SZ

Angeklagter manipuliert Bilder von Bekannten
Fotos auf Porno-Portalen hochgeladen

Geld wollte er verdienen. Deshalb lud ein 21-Jähriger 22 Frauenköpfe aus Facebook-Seiten auf Porno-Portalen hoch und schuf sozusagen „Fake-Darstellerinnen“. Das Fatale: Die Frauen waren allesamt Bekannte des Mannes.
  • Geld wollte er verdienen. Deshalb lud ein 21-Jähriger 22 Frauenköpfe aus Facebook-Seiten auf Porno-Portalen hoch und schuf sozusagen „Fake-Darstellerinnen“. Das Fatale: Die Frauen waren allesamt Bekannte des Mannes.
  • Foto: Pixabay
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

howe Bad Berleburg. Alle Jugendlichen und jungen Leute wollte man am Dienstag nach der Verhandlung im Bad Berleburger Amtsgericht am liebsten warnen: Macht das nicht. Niemals. Denn was da ein heute 21-Jähriger von August bis November 2018 veranstaltete, das geht auf keine Kuhhaut. Da hat sich der junge Mann doch tatsächlich sage und schreibe 22 Profilfotos seiner weiblichen Bekanntschaften im hiesigen Umfeld von den Facebook-Seiten kopiert und anschließend am PC manipuliert. Der 21-Jährige schnitt die „Köpfe“ der Frauen so zurecht, dass er sie in entsprechenden Porno-Portalen entweder auf nackte Körper montierte oder gar in eindeutigen pornografischen Posen zur Schau stellte.

howe Bad Berleburg. Alle Jugendlichen und jungen Leute wollte man am Dienstag nach der Verhandlung im Bad Berleburger Amtsgericht am liebsten warnen: Macht das nicht. Niemals. Denn was da ein heute 21-Jähriger von August bis November 2018 veranstaltete, das geht auf keine Kuhhaut. Da hat sich der junge Mann doch tatsächlich sage und schreibe 22 Profilfotos seiner weiblichen Bekanntschaften im hiesigen Umfeld von den Facebook-Seiten kopiert und anschließend am PC manipuliert. Der 21-Jährige schnitt die „Köpfe“ der Frauen so zurecht, dass er sie in entsprechenden Porno-Portalen entweder auf nackte Körper montierte oder gar in eindeutigen pornografischen Posen zur Schau stellte.

Fotos auf Porno-Portalen hochgeladen

Oberamtsanwältin Judith Hippenstiel von der Siegener Staatsanwaltschaft klagte den Erndtebrücker an, die Bildnisse anderer Personen verbreitet und auf den Porno-Portalen hochgeladen zu haben. Zugleich fertigte der 21-Jährige kurze Texte zu jeder Frau an, wobei Bezeichnungen wie „Schlampe“ oder „Hure“ noch die am allerwenigsten anzüglichen waren. Bei seinen „Fake-Darstellerinnen“ im Porno-Netz gab sich der junge Mann nicht allein mit den Gesichtern der Facebook-Bekanntschaften zufrieden, er nannte auf besagten Plattformen sogar deren Namen.

Frauen mussten nicht aussagen

Judith Hippenstiel sah die Tatbestände der Beleidigung und des Verstoßes gegen das Kunsturhebergesetz (KunstUrhG) eindeutig gegeben. Wobei das Gericht am Dienstag in Bad Berleburg nicht groß diskutieren musste. Schon gar nicht wurden die 22 Frauen als Zeuginnen geladen. Denn Rechtsanwalt Ralph Schmitz-Engemann (Winterberg) machte bereits zu Beginn der Verhandlung deutlich: „Wir sind voll geständig. Mein Mandant gibt alles zu.“ Insofern würde auch auf die Zeuginnen verzichtet – schon allein, um sie „der Peinlichkeit nicht aussetzen zu wollen“, wie der Verteidiger erläuterte.

Angeklagter spricht von "purer Dummheit"

Gerne hätte das Gericht etwas zum tatsächlichen Motiv des 21-Jährigen erfahren. Der ließ sich ein, indem er von einer „puren Dummheit“ sprach: „Ich dachte, ich könnte einen Euro nebenbei verdienen. Ich habe aber gemerkt, da kommt nichts bei rum. Ich habe nichts verdient.“ Auf Porno-Portalen Geld verdienen und dann auch noch mit hochgeladenen Bildern von Bekannten? Das ging Judith Hippenstiel zu weit. „Teilweise waren das doch nährere oder entferntere Bekannte von Ihnen, oder? Was werden die Mädels gedacht haben, als sie sich mit den eigenen Fotos im Internet entdeckt haben?“ Dass jemand die Scham anderer ausnutze, um sich zu bereichern, das sei unfassbar.

Bei den Frauen entschuldigt

Ralph Schmitz-Engemann war sichtlich bemüht, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Er schilderte dem Gericht, dass inzwischen zahlreiche Unterlassungserklärungen und Schadensersatzforderungen gegen seinen Mandanten vorlägen. „Wir haben uns bei den Frauen in aller Form entschuldigt“, so der Anwalt. Auf seinen Mandanten würden in Zukunft noch etliche Forderungen zukommen.

Anwalt: Geldstrafe ist zu hoch

Deshalb wehrte sich Ralph Schmitz-Engemann auch vehement gegen die von Judith Hippenstiel geforderte Geldstrafe von satten 180 Tagessätzen zu je 25 Euro. Er gebe zu bedenken, erläuterte der Rechtsanwalt, dass da finanziell eine Menge für den 21-Jährigen zu erwarten sei. Außerdem habe er sich ja vollauf geständig gezeigt. Und in den anderthalb Jahren, die seit der Tat zurücklägen, habe sich sein Mandant straffrei gehalten und die Sache sehr bereut.
Richter Torsten Hoffmann verurteilte den Angeklagten zu 120 Tagessätzen à 25 Euro und merkte an: „Sie haben jetzt sämtliche Freundschaften verloren.“

  • § 33 KunstUrhG: Mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer entgegen den §§ 22 (Einwilligung des Abgebildeten), 23 (Ausnahmen wie z.B. Zeitgeschichte) ein Bildnis verbreitet oder öffentlich zur Schau stellt.
Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

6 folgen diesem Profil
Themenwelten
Die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo.

SZ+ informiert schnell und gut
Mit dem Frühlings-Abo drei Monate sparen

Der Frühling hat - kalendarisch- begonnen und die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo. Verlässliche Informationen trotz unruhiger Corona-LageIn diesem einmal mehr besonderen Jahr sehnen sich viele Menschen noch mehr nach den ersten Frühlingsboten. Ist doch mit den steigenden Temperaturen, den kräftiger werdenden Sonnenstrahlen und dem Aufblühen der Natur im zweiten Jahr der Corona-Pandemie noch mehr Hoffnung verbunden als...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen