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Vor Gericht: 31-Jähriger fährt Schlangenlinien
Fahrt unter Drogeneinfluss hat Folgen

Der Mann sei übermüdet gewesen und habe arbeiten müssen - deswegen habe er Amphetamine genommen.
  • Der Mann sei übermüdet gewesen und habe arbeiten müssen - deswegen habe er Amphetamine genommen.
  • Foto: Pixabay
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

howe Bad Berleburg. Wie im Film: Ein 31-jähriger Mann aus Gummersbach ist im Raum Bad Laasphe beruflich unterwegs. Mit dem Auto fährt er von Saßmannshausen nach Bermershausen, schert dabei immer wieder auf die Gegenfahrbahn. Entgegenkommende Fahrzeuge steigen in die Eisen, halten sich ganz weit rechts. Manchmal tritt der Fahrer aufs Gas, dann wieder bremst er ab. Seine Schlangenlinien sind riesig.
Zeugen informieren Leitstelle "live"Hinter ihm ist ein Zeuge, ein Notfallsanitäter, gemeinsam mit einem Kumpel unterwegs. Die Männer rufen die Leitstelle an, schildern live den Vorfall. Derweil hat die Leitstelle bereits Kontakt zur Polizeistreife aufgenommen. Der Notfallsanitäter beschreibt Schritt für Schritt die Fahrweise des ihm Vorausfahrenden, gibt den aktuellen Standort durch.

howe Bad Berleburg. Wie im Film: Ein 31-jähriger Mann aus Gummersbach ist im Raum Bad Laasphe beruflich unterwegs. Mit dem Auto fährt er von Saßmannshausen nach Bermershausen, schert dabei immer wieder auf die Gegenfahrbahn. Entgegenkommende Fahrzeuge steigen in die Eisen, halten sich ganz weit rechts. Manchmal tritt der Fahrer aufs Gas, dann wieder bremst er ab. Seine Schlangenlinien sind riesig.

Zeugen informieren Leitstelle "live"

Hinter ihm ist ein Zeuge, ein Notfallsanitäter, gemeinsam mit einem Kumpel unterwegs. Die Männer rufen die Leitstelle an, schildern live den Vorfall. Derweil hat die Leitstelle bereits Kontakt zur Polizeistreife aufgenommen. Der Notfallsanitäter beschreibt Schritt für Schritt die Fahrweise des ihm Vorausfahrenden, gibt den aktuellen Standort durch. Der Mitarbeiter der Leitstelle wiederum informiert die Beamten. Hinter Kunst-Wittgenstein fährt der 31-Jährige endlich auf einen Parkplatz, streift die Leitplanke und rammt einen Pfosten. Der Spiegel seines Wagens fällt ab, nur noch die Drähte hängen herunter. Auf Hupen und Lichthupe reagiert er nicht. Seine Fahrt setzt der Mann fort, schließlich entscheidet er sich, im Wabach rechts abzubiegen und anzuhalten. Hier nimmt ihn die Polizei in Empfang.

Positiv auf Amphetamin

Der Fall wurde am Freitag im Bad Berleburger Amtsgericht verhandelt, wo sich der 31-Jährige wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs verantworten musste. „Er war durch den Wind“, schilderte eine Polizistin. „Nach einem Alkotest haben wir uns für einen Drogenvortest mittels Urin entschieden.“ Und der sei positiv auf Amphetamin gewesen.
Richter Torsten Hoffmann las aus der Akte einen Wert von 353 Nanogramm pro Milliliter Amphetamin, wohl eine deutliche Überschreitung des Grenzwerts. „Ich war übermüdet und musste arbeiten“, schilderte der Angeklagte. Deshalb habe er Amphetamin genommen, „um wach zu bleiben“. Erst als er die Leitplanke gerammt habe, sei er richtig wach geworden. Seine Fahrt habe er dann zunächst fortgesetzt und in Bad Laasphe geschaut, wo er am besten anhalten konnte. Oberamtsanwältin Judith Hippenstiel sprach von „großem Glück“, dass der 31-Jährige keinen folgenschweren Unfall verursacht habe. Der habe „erhebliche Ausfallerscheinungen“ gezeigt.

Weitere neun Monate Fahrverbot

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft beantragte eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 40 Euro sowie eine weitere Führerschein-Sperrfrist von neun Monaten. Drei Monate verzichtet der Angeklagte bereits auf seine Fahrerlaubnis. Richter Torsten Hoffmann schloss sich in seinem Urteil dem Antrag an. Und der Angeklagte entschuldigte sich: „Ich bereue meine Tat. So einen Fehler macht man nur einmal im Leben. Ich habe Menschenleben gefährdet.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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