„Freiwillig kommt keiner”

Firmen legten gestern Konzepte zur Badsanierung vor

Bad Berleburg. Eines steht fest: Die Sanierung des Hallen- und Wellenfreibades auf dem Stöppel wird die Bad Berleburger Fraktionen, Ausschüsse und nicht zuletzt die Stadtverordnetenversammlung noch einige Zeit beschäftigen. Weitere Fakten lieferte die gestrige gemeinsame Sitzung des Ausschusses für Kinder, Jugend, Schulen und Sport sowie des Stadtentwicklungs- und Bauausschusses.

Bernd Weide (SPD) stellte abschließend treffend fest, „dass uns keines der Unternehmen die schwierige Entscheidung abnehmen wird”. Festzuhalten blieb jedoch, dass die vorgelegten Variationen genügend Fakten für die nun folgenden Diskussionen und spätere Entscheidungen lieferten. Insgesamt drei Stunden buhlten zwei Bewerber auf ihre Weise um die Gunst der Ausschussmitglieder: Schließlich geht es in der Odebornstadt um ein Millionenprojekt, und wer möchte da nicht mit im Boot sitzen?

Sportwissenschaftler Kai Steuernagel von der Monte Mare Planungs- und Bauträger GmbH stellte – wie bei der jüngsten Bauausschussitzung gefordert – sein 14,5 Mill. DM umfassendes Sanierungskonzept vor (die Siegener Zeitung berichtete). Bad Berleburg brauche kein „abgehobenes, nicht bezahlbares Objekt”, sondern eine Freizeitanlage, die das vorhandene Marktpotenzial abschöpfe. Eine zentrale Bedeutung komme der Gastronomie sowie dem Saunabereich zu, dies hätte sich in Bädern ähnlicher Größenordnung herauskristallisiert. Während Peter Weller (CDU) Zweifel äußerte, ob die ehrgeizigen Planungen mit den 14,5 Mill. DM zu bewerkstelligen seien, brachte Friedhelm Aderhold (SPD) seine Bedenken zum Ausdruck, „dass etwa 300 Gäste täglich für Bad Berleburg wohl etwas zu hoch gegriffen sind”. Steuernagel schätzte die Zahl als realistisch ein, da man aufgrund der anstehenden Attraktivitätssteigerung die derzeitigen Besucherzahlen nicht als Maßstab heranziehen dürfe.

Rainer Pethran von der Gesellschaft für Entwicklung und Management von Freizeitsystemen stufte es als „völlig unrealistisch” ein, den Entscheidungsträgern überhaupt eine Variante ans Herz zu legen: „Keine Alternative drängt sich doch auf Anhieb auf. Ehe wir mit Ihnen ins Detail gehen, müssen zunächst Grundsatzentscheidungen her.” Pethrans Lösungen reichten vom Drei-Millionen-Projekt – Sanierung des Freibades und Umwandlung des Hallenbades in eine Sporthalle – bis zum 25 Mill. DM teuren kompletten Neubau.

Letzteres bringe den Vorteil mit sich, dass Gestaltung und vor allem die Standortwahl neue Perspektiven eröffneten. „Wo Ihr Bad jetzt steht, kommt doch keiner freiwillig vorbei”, stellte der Projektmanager unverblümt fest. Ein Ansatz, den die Mitglieder nur unterstreichen konnten. vö

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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