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Vor Gericht: Unterbringung im psychiatrischen Krankenhaus droht
Frau attackiert Ehemann mit Hammer

Bad Berleburger Amtsgericht: Mit dem Hammer schlug eine Frau auf ihren Ehemann ein, als dieser auf dem Sofa schlief. Zum Glück verletzte sie ihn nicht lebensgefährlich. Jetzt droht ihr die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus.
  • Bad Berleburger Amtsgericht: Mit dem Hammer schlug eine Frau auf ihren Ehemann ein, als dieser auf dem Sofa schlief. Zum Glück verletzte sie ihn nicht lebensgefährlich. Jetzt droht ihr die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

howe Bad Berleburg. Hammerhart: Eine Erndtebrückerin kann nicht ertragen, was ihr der Mann soeben offenbart. Er will die Scheidung. Die beiden streiten sich, irgendwann zieht er sich zurück und legt sich zum Schlafen aufs Sofa. Sie schnappt sich einen Hammer, schleicht sich an und drischt drauf.
Frau schlägt mit Hammer auf Mann einZweimal zieht sie ihm eins über – dass der Ehemann eine schwer blutende Platzwunde erleidet. Als er zu sich kommt, steht sie mit dem Brotmesser in der Hand da. Er rennt ins Bad, um die Wunde zu versorgen, sie mit dem Messer hinterher. Er kann ihr das gefährliche „Werkzeug“ abnehmen, dabei verletzt sie sich im Gesicht. Polizei und Notarzt treffen ein.

howe Bad Berleburg. Hammerhart: Eine Erndtebrückerin kann nicht ertragen, was ihr der Mann soeben offenbart. Er will die Scheidung. Die beiden streiten sich, irgendwann zieht er sich zurück und legt sich zum Schlafen aufs Sofa. Sie schnappt sich einen Hammer, schleicht sich an und drischt drauf.

Frau schlägt mit Hammer auf Mann ein

Zweimal zieht sie ihm eins über – dass der Ehemann eine schwer blutende Platzwunde erleidet. Als er zu sich kommt, steht sie mit dem Brotmesser in der Hand da. Er rennt ins Bad, um die Wunde zu versorgen, sie mit dem Messer hinterher. Er kann ihr das gefährliche „Werkzeug“ abnehmen, dabei verletzt sie sich im Gesicht. Polizei und Notarzt treffen ein.

Versuchte Tötung anzunehmen

Am Ende stellt sich heraus: Die 56-Jährige hat an dem Abend ordentlich Wein getrunken, 1,74 Promille „bescheinigen“ ihr die Polizeibeamten, außerdem die Einnahme eines Psychopharmakas. „Ich stimme dem zu“, reagierte die Angeklagte am Freitag im Bad Berleburger Amtsgericht auf die Anklage der Vertreterin der Staatsanwaltschaft. Wobei Oberamtsanwältin Judith Hippenstiel gleich klarstellte, dass sie sich wundere, warum der Fall überhaupt in Bad Berleburg vor dem Einzelrichter angeklagt sei. Es sei hier nämlich durchaus auch ein versuchtes Tötungsdelikt anzunehmen. Jedenfalls gab die 56-Jährige alles zu, erklärte ihren Ausraster mit dem Verhältnis, das ihr Mann mit einer anderen gehabt habe. Beleidigt habe er sie: „Ich soll mal in den Spiegel gucken. Ich wäre lästig.“ Nach der Tat, das erfuhr das Gericht, unternahm die Angeklagte gleich einen Suizidversuch. Im Badezimmer sperrte sie sich ein, ließ Wasser in die Wanne, stieg mit dem Bein hinein und nahm einen eingesteckten Haartrockner in die Hand. „Ich konnte von außen aufmachen und ihr das Ding wegnehmen“, verriet der Mann im Gerichtssaal.

Tochter berichtet von starkem Alkoholkonsum

Das Gericht bemühte sich am Freitag nach allen Kräften, die Angelegenheit zu lösen – besonders vor dem Hintergrund, dass ein Rückfall solcher Gewalttaten bei der Frau ausgeschlossen sein müsse. Deshalb bat Richter Torsten Hoffmann zweimal zu Rechtsgesprächen: einmal mit der psychologischen Gutachterin, der Staatsanwaltschaft, dem gesetzlichen Betreuer und der Verteidigerin. Und zum anderen mit den Töchtern und der Angeklagten selbst. Die 56-Jährige berichtete, sie sei vom übermäßigen Alkoholgenuss weg, trinke höchstens mal am Wochenende „eine Flasche Bier“. Mit ihrem Ex-Mann verstehe sie sich heute besser als früher. Genau das widerlegte die älteste Tochter, die von gleichbleibendem Alkoholkonsum, sogar erst vor wenigen Tagen, wusste.

Weitere Übergriffe nicht auszuschließen

Auch die Aggressionen gegenüber dem Ex-Mann seien sicher nicht abgeklungen. Diese Aussage veranlasste Gutachterin Stefanie Hirschfeld (Bochum) zu der folgenden Einschätzung: Es handele sich hier um eine „risikobehaftete Konstellation“, wobei neue körperliche Übergriffe bei hohem Stresspegel nicht auszuschließen seien. Die Übergriffe beträfen insbesondere nahestehende Personen.
Besonders gefährdet sei der Ehemann. Die Psychologin sprach von einer „emotional instabilen Persönlichkeit“, die von einer „unkontrollierbaren Wut“ gekennzeichnet sei. Und zwar gegen ihr nahestehende Personen. Richter Hoffmann blieb nichts anderes übrig, als den kompletten Fall an die Strafkammer des Landgerichts Siegen abzugeben.
Nach Einschätzung der Gutachterin kommt eine Unterbringung der 56-Jährigen in einem psychiatrischen Krankenhaus nach § 63 des Strafgesetzbuches in Frage. Die Befugnis hierzu reicht für den Einzelrichter aber nicht aus.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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