SZ

Ist er gefahren oder nicht?
Geldstrafe und Führerscheinsperre für Angeklagten

Symbolbild.

howe Bad Berleburg. „Ich gebe das jetzt zu, ist mir egal“, sagte ein 29-jähriger Angeklagter aus Erndtebrück im Januar vor Gericht. Das reichte Richter Torsten Hoffmann nicht. „Wir verurteilen keinen Unschudigen“, sagte er und setzte das Verfahren zunächst aus, um weitere Zeugen zu laden. Die sollten bestätigen, dass der Mann im Oktober 2020 unter Alkoholeinfluss mit dem Auto von zu Hause davongefahren ist.

Später traf die Polizei den 29-Jährigen zwar zu Fuß an, doch dass der kurz zuvor in seinen Wagen gestiegen war, daran sollte kein Zweifel bestehen. „Das ist ein Rosenkrieg meiner Ex“, beschwerte sich der Angeklagte bei der ersten Verhandlung im Januar. Am Dienstag blieb er bei seiner Haltung, keineswegs unter Alkohol gefahren zu sein.

howe Bad Berleburg. „Ich gebe das jetzt zu, ist mir egal“, sagte ein 29-jähriger Angeklagter aus Erndtebrück im Januar vor Gericht. Das reichte Richter Torsten Hoffmann nicht. „Wir verurteilen keinen Unschudigen“, sagte er und setzte das Verfahren zunächst aus, um weitere Zeugen zu laden. Die sollten bestätigen, dass der Mann im Oktober 2020 unter Alkoholeinfluss mit dem Auto von zu Hause davongefahren ist.

Später traf die Polizei den 29-Jährigen zwar zu Fuß an, doch dass der kurz zuvor in seinen Wagen gestiegen war, daran sollte kein Zweifel bestehen. „Das ist ein Rosenkrieg meiner Ex“, beschwerte sich der Angeklagte bei der ersten Verhandlung im Januar. Am Dienstag blieb er bei seiner Haltung, keineswegs unter Alkohol gefahren zu sein. „Ich habe heute keine Lust mehr, was dazu zu sagen“, ließ sich der Erndtebrücker ein. Seine „Ex“ dagegen wusste sehr wohl etwas dazu beizutragen: Sie sei nachts vom Besuch ihrer Freundin zurückgekehrt und habe „mal wieder“ die Alkoholfahne gerochen. „Er sollte es eigentlich sein lassen, weil ich schwanger war.“

Zwei Mal losgefahren

Im Streit habe er sich dann den Schlüsse geschnappt und sei mit dem Auto weggefahren. „Ich habe das beim ersten Mal nicht gesehen, aber er war ja mit dem Schlüssel aus der Tür raus und das Auto fuhr weg.“ Irgendwann sei der 29-Jährige zurückgekommen, der Streit sei aber eskaliert. Also habe er sich erneut aus dem Staub gemacht, diesmal habe sie ihn vom Fenster aus beobachtet. Er sei rausgerannt, dann habe sich das Auto in Bewegung gesetzt. Da habe sie aber bereits die Polizei verständigt. „Ich wollte ihn nicht in die Pfanne hauen. Aber ich hätte mich ja selbst strafbar gemacht“, betonte die Zeugin im Bad Berleburger Amtsgericht.

Indizien zeichnen klares Bild

Ein Polizeibeamter erläuterte, der 29-Jährige sei zwar zu Fuß und alkoholisiert angetroffen worden, das Auto aber habe die zweite Streife, die angefordert worden sei, einige Straßen entfernt entdeckt. „Mit warmem Auspuff und warmer Motorhaube.“ Angeblich, so der Beamte, habe die Ehefrau nach der Rückkehr von der Freundin genau diesen Wagen an jener Straße abgestellt und sei zu Fuß nach Hause gelaufen. „Das ist aber unglaubwürdig bei Nieselregen, acht Grad und nachts.“

Richter folgt Strafantrag

Oberamtsanwältin Judith Hippenstiel hatte keinen Zweifel an den Aussagen. Sie beantragte eine Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 65 Euro und eine isolierte Führerschein-Sperrfrist von 8 Monaten – wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und unter Alkoholeinwirkung.

Richter Torsten Hoffmann schloss sich in seinem Urteil dem Antrag an. Das Schlusswort gehörte dem 29-Jährigen: „Ich finde es interessant, dass mich keiner gesehen hat und ich trotzdem verurteilt werde. Ich habe mich nicht in dieses Auto gesetzt.“ Kopfschüttelnd verließ der Angeklagte den Gerichtssaal.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

6 folgen diesem Profil
ThemenweltenAnzeige
Die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo.

SZ+ informiert schnell und gut
Mit dem Frühlings-Abo drei Monate sparen

Der Frühling hat - kalendarisch- begonnen und die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo. Verlässliche Informationen trotz unruhiger Corona-LageIn diesem einmal mehr besonderen Jahr sehnen sich viele Menschen noch mehr nach den ersten Frühlingsboten. Ist doch mit den steigenden Temperaturen, den kräftiger werdenden Sonnenstrahlen und dem Aufblühen der Natur im zweiten Jahr der Corona-Pandemie noch mehr Hoffnung verbunden als...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen