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Kein Bummeln am Sonntag
Geschäfte öffnen in Bad Berleburg nur werktags

Die Bad Berleburger Poststraße bleibt sonntags leider öd und leer. Daran wird sich wohl nichts ändern, solange die Gerichte ministerielle Vorgaben kippen.
  • Die Bad Berleburger Poststraße bleibt sonntags leider öd und leer. Daran wird sich wohl nichts ändern, solange die Gerichte ministerielle Vorgaben kippen.
  • Foto: Holger Weber
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

howe Bad Berleburg. Die verkaufsoffenen Sonntage: Das Thema berührt Bad Berleburg, weil die Gewerkschaft Verdi der Stadt heftig im Nacken sitzt. Da erinnerte Karsten Wolter als Vorsitzender des Vereins Markt und Tourismus in Bad Berleburg am Mittwochabend bei der Jahreshauptversammlung an das Modehaus Krug. Dem hatte das Gericht auf Betreiben von Verdi klar untersagt, seine Pforten jeden ersten Sonntag im Monat zu öffnen. Dabei zählt das Modehaus für die Odebornstadt eindeutig zum Kreis der kurort-spezifischen Angebote. „Das ist eine erhebliche Einbuße für uns alle, weil Krug ein Magnet ist“, stellte Karsten Wolter fest. Ja, und warum geht das alles in Winterberg? Ganz einfach: „Da gibt es einen anderen Verdi-Bezirk“ – ein Umstand, der die Mitglieder am Mittwochabend verärgerte.

howe Bad Berleburg. Die verkaufsoffenen Sonntage: Das Thema berührt Bad Berleburg, weil die Gewerkschaft Verdi der Stadt heftig im Nacken sitzt. Da erinnerte Karsten Wolter als Vorsitzender des Vereins Markt und Tourismus in Bad Berleburg am Mittwochabend bei der Jahreshauptversammlung an das Modehaus Krug. Dem hatte das Gericht auf Betreiben von Verdi klar untersagt, seine Pforten jeden ersten Sonntag im Monat zu öffnen. Dabei zählt das Modehaus für die Odebornstadt eindeutig zum Kreis der kurort-spezifischen Angebote. „Das ist eine erhebliche Einbuße für uns alle, weil Krug ein Magnet ist“, stellte Karsten Wolter fest. Ja, und warum geht das alles in Winterberg? Ganz einfach: „Da gibt es einen anderen Verdi-Bezirk“ – ein Umstand, der die Mitglieder am Mittwochabend verärgerte. „Es hängt also an der Willkür einzelner Personen“, betonte Inge Wetter, Anbieterin einer Ferienwohnung in der Stadt. Das sei einfach nicht zu glauben.

Kein verkaufsoffener Sonntag in Bad Berleburg

Karsten Wolter nutzte die Gelegenheit, um der Versammlung deutlich zu machen: Bad Berleburg wird nun in 2020 definitiv keinen verkaufsoffenen Sonntag mehr anbieten. Aus vielerlei Gründen. Was die sogenannten anlass-bezogenen Sonntage anbetrifft, ist die Sache klar: „Wir haben keine Anlässe.“ Wollmarkt, Erntedank- oder Brotmarkt, Holzmarkt, Weihnachtszeitreise – wie auch immer die großen Ereignisse in Bad Berleburg heißen – sind Corona zum Opfer gefallen. „Die Ladenöffnung wäre hier schmückendes Beiwerk gewesen. Aber pandemie-bedingt haben wir keine Anlässe“, unterstrich Karsten Wolter. Was viele nicht wüssten: Es habe sogar eine Möglichkeit gegeben, Sonntagsöffnungen im Rahmen von „nicht-anlassbezogenen Anlässen“ durchzuführen.

Verdi droht mit Klage

Hier handelte es sich um einen Vorstoß des Wirtschaftsministeriums, das zwar eine Verordnung herausgebracht habe, die aber „von den Gerichten kassiert“ worden sei. Vier verkaufsoffene Sonntage im Restjahr, das hätte dem Bad Berleburger Einzelhandel gut getan. Allerdings, und das wusste der Vorsitzende von Markt und Tourismus auch zu berichten, habe Verdi erneut mit Klage gedroht. Eine Abfrage der Bad Berleburger Händlerschaft, ob man sich dennoch zusammenschließen und sich dem widersetzen wolle, habe ergeben: Nein, machen wir nicht. Kein Votum dafür. Schließlich sei dieser Tage ein weiterer Vorstoß, diesmal des Gesundheitsministeriums, erfolgt. Karsten Wolter: „Die wollen vier verkaufsoffene Sonntage wegen der Corona-Krise einführen.“ Und zwar im November einen, im Dezember zwei und einen im Januar. Jedoch: „Das landet sicher wieder vor dem Oberlandesgericht“, so Karsten Wolter. Und das Oberlandesgericht habe bereits durchblicken lassen, dass es diese Öffnungen sehr kritisch sehe. Für Bad Berleburg bedeutet das nun: „Wir berufen uns nicht auf den Vorstoß des Gesundheitsministeriums.“ Ohnehin wäre es schwierig für die Verantwortlichen in der Odebornstadt, in ein paar Wochen etwas zu planen.

Keine verkaufsoffene Sonntage notwendig?

Gleichzeitig verwies Karsten Wolter auf die aktuelle Blitzumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) bei 104 heimischen Betrieben. Ob verkaufsoffene Sonntage notwendig seien, um den Konsum wieder anzukurbeln, verneinten immerhin 60,6 Prozent. Dass die Freude am Einkaufen wieder zunehmen werde, wenn Corona „gelockert“ werde – das verneinten ebenfalls 57,5 Prozent. Und dass die Mehrwertsteuersenkung eine Hilfe zur Belebung des Konsums sei, dazu sagten 74 Prozent „Nein“. Im Verein Markt und Tourismus sind übrigens 42 Einzelhändler und Händler Mitglied, 33 Betreiber von Ferienwohnungen, 19 Hoteliers, 13 Vereine, neun Gastronomen und Mitglieder anderer Bereiche.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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