Fragen kostet schließlich nichts

Kreisjugendpfleger informierten über Fördermöglichkeiten der Jugendarbeit

awe Bad Berleburg. Eine Sache, die CVJM und Schießverein, Technisches Hilfswerk und Turnverein, Freiwillige Feuerwehr und Reitverein, Rotes Kreuz und DLRG vereint, ist das Engagement für junge Menschen. Einig sind sich deren Vertreter auch, dass der ehrenamtliche Einsatz über den Vereinszweck hinaus wichtig ist. Ein Turnverein ist ebenso wie die Jugendgruppe einer Kirchengemeinde auch ein Angebot, sich zu treffen und gemeinsam mit Altersgenossen und Gleichgesinnten etwas zu unternehmen.

Engagement gilt es zu fördern

Solche Unternehmungen finden auch die Förderer des Ehrenamtes in Bund, Ländern und Kreis gut und geben gern mal was dazu: Fördergelder, Material oder auch Informationen. »Viel zu selten werden nach meiner Erfahrung solche Mittel in Anspruch genommen«, meint der Bad Berleburger Stadtjugendpfleger Bernd Fuhrmann, »sich zu informieren, etwa über die Erstattung von Schulungskosten, lohnt sich dabei meistens. Und fragen kostet schließlich nichts.«

Dass es Fragen zu der finanziellen Förderung von Jugendarbeit gibt, wurde deutlich auf der ersten Sozialraumkonferenz »Jugendarbeit in Bad Berleburg«. Die fand im vergangenen November statt und ca. 30 Institutionen und Vereine nahmen daran teil. Mehr als doppelt soviel nahmen jetzt die Einladung der Stadtjugendpflege zu einem Infoabend an, bei dem es um die Förderrichtlinien des Kreises Siegen-Wittgenstein für die Jugendarbeit ging. Dass sich Vertreter von über 60 Bad Berleburger Vereinen für diese Veranstaltung im Bürgerhaus am Markt interessierten, wertete Bernd Fuhrmann auch als eine Bestätigung der Sozialraumkonferenz. Diese wird Donnerstag, 6. Februar, 19 Uhr, fortgesetzt. Dann werden inhaltliche Probleme der Vereinsjugendarbeit diskutiert.

Erst nach Land und Bund

Welchen finanziellen Rahmen man mit Hilfe des Kreisjugendamtes für das Ehrenamt schaffen kann, war dagegen das Thema, das die Kreisjugendpfleger Gernot Wagener und Frank Klöckner in Bad Berleburg erörterten. Eingangs wies Frank Klöckner darauf hin, dass es von ihrer Seite auch Beratung in allen Bereichen der Jugendarbeit gibt: »Dazu zählen Einzelberatung und Gruppenbesuche, Referententätigkeit, Projektberatung, Schulung und Bildung.« Und nicht nur Fördergelder, sondern auch Geräte und Material stellt das Kreisjugendamt den Vereinen zur Verfügung. »Für den Bereich Erlebnispädagogik haben wir zahlreiches Material, von der Kletterausrüstung bis zu einer Reihe von Igluzelten, die geliehen werden können. Auch andere Bereiche decken wir ab, vom Methodenkoffer zum Thema Rechtsextremismus bis hin zum Werkbus für mobile Kinder- und Jugendarbeit«, zählte er auf. Die »Juleica«, der Ausweis für Gruppenleiter, habe momentan leider ein bisschen an Attraktivität verloren, bedauerte er. Denn bestimmte Vergünstigungen, etwa bei Fahrten mit der Bundesbahn, können nicht mehr im ursprünglichen Umfang in Anspruch genommen werden. Aber für diese bundeseinheitliche Jugendleiter-Card werden derzeit neue Regelungen gesucht.

Allerhand Regeln gelten für die Vergabe von Fördergeldern des Kreises. Eine der grundsätzlichen Bedingungen lautet: Vorrangig sind Landes- und Bundesmittel in Anspruch zu nehmen. Zweite Grundvoraussetzung: »Maßnahmen, die zur Erfüllung der originären Aufgaben des Vereins dienen, können nicht gefördert werden. Das betrifft bei kirchlichen Gruppen etwa überwiegend religiöse Maßnahmen. Einen Sportverein können wir nicht bei einem Trainingslager oder bei der Anschaffung von Trikots oder Fußballtoren unterstützen«, so Frank Klöckner.

Staffellauf der Fördersätze

Sein Kollege Gerold Wagener erläuterte dann, wofür es Geld gibt: Reisen, Internationale Jugendbegegnung, Aus- und Fortbildung von Mitarbeitern, Modellprojekte. Wie wichtig es bei allen Anträgen ist, sie vor dem Beginn der jeweiligen Maßnahme einzureichen - vor Reiseantritt und vor dem ersten Schulungstag - betonten die beiden Jugendpfleger immer wieder. Ebenso müssen 28 Tage nach dem Ende der Reise oder der Fortbildung die Verwendungsnachweise samt unterschriebener Teilnehmerliste eingereicht werden. Das klingt nach allerhand Papierverbrauch. Der kann sich allerdings lohnen. Bis zu drei e pro Teilnehmer und Tag werden etwa für Kinder- und Jugendreisen oder Familienfreizeiten gezahlt. Für Leitungskräfte gelten Sätze bis zu fünf e täglich. Schon die Vorbereitungsfahrten für internationale Jugendbegegnungen, wie sie etwa der Verein Jugend für Europa auf der Ginsburger Heide und in den Partnerländern ausrichtet, werden mit bis zu 7,70 e pro Tag und Teilnehmer gefördert. Für die Fahrten selbst reichen die Fördersätze von 9,20 e bis 18,40 e, je nachdem, wie weit entfernt von Siegen-Wittgenstein die Begegnung statt findet.

Was nun eigentlich Kinder und Jugendliche interessiert, wie man schöne Jugendgruppen hinkriegt, kann das Thema einer Fortbildung sein, die wiederum für Reit- und Fahrverein von gleichem Interesse ist, wie für das DRK. Bis zu 7,70 e kann es für die Teilnehmer an jedem Tag einer solchen Weiterbildung vom Kreis geben. Einen Topf gefüllt mit insgesamt 25000 e stellt der Kreis zur Verfügung, aus dem heraus die ehrenamtlich Aktiven für ihre Mitarbeit bei Veranstaltungen ein Entgelt bekommen können.

Service im neuen Jugendhaus

Falls ein Verein übrigens für eine Weiterbildung einen geeigneten Raum sucht, kann er sich an die Stadtjugendpflege Bad Berleburg wenden. Bernd Fuhrmann wies am Ende der Veranstaltung darauf hin, dass im neuen Jugendhaus der Stadt eine ganze Reihe solcher Serviceangebote darauf warten, in Anspruch genommen zu werden.

Worin sich CVJM, TuS, DRK und alle anderen Teilnehmer des Info-Abends wahrscheinlich mit Jugendpfleger Frank Klöckner einig sind: Auch wenn schon mal viel Geduld für Papier erforderlich ist, kann die Arbeit mit und für die »berüchtigten Kinder und Jugendlichen« eben vor allem sehr viel Spaß machen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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