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650 Papierschiffchen gebastelt
Frauenhilfe unterstützt Seebrücke

Papierschiffchen auf der großen Holzgarnitur am Bad Berleburger Rathauspark: Die Aktion der Aktivisten der Seebrücke war für die Bürger und Schaulustigen am Sonntag nicht zu übersehen.
  • Papierschiffchen auf der großen Holzgarnitur am Bad Berleburger Rathauspark: Die Aktion der Aktivisten der Seebrücke war für die Bürger und Schaulustigen am Sonntag nicht zu übersehen.
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wisi Bad Berleburg. „Die letzten Tage stürmte und regnete es auf Lesbos, einer Insel Griechenlands. Für die Menschen in Moria bedeutete das, Überschwemmungen, Kälte und Wind schutzlos ausgesetzt zu sein. Die Gräben, die geflüchtete Menschen zum Selbstschutz angelegt hatten, konnten das Wasser kaum von den Zelten fernhalten. Weil das neue Moria-Lager auf einem Militärgelände liegt, spült der Regen außerdem alte Munition und Granaten hervor. Nun wird befürchtet, dass giftige Bleireste freigesetzt werden“, erklärte Susanne Bald von der Initiative Seebrücke aus Bad Berleburg im SZ-Gespräch.
"Menschenunwürdige Politik"Tausende von Menschen außerhalb der europäischen Außengrenzen sind in den vergangenen fünf Jahren geflüchtet und haben sich in Lagern wie Moria niedergelassen.

wisi Bad Berleburg. „Die letzten Tage stürmte und regnete es auf Lesbos, einer Insel Griechenlands. Für die Menschen in Moria bedeutete das, Überschwemmungen, Kälte und Wind schutzlos ausgesetzt zu sein. Die Gräben, die geflüchtete Menschen zum Selbstschutz angelegt hatten, konnten das Wasser kaum von den Zelten fernhalten. Weil das neue Moria-Lager auf einem Militärgelände liegt, spült der Regen außerdem alte Munition und Granaten hervor. Nun wird befürchtet, dass giftige Bleireste freigesetzt werden“, erklärte Susanne Bald von der Initiative Seebrücke aus Bad Berleburg im SZ-Gespräch.

"Menschenunwürdige Politik"

Tausende von Menschen außerhalb der europäischen Außengrenzen sind in den vergangenen fünf Jahren geflüchtet und haben sich in Lagern wie Moria niedergelassen.Dazu kommt, dass die „menschenunwürdige Politik“, wie es die Seebrücke bezeichnet, die Aufnahmemöglichkeiten solcher Lager einschränkt. Aus diesen Gründen startete die Initiative Seebrücke die Winteraktion „Wärme für alle“. An allen drei Adventssonntagen veranstaltete die Seebrücke eine Mahnwache in Bad Berleburg, die auf die große Not von Geflüchteten an den europäischen Außengrenzen aufmerksam machen sollte. Am Sonntag, der ein bundesweiter Aktionstag der Initiative war, wurde eine solche Mahnwache am Bad Berleburger Stadtpark durchgeführt. Symbolisch wurden dafür rund 650 Papierschiffchen von der evangelischen Frauenhilfe aus Girkhausen gefaltet, die Sonntagabend im Kerzenlicht auf der großen Parkgarnitur zur Schau gestellt wurden. Die Papierschiffchen stehen für die 1319 im Jahr 2019 registrierten ertrunkenen Flüchtlinge im Mittelmeer. Die geschätzte Anzahl der im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlinge dieses Jahres liegt erneut bei knapp 1000 Personen. Darunter zählen auch vermehrt Kinder.

Seebrücke setzt sich für Migranten ein

Im Hintergrund wurden ein von der Seebrücke neu entworfenes Banner mit der Aufschrift „Leave no one behind“ und ein selbst entworfenes Bild der Mitorganisatorin und Fotografin Anke Althaus-Aderhold für die Berleburger sichtbar gemacht. Viele Passanten blieben mit großen Augen bei dem großen Schaubild stehen und begutachteten die Mahnwache. „Betroffen sind Tausende Menschen aller Altersgruppen. Darunter auch viele Familien, die in den provisorischen Zeltlagern direkt am Wasser hausen müssen“, erzählte Susanne Bald. „Auch auf der Balkanroute sind zahlreiche Menschen auf der Flucht unversorgt und dem Winter ausgeliefert und werden immer wieder illegal und extrem gewaltsam von kroatischen Sicherheitskräften über die EU-Außengrenzen zurückgeschoben“, sagte Susanne Bald. Die Seebrücke setzt sich für „allerlei Migranten“ ein. Darunter zählen nicht nur die Kriegsflüchtlinge, sondern auch die vom Staat verfolgten Migranten.

Forderung nach gerechter Migrationspolitik

Die Initiative fordert kommunale Aufnahmebereitschaft, die Evakuierung der Lager, die Entkriminalisierung der Seenotrettung und eine Politik, die auf Solidarität und Aufnahme statt auf den EU-Migrationspakt setzt. Statt menschenunwürdiger Politik, welche ihre Augen vor dem Leid und der Abschottung Tausender Menschen verschließe, und anstelle einer „rassistischen Abschreckungspolitik“, brauche die EU menschenwürdige und legale Aufnahmemöglichkeiten und eine gerechte Migrationspolitik.
Mehr als 200 deutsche Städte und Kommunen sowie die Schweiz, Österreich, die Niederlande und andere europäische Länder wären dazu bereit, diese Menschen vor dem Winter zu schützen, deswegen müssten die Lager evakuiert und die politischen Rechte geändert werden. Die Initiative Seebrücke hofft auch weiterhin auf ausreichend Unterstützung. Mehr Informationen gibt es auf www.seebrücke.org.

Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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