bad Berleburg mit ins Boot holen: „Wir wollen Kommunikation sowie fair und ehrlich aufeinander zu gehen.“

Viele neue Arbeitsplätze für Bad Berleburg

Erklärte Zielsetzung sei, so Carsten Schulte Müller, am Spielacker dauerhaft 30 bis 40 neue Arbeitsplätze zu schaffen – in unterschiedlichen Bereichen. „Wir verstehen uns als Macher, wir wollen etwas bewegen.“ Zwischen den Zeilen lässt er durchblicken, dass das Interesse für ein derartiges Angebot bereits vorhanden ist. Das deckt sich mit SZ-Recherchen, wonach sich bereits mehrere Interessenten den künftigen Residenz-Standort genauer angesehen haben.
Der Sprecher der Investorengemeinschaft ist durchaus Realist: „Wir werden ganz sicher einen Betreiber finden, wir wissen aber auch, dass wir in Marketing investieren müssen.“ Grundsätzlich wolle man am Bestandsgebäude gar nicht so viel verändern, vielmehr gehe es um gezielte Investitionen in die Technik und die Qualität. Man gehe keineswegs blauäugig an die Sache heran: „Natürlich sind in der früheren Klinik auch viele Sachen kaputt und die Witterung hat dem Gebäude zugesetzt.“ Auf der anderen Seite wurde aber vor sechs Jahren erheblich in den Brandschutz investiert. Und das Land Nordrhein-Westfalen hatte noch einmal nachgelegt, als das Gebäude als Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung stand, mit Investitionen im siebenstelligen Bereich.
In dieser Größenordnung kalkuliert auch der Unternehmer aus Sundern: „Man muss kein besonders guter Rechner sein, um eine Millioneninvestition zu prognostizieren.“ Die hätte es beinahe sogar für ein Hotel am Spielacker gegeben, die Verhandlungen mit einem Betreiber seien weit gewesen. „Aber im März war es dann wie abgeschnitten.“ Sämtliche Hotel-Betreiber, auch große, hätten ihre Investitionen nahezu auf Null gefahren. „Natürlich wünscht man sich als Kommune immer eine touristische Nutzung, aber man muss auch re

Seit 2020 ist die frühere Rothaarklinik in Bad Berleburg im Eigentum einer Sauerländer Investorengemeinschaft. Und die hat für die Immobilie über der Stadt durchaus ehrgeizige Pläne, wie Carsten Schulte Müller beim Besuch in der SZ-Redaktion Bad Berleburg unterstreicht.
Carsten Schulte Müller.
Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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