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Vater soll Sohn geschlagen haben
Familienstreit vor Gericht fortgesetzt

Vor dem Amtsgericht Bad Berleburg geht ein handfester Familienstreit in die nächste Runde.
  • Vor dem Amtsgericht Bad Berleburg geht ein handfester Familienstreit in die nächste Runde.
  • Foto: Archiv
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

ako Bad Berleburg. Ein 44-jähriger Mann aus Erndtebrück musste sich am Dienstag vor dem Amtsgericht in Bad Berleburg verantworten. Der Vorwurf: Körperverletzung und falsche Verdächtigung. Laut Anklage soll der gebürtige Hesse am 30. Januar gegen Mitternacht vor dem Tor seiner Werkshalle seinem 18-jährigen Sohn ins Gesicht geschlagen haben. Vorangegangen sei laut Oberamtsanwältin Judith Hippenstiel ein verbaler Konflikt, der dann eskalierte.

Vor Gericht erklärte der Beschuldigte, dass er an dem Abend mit seiner Tochter und ihrem Lebensgefährten in der Werkshalle gewesen sei. Kurz nach Mitternacht sei der Sohn in alkoholisiertem Zustand zuerst mit seinem roten Auto und lautstarken Motorgeräuschen an der Halle vorbeigefahren.

ako Bad Berleburg. Ein 44-jähriger Mann aus Erndtebrück musste sich am Dienstag vor dem Amtsgericht in Bad Berleburg verantworten. Der Vorwurf: Körperverletzung und falsche Verdächtigung. Laut Anklage soll der gebürtige Hesse am 30. Januar gegen Mitternacht vor dem Tor seiner Werkshalle seinem 18-jährigen Sohn ins Gesicht geschlagen haben. Vorangegangen sei laut Oberamtsanwältin Judith Hippenstiel ein verbaler Konflikt, der dann eskalierte.

Vor Gericht erklärte der Beschuldigte, dass er an dem Abend mit seiner Tochter und ihrem Lebensgefährten in der Werkshalle gewesen sei. Kurz nach Mitternacht sei der Sohn in alkoholisiertem Zustand zuerst mit seinem roten Auto und lautstarken Motorgeräuschen an der Halle vorbeigefahren. Nur ein paar Minuten später habe der 18-Jährige dann gegen das Hallentor gehämmert und den Vater aufgefordert hinauszukommen. „Er hat auch die ganze Zeit meine Tochter auf dem Handy angerufen“, so der Angeklagte.

Zwei gänzlich unterschiedliche Versionen

Als er seinen Sohn zur Rede stellen wollte, sei dieser „mit erhobenen Fäusten“ auf ihn zugekommen: „Ich habe ihn nur am Brustkorb gehalten und weggeschubst, aber nicht geschlagen“, betonte der 44-Jährige, der aussagte, dass sein Sohn dann gefallen sei, weil er betrunken gewesen sei. Direkt danach habe der 18-Jährige das Auto des Vaters, das auf dem Hof der Halle stand, beschädigt, so der Angeklagte. Er hatte die Polizei informiert, während der Sohn an das Tor hämmerte.

Als erster Zeuge sagte der Geschädigte aus. Er hatte das Geschehen ganz anders in Erinnerung. Der 18-Jährige sei an dem Abend mit seiner Freundin bei einem Kollegen in Oberndorf gewesen, wo er auch Alkohol konsumiert habe. Ein weiterer Freund habe die drei abgeholt und nach Erndtebrück gebracht, wo der Sohn des Angeklagten damals wohnte.

"Er hat mir eine gegeben, dann lag ich am Boden."
Sohn des Angeklagten
vor Gericht

Anstatt jedoch nach Hause zu gehen, sei der 18-Jährige mit seiner Freundin an der Halle des Vaters spazieren gegangen: „Ich habe meine Schwester angerufen, weil ich gesehen habe, dass sie da ist“, sagte der Geschädigte. Als er am Tor war, sei der Vater rausgekommen: „Er hat mir eine gegeben, dann lag ich am Boden“, sagte der 18-Jährige, der den Vorwurf, vorher alkoholisiert gefahren zu sein, abstritt. Er habe auch nicht gegen das Auto des Vaters „getreten“, fügte er an.

Vieles spricht für Variante des Sohnes

In der über vier Stunden langen Verhandlung wurden neun weitere Zeugen befragt, die direkt oder indirekt an dem Geschehen beteiligt waren. Darunter auch drei Polizeibeamtinnen, die zu dem Einsatz gerufen worden waren. Sie konnten die Aussagen des Angeklagten größtenteils widerlegen. „Schäden an dem Auto des Vaters waren nicht zu sehen“, so eine 23-jährige Beamtin. Ihre Kollegin sagte, dass ein Alkoholtest bei dem Sohn positiv ausfiel, er sein Auto aber wohl nicht bewegt hatte. Denn der Pkw stand beim Eintreffen der Polizei auf einem P+R-Parkplatz. „Es hat den ganzen Tag geregnet. Die Fläche unter dem Auto war aber trocken.“ Ein Urteil verkündete das Gericht nicht. Das Verfahren soll am Freitag, 2. Juli, fortgesetzt werden.

Autor:

Alexander Kollek

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