Spezialfahrzeuge aus Aue in Schuld und Dernau
Für freie Kanäle und entschlammte Straßen

Eine erfahrene Crew, jeweils zwei Mann pro Fahrzeug, war am Samstag im Ahrtal im Einsatz: Markus Pape, Christian Gamm, Michael Althaus, Volker Rothenpieler, Frederik Spies, Nico Goßmann, Olaf Leiendecker und Timm Stöwer.
  • Eine erfahrene Crew, jeweils zwei Mann pro Fahrzeug, war am Samstag im Ahrtal im Einsatz: Markus Pape, Christian Gamm, Michael Althaus, Volker Rothenpieler, Frederik Spies, Nico Goßmann, Olaf Leiendecker und Timm Stöwer.
  • Foto: Christian Völkel
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

vc Aue/Ahrtal. Die Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hat zu einer starken Solidarität und beeindruckenden Mobilisierung – auch in Wittgenstein – geführt. Profis aus Aue erreichten am Samstag mit ihren Spezialfahrzeugen das Ahrtal.
Freitagabend: Rund um den Wittgensteiner Abfuhrbetrieb Treude herrschte reges Treiben. Mitarbeiter verluden Paletten mit Spenden, Werkzeuge und Lebensmittel in die vier bereitstehenden Spezialfahrzeuge. „Wir wissen, was auf uns wartet“, sagte Olaf Leiendecker, der die Hilfsaktion mit eingeleitet hatte. Vor einer Woche waren Fahrer und Fahrzeuge aus Aue bereits im Hochsauerland im Einsatz – volle Keller, verdreckte Straßen und verstopfte Kanäle galt es zu bewältigen. „Aber Dernau wird eine harte Nummer“, meinte der Wittgensteiner. Da wussten die acht Fahrer noch nicht, dass ihr Haupteinsatzort im besonders schwer getroffenen Ahr-Dörfchen Schuld liegen würde.

Haupteinsatzgebiet: Gemeinde Schuld

Acht Fahrer hatten sich bereit erklärt, in das Krisengebiet an der Ahr zu fahren. Am Samstagmorgen ging es um 3 Uhr los. Die Männer im Konvoi aus Wittgenstein trafen sich bei Köln mit rund 30 anderen Spezialfahrzeugen. „Ich habe einen Aufruf für Spülwagenfahrer in Facebook gesehen“, berichtete Olaf Leiendecker. Darauf hin habe er in einer Chatgruppe Kollegen gefragt, ob sie dabei wären.
Im Konvoi ging es Richtung Ahrtal, wo die Fahrzeuge in einem Camp gesammelt, eingewiesen und dann auf ihre Einsatzorte verteilt wurden. „Die Gemeinde Schuld war dann unser Haupteinsatzgebiet“, berichtete Olaf Leiendecker und schilderte das Erlebte: „Man kann die Situation vor Ort nicht in Worte fassen. Wir waren sprachlos angesichts dessen, was da unten passiert ist. Der Aufbau wird Jahre dauern.“ Er habe Wohnwagen gesehen, die noch vier Meter über Grund in den Bäumen hingen.

Kanalisation bereitet Probleme

Eines der größten Probleme sei die zerstörte und verstopfte Kanalisation. „Da gibt es fast keine Rohre mehr“, berichtete Olaf Leiendecker am Sonntag am SZ-Telefon. „Und dann hat es angefangen zu regnen. Wo keine Kanalisation ist, überfluten die Straßen schnell und die Keller laufen wieder voll.“ Die Bundeswehr habe am Samstag schon wieder begonnen, Sandsäcke zu füllen. In dieser Situation waren dann die Pumpwagen aus Wittgenstein gefragt, die die Straßen sauber hielten. Ein zweiter Einsatzort war die Kläranlage von Schuld. „Dort schwamm das Heizöl 30 Zentimeter hoch auf dem Wasser. Unsere Saugwagen waren hier im Einsatz. Das Öl wurde in Container gepumpt, um dann später fachgerecht entsorgt zu werden“, berichtete der Fahrer am Sonntag, als der Konvoi nach erfolgreichem Einsatz wieder wohlbehalten Wittgenstein erreichte.

Fahrzeuge und Diesel gestellt

Markus Pape, Christian Gamm, Michael Althaus, Volker Rothenpieler, Frederik Spies, Nico Goßmann, Olaf Leiendecker und Timm Stöwer fuhren den Einsatz an ihrem Wochenende. Denn: Bis Freitagnachmittag wurde gearbeitet und am Montagmorgen rollen sie wieder für ihre Firma zu den Kunden. „Hier gilt unser größter Dank der Firma Treude. Wir haben von unserem Betrieb die Fahrzeuge und den Diesel gestellt bekommen. Eine klasse Aktion“, betonte Olaf Leiendecker im Gespräch mit der Siegener Zeitung.
Die eingepackten Spenden konnten vor Ort einer Organisation übergeben werden, die die Hilfsgüter gezielt weiterleitete. Der Dank von Olaf Leiendecker ging hier an den Hit-Markt, den Rewe-Markt in Bad Berleburg, die Krombacher Brauerei, den Raiffeisen-Markt in Gleidorf, Demmerling Kanal- und Sanitärtechnik, den Getränkegroßhandel Schulte in Schmallenberg und die Fleischerei Kaderbach in Lennestadt.

Autor:

Christian Völkel

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