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Bilanz fällt unterschiedlich aus
Gemischte Gefühle bei den Automobil-Zulieferern

Die Ejot-Gruppe – unter anderem mit einem Standort an der Bad Berleburger Herrenwiese (Bild) – blickt nach dem Krisenjahr positiv in die Zukunft, wenngleich diese mit Unsicherheiten behaftet ist.
  • Die Ejot-Gruppe – unter anderem mit einem Standort an der Bad Berleburger Herrenwiese (Bild) – blickt nach dem Krisenjahr positiv in die Zukunft, wenngleich diese mit Unsicherheiten behaftet ist.
  • Foto: Ejot
  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

tika Wittgenstein.  Geht es der Automobilindustrie geht, geht es der gesamten Wirtschaft gut – die Aussage mag etwas pauschal erscheinen, dennoch steckt mehr als nur ein Fünkchen Wahrheit darin. Denn die Relevanz dieses überaus großen Industriezweigs belegt schon die Tatsache, dass die Bundesregierung im vergangenen Monat eine Milliardenhilfe für die Branche beschlossen hatte, um diese damit zu unterstützen. Davon sollten letztlich auch die Automobil-Zulieferer profitieren, von denen nicht zuletzt im Altkreis Wittgenstein einige angesiedelt sind – darunter Ejot in Bad Berleburg, SCS Deutschland in Berghausen und Kaiser Oberflächentechnik in Schameder. Die Siegener Zeitung hat eruiert, wie die Bilanz der drei Unternehmen am Ende des Corona-Jahres ausfällt.

tika Wittgenstein.  Geht es der Automobilindustrie geht, geht es der gesamten Wirtschaft gut – die Aussage mag etwas pauschal erscheinen, dennoch steckt mehr als nur ein Fünkchen Wahrheit darin. Denn die Relevanz dieses überaus großen Industriezweigs belegt schon die Tatsache, dass die Bundesregierung im vergangenen Monat eine Milliardenhilfe für die Branche beschlossen hatte, um diese damit zu unterstützen. Davon sollten letztlich auch die Automobil-Zulieferer profitieren, von denen nicht zuletzt im Altkreis Wittgenstein einige angesiedelt sind – darunter Ejot in Bad Berleburg, SCS Deutschland in Berghausen und Kaiser Oberflächentechnik in Schameder. Die Siegener Zeitung hat eruiert, wie die Bilanz der drei Unternehmen am Ende des Corona-Jahres ausfällt.

„Es herrschte eine absolute Marktverunsicherung.“

Kein Blatt vor den Mund nahm Sascha Paduch. „Aus Sicht der Kaiser GmbH Oberflächentechnik ist die Bilanz für 2020 mehr als schlecht“, konstatierte der Geschäftsführer des Unternehmens aus Schameder. Der Umsatz des Automotive-Zulieferers sei ab März und in den Folgemonaten um bis zu 60 Prozent eingebrochen. „Die Kunden unserer Kunden, haben durch drastische Reduzierung von Abrufzahlen und Werkschließungen weniger beziehungsweise keine Teile mehr abgenommen“, berichtete Sascha Paduch. Neue Projekte seien vorerst bis Ende des Jahres „auf Eis gelegt“. „Es herrschte eine absolute Marktverunsicherung.“ Erst ab Oktober habe sich der Zuliefermarkt für das Unternehmen wieder belebt.
In der Zeit des Umsatzeinbruchs habe sich Kaiser Oberflächentechnik der Kurzarbeit bedient. Gleichzeitig seien Stundungsmöglichkeiten der Steuern und Sozialversicherungen angewandt worden, Lieferanten und Vermieter seien dem Unternehmen durch Fristverlängerungen und Stundungen entgegen gekommen. „Das Kurzarbeitergeld und die Stundungsmöglichkeiten waren für die Erhaltung der kurzfristigen Liquidität doch ein effektives Mittel.“ Von einer Kompensation der Einbrüche könne aber keine Rede sein, lediglich von einer Verschiebung der Zahlungen und Abgaben. „Verlorener Umsatz und somit im besten Fall Erträge lassen sich kurzfristig beziehungsweise mittelfristig nicht wieder aufzuholen.“
Gemischt fällt die Bilanz von SCS Deutschland in Berghausen aus. Friedemann Faerber war jedenfalls nicht gänzlich unzufrieden. Im April – zu Beginn der Krise – sei ein aktualisierter und sehr konservativer Jahresplan erstellt worden. „Erfreulicherweise konnten wir diesen Plan übertreffen“, erklärte der Geschäftsführer. Und weiter: „Trotz deutlicher Einbrüche im Umsatz, konnte SCS im Jahr 2020 seinen Kurs zur sukzessiven Verbesserung der Rentabilität erfolgreich fortsetzen.“
Das Instrument der Kurzarbeit sei „sehr zielführend“ gewesen, um Verluste zu minimieren. „Intensives Working Capital Management“, die Optimierung der Posten des Umlaufvermögens sowie deren Finanzierung durch eigene Mittel, „sowie eine drastische Reduzierung der geplanten Investitionen halfen ebenfalls, um Liquiditätsengpässe zu vermeiden.“ Durch eine Landesbürgschaft habe SCS einen Kredit aufnehmen können, um mittelfristig stabil durch die Corona-Zeit zu kommen.

"Viele Unsicherheiten"

Nicht spurlos ist die Krise an der Ejot-Gruppe vorbeigegangen, das Jahr endet allerdings versöhnlich für das Unternehmen mit Hauptstandort in Bad Berleburg. Andreas Wolf verhehlte nicht, dass „viele Unsicherheiten“ existieren würden. Unklar sei, wie sich der neuerliche Lockdown auswirke – die Hoffnungen würden auf einer Stabilisierung durch die Zulassung eines Impfstoffs ruhen. Aber: „Die Ejot-Gruppe hat das Krisenjahr 2020 recht gut gemeistert. Der Ausblick auf das Jahr 2021 ist positiv“, erklärte der Ejot-Pressesprecher.
„Nach erheblichen Einbußen im Frühjahr und einer leichten Erholung in den Sommermonaten hat sich die Lage im Herbst grundlegend geändert.“ Eine Auftragswelle innerhalb des Marktes habe auch die Ejot-Gruppe erfasst. „Wir sind dabei, eine extrem hohe Auftragssituation abzuarbeiten.“ Intern hätten Einsparungen bei Sachkosten und Investitionen weitergeholfen, Ejot fahre mit Blick auf die Finanzen „einen konservativen Kurs mit einer sehr hohen Eigenkapitalquote“.
Wichtig seien die beiden „Standbeine“ Industrie – mit rund 60 Prozent Anteil Automotive – und Bau. Die Bauindustrie habe im Krisenjahr einen stabilen Konjunkturzyklus absolviert. Und: „Ganz wichtig: Der gute Mannschaftgeist bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, weltweit, quer durch die Ejot-Gruppe.“ Extern habe das Instrument der Kurzarbeit geholfen.

Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

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