Ein Jahr auf Bewährung
Frau bedroht Polizisten mit Küchenmesser

Die Polizisten fühlen sich bedroht und ziehen ihre Pistole.
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howe Bad Berleburg. Kuriose Geschichte: Ein Bad Berleburger lernt eine Frau in einem Erotik-Portal kennen, bestellt sie zu sich nach Hause. Sie bleibt eine Weile bei ihm, wegen eines lautstarken Streits klopft die Polizei an der Wohnungstür. Die Beamten treten ein, wollen die Personalien der 28-Jährigen aufnehmen.

,,Wir hätten geschossen''

Die soll sich, so heißt es in der Verhandlung vor dem Bad Berleburger Amtsgericht, illegal in Deutschland aufgehalten haben. Das habe der Mitbewohner den Beamten mitgeteilt. Doch statt ihre Papiere vorzuzeigen, öffnet die Frau in der Küche eine Schublade, nimmt ein 18 Zentimeter langes Küchenmesser heraus, dreht sich um und hält es vor die Beamten. Die rufen laut „Messer fallen lassen“, zücken ihre Pistolen und zielen. „Ich habe mich bedroht gefühlt. Hätte sie einen Schritt gemacht, hätten wir geschossen“, schilderte am Dienstag ein Polizist im Gerichtssaal.

Vehement wehrt sich die Frau gegen die Festnahme

Also ließ die 28-Jährige das Messer fallen, kniete sich auf den Boden. Doch während die Beamten den Versuch unternahmen, sie zu fesseln, wehrte die sich vehement. Sie legte sich auf den Bauch und vergrub beide Arme darunter. Nur mit Mühe gelang es, ihr die Handfesseln für den Abtransport zur Wache anzulegen. Wobei die Frau mehrfach nach den Beamten getreten haben soll, wie es hieß. „Es gibt nicht viel zu bestreiten. Wir räumen den Vorwurf ein“, so Rechtsanwalt Frank Smets. Seine Mandantin habe aber das Messer nicht bewusst nutzen wollen. „Sie hat damit in der Küche gearbeitet, als die Polizisten hereinkamen.“

Strafbar in besonders schwerem Fall

Sie habe Panik gehabt, sei der Sprache nicht mächtig gewesen und habe am Vorabend viel Alkohol getrunken. Der Polizeibeamte schilderte den Sachverhalt aus seiner Sicht: Aus den Augenwinkeln habe er gesehen, wie die Frau die Schublade geöffnet und das Messer herausgenommen habe. „Sie hat sich massiv gewehrt, wir haben sie dann fixiert und gefesselt.“ Richter Torsten Hoffmann verurteilte die 28-Jährige zu einer einjährigen Bewährungsstrafe. Außerdem muss die Frau eine Geldbuße von 1500 Euro zahlen. „Sie haben mit ihrem Verhalten eine ganz erhebliche Gefahr für die Polizisten hervorgerufen“, so der Richter. „Es tut mir leid. Ich habe das nicht absichtlich gemacht“, entschuldigte sich die 28-Jährige.
Das sah Oberamtsanwältin Judith Hippenstiel anders. „Ihre Einlassung ist gelogen, die werte ich als Schutzbehauptung.“ Der Polizeibeamte habe die Wahrheit gesagt. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft sprach von einem „gesamt-aggressiven Verhalten“. Die Angeklagte habe sich des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte in besonders schwerem Fall strafbar gemacht.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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