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Wemlighausens Grenze zu Schüllar verschwimmt
„Gemeinsam sind wir stärker“

Doris Frank engagierte sich schon früher in einer Anlieger-Initiative für den Spielplatz „Heiderbrücke“ in Wemlighausen. Das Engagement rief Friedhelm Aderhold auf den Plan, der fragte, ob Doris Frank Ortsvorsteherin werden wolle (Archivbild).
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  • Doris Frank engagierte sich schon früher in einer Anlieger-Initiative für den Spielplatz „Heiderbrücke“ in Wemlighausen. Das Engagement rief Friedhelm Aderhold auf den Plan, der fragte, ob Doris Frank Ortsvorsteherin werden wolle (Archivbild).
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  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

schn Wemlighausen.  Als Doris Frank im Jahr 2014 das Amt der Ortsvorsteherin in Wemlighausen übernahm, trat sie in große Fußstapfen. Ihr Vorgänger Friedhelm Aderhold hatte die Aufgabe über Jahrzehnte geprägt und so eine gewisse Erwartungshaltung bei den Einwohnern geschürt. Aber: „Ich kann das nicht so machen wie mein Vorgänger“, betont Doris Frank. Zum einen habe sie ihren eigenen Stil, setze andere Schwerpunkte, möchte ihre eigenen Themen setzen. Zum anderen sei sie voll berufstätig und müsse ihr Amt vollständig in der Freizeit ausfüllen.

„Eigentlich müssten diese Ämter von Menschen mit sehr viel Zeit gemacht werden“, so die Ortsvorsteherin. Aber es geht ja nicht nur um die Zeit, sondern auch um die Motivation.

schn Wemlighausen.  Als Doris Frank im Jahr 2014 das Amt der Ortsvorsteherin in Wemlighausen übernahm, trat sie in große Fußstapfen. Ihr Vorgänger Friedhelm Aderhold hatte die Aufgabe über Jahrzehnte geprägt und so eine gewisse Erwartungshaltung bei den Einwohnern geschürt. Aber: „Ich kann das nicht so machen wie mein Vorgänger“, betont Doris Frank. Zum einen habe sie ihren eigenen Stil, setze andere Schwerpunkte, möchte ihre eigenen Themen setzen. Zum anderen sei sie voll berufstätig und müsse ihr Amt vollständig in der Freizeit ausfüllen.

„Eigentlich müssten diese Ämter von Menschen mit sehr viel Zeit gemacht werden“, so die Ortsvorsteherin. Aber es geht ja nicht nur um die Zeit, sondern auch um die Motivation. Im Jahr 2012 wollte die Stadt den Spielplatz schließen und es bildete sich eine Elterninitiative, die den Spielplatz übernahm. Eigeninitiative ist Doris Frank wichtig. Sie setzt darauf, dass die Dorfgemeinschaft Aktionen anschiebt; nur so könne man Dinge auch nachhaltig gestalten, ist sie sich sicher.

Väterlicher Ratgeber

Sie sieht sich als Mittler zwischen Stadt und Dorf, vor allem dann, wenn es um Belange des Dorfes geht. Wenn zum Beispiel die Müllabfuhr nicht gefahren oder der Schnee nicht geräumt ist, dann könne sie im Grunde nur das Gleiche tun, wie jeder Bürger auch, im Rathaus anrufen. Nur das habe dann einen Zeitverlust zur Folge, denn oft sei sie ja noch an ihrem Arbeitsplatz und könne da nicht mal eben weg.
Friedhelm Aderhold habe ihr in den ersten Jahren als väterlicher Ratgeber zur Seite gestanden. „Aber er hat sich nie eingemischt oder sein Netzwerk genutzt, eine andere Meinung durchzusetzen“, erinnert sich Doris Frank. Ein gutes Verhältnis und eine Freundschaft pflegt sie auch zu ihrem Kollegen Andreas Meinecke, der ist Ortsvorsteher in Schüllar.

Beide Orte sind heute ineinander gewachsen, die Grenzen muss man schon kennen, sehen kann man sie nicht mehr. Auch Doris Frank muss genau überlegen, wo unterhalb der Kirche und an der Schule die beiden Ortschaften getrennt werden. „Für mich kann man die Trennung zwischen den Dörfern eigentlich nicht mehr machen“, so Frank. Jeder Verein trage den Namen Schüllar-Wemlighausen, seit den 1970er Jahren gibt es den Verein für Kultur und Heimatpflege, unter dessen Dach alle Vereine zusammenarbeiten sollen. Gemeinsam haben beide Dörfer mit den Nachbarn in Girkhausen eine Corona-Teststelle aufgebaut. Die Initiative kam vom Kollegen Timo Florin, das Angebot wurde schnell angenommen. So richtig kann man also Schüllar und Wemlighausen nicht mehr trennen. „Gemeinsam sind wir stärker“, ist sich Frank sicher.

„Wemlighausen ist super“

„Wemlighausen ist super“, sagt die Ortsvorsteherin. Damit meint sie die Lage, relativ dicht an der Kernstadt. Dank der guten Verbindung samt Fahrradweg mitten in die Stadt lasse es sich auch gut verschmerzen, dass es keine Geschäfte mehr im Dorf gibt. Natürlich wäre es deutlich besser, wenn es einen Nahversorger im Dorf gebe, ist sich Frank sicher. Nachteil ist, Bauplätze sind in Wemlighausen Mangelware und „eigentlich werden welche gebraucht.“ Das Dorf habe einen hohen Wohnwert, man lebt mitten auf dem Land und dennoch nah an Einkaufsmöglichkeiten und Arbeitsplätzen. Deswegen sollte sich die Stadt darüber Gedanken machen, wie man neue Bauplätze schaffen kann, findet Frank. Aktuell aber sie die Lage ja trotzdem entspannt, sie hat mehr die langfristige Perspektive im Blick. Langfristig ist auch das Stichwort, wenn es um die Kirche geht. Das Gebäude ist ein echter Dauerbrenner. Doris Frank hofft darauf, dass sich eine langfristige Lösung herausbildet, denn die Kirche sei eine tolle Location, nicht nur für Gottesdienste.

Als positiv empfindet sie die Entwicklung des Trägervereins, der „einen richtig guten Job macht“ und Leben in die Kirche gebracht hat. Ein Gemeinschaftssaal fehle ja auch in Wemlighausen, und da könnte die Kirche eine interessante Option sein.

Ein ganzes Stück weiter ist man dort, wo alles begonnen hat, auf dem Spielplatz. Dort steht der Ausbau zu einem „Dritten Ort“ an; ein Platz für alle Generationen, eine Begegnungsstätte soll entstehen. Auch soll dort eine Skateranlage aufgebaut werden. „Die Gelder sind schon da, aber Corona verzögert da alles“, sagt die Ortsvorsteherin.

Autor:

SZ Redaktion aus Siegen

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