SZ

"Zufall oder Fügung" neu aufgelegt
Geschichten, die an Wunder grenzen

Regina Hilgendorff, Robin Schmerer und Rolf Schmerer (v. l.) haben das Buch „Zufall oder Fügung?“ über die Kriegserlebnisse des früheren Bad Berleburger Bürgermeisters Adolf Schmerer neu aufgelegt.
  • Regina Hilgendorff, Robin Schmerer und Rolf Schmerer (v. l.) haben das Buch „Zufall oder Fügung?“ über die Kriegserlebnisse des früheren Bad Berleburger Bürgermeisters Adolf Schmerer neu aufgelegt.
  • Foto: lh
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

lh Bad Berleburg. „Am Anfang mussten wir den Papa dazu überreden, seine Geschichten nicht nur zu erzählen, sondern auch aufzuschreiben“, sagt Regina Hilgendorff und erinnert sich an die gemeinsame Zeit mit ihrem Vater zurück. Bevor Adolf Schmerer 1975 in Bad Berleburg zum Bürgermeister gewählt wurde und sich in seinen 25 Jahren Amtszeit um die Stadt und ganz Wittgenstein verdient gemacht hatte, gehörte auch er zu den Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg ihr Land verteidigen mussten.
Schon als kleiner Junge eifert er seinem älteren Bruder nach, der eine Laufbahn als Berufspilot absolviert hatte. Das Fliegen gehört immer zu seinen größten Träumen, bis Adolf Schmerer im Jahr 1939 als Freiwilliger zur Luftwaffe geht und als Pilot in einer Flugzeugführer-Schule arbeitet.

lh Bad Berleburg. „Am Anfang mussten wir den Papa dazu überreden, seine Geschichten nicht nur zu erzählen, sondern auch aufzuschreiben“, sagt Regina Hilgendorff und erinnert sich an die gemeinsame Zeit mit ihrem Vater zurück. Bevor Adolf Schmerer 1975 in Bad Berleburg zum Bürgermeister gewählt wurde und sich in seinen 25 Jahren Amtszeit um die Stadt und ganz Wittgenstein verdient gemacht hatte, gehörte auch er zu den Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg ihr Land verteidigen mussten.
Schon als kleiner Junge eifert er seinem älteren Bruder nach, der eine Laufbahn als Berufspilot absolviert hatte. Das Fliegen gehört immer zu seinen größten Träumen, bis Adolf Schmerer im Jahr 1939 als Freiwilliger zur Luftwaffe geht und als Pilot in einer Flugzeugführer-Schule arbeitet. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wird er zu einem Einsatz nach Breslau geschickt, bei dem er mit dem Flugzeug abgeschossen wird. Wie durch ein Wunder überlebt Adolf Schmerer den schweren Absturz und gerät in Breslau und später in Russland in Kriegsgefangenschaft, die er überlebt und nach der er nach Hause kommt.

Schmerer will den ehemaligen Soldaten helfen

In der Heimat kommt er über sein Amt als Berleburger Bürgermeister in Kontakt zu einem Blindenheim und kümmert sich um die Kriegsveteranen, die das Augenlicht, das Gehör oder verschiedene Gliedmaßen verloren haben. Er beginnt, seine Geschichten aufzuschreiben und seine Texte in Braille-Schrift für Taubblinde zu übersetzen, damit die Heimbewohner sie eigenständig lesen konnten. Sein Ziel: den ehemaligen Soldaten so gut wie möglich zu helfen und sie in ihrem Alltag zu unterstützen.
Dank seines selbstlosen Engagements erhält er 1982, auf Anregung der Kriegsveteranen, das Bundesverdienstkreuz am Bande und 1990 schließlich das Bundesverdienstkreuz erster Klasse. In den Nachkriegsjahren verbringt Adolf Schmerer viel Zeit mit der Frage, ob seine Erlebnisse und die Tatsache, dass er aus so vielen ausweglosen Situationen lebendig herausgekommen ist, nur Zufall oder Fügung waren. Heute ist klar: Für Adolf Schmerer waren seine Erlebnisse immer glückliche Fügungen und keine bloßen Zufälle.

Familie legt Buch neu auf

1997 entschließt er sich dazu, all seine Erlebnisse aus Krieg und Gefangenschaft aufzuschreiben und in einem Buch zu veröffentlichen. Die damalige Auflage war auf 2000 Exemplare fest begrenzt, sodass das Buch heute nicht mehr produziert und verkauft werden kann. Nach seinem Tod im Jahr 2005 wollte Adolf Schmerers Familie sein Werk fortsetzen und hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Buch neu aufzulegen, zu überarbeiten und damit der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen.
Sein jüngster Enkel Robin Schmerer war federführend an der Neuauflage beteiligt: Durch seine Arbeit im Vertrieb und Marketing eines Verlages in Frankfurt am Main hatte er bereits Erfahrungen im Verlagswesen und entwarf ein zeitgerechtes Design und einen modernen Satz für das Buch. Im Anschluss wurde es bei einem Online-Anbieter gedruckt, wodurch die Auflage nun immer flexibel angepasst und nachbestellt werden kann.

Persönliche Geschichten im Vordergrund

„Für das Buchcover haben wir tief in seinen Fotokisten gekramt“, erklärt Robin Schmerer. Zusätzlich zu seinen Texten wurde das Buch durch hochwertige Tuschezeichnungen von Hannes Limmer und ein Vorwort von Robin Schmerer ergänzt. Kleine Änderungen wie die Anpassung an die neue Rechtschreibung und eine eigene ISBN-Nummer haben jedoch keinerlei Auswirkungen auf die Botschaft und den Inhalt des Buches: Adolf Schmerer stellte nie die strategischen Kriegszüge und Manöver als Pilot in den Vordergrund, sondern legte viel Wert auf die persönlichen Beziehungen der Soldaten untereinander, das fröhliche Kennenlernen seiner Frau, die menschlichen Begegnungen zu russischen Zivilisten und Kommandanten während seiner Kriegsgefangenschaft sowie auf seine „Geschichten, die an Wunder grenzten“, fasst sein Sohn Rolf Schmerer zusammen.
Das Buch „Zufall oder Fügung?“ in seiner Neufassung ist ab sofort erhältlich und kann entweder online, im regionalen Buchhandel oder bei Regina Hilgendorff direkt erworben werden. Für die private Bestellung und Abholung wird um eine Anmeldung mit einer E-Mail an regina.schmerer@t-online.de oder unter Tel. (0 27 55) 4 96 bzw. (01 70) 2 11 47 56 gebeten.

Autor:

Lena Marie Heinrich aus Bad Laasphe

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r
Themenwelten
Die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo.

SZ+ informiert schnell und gut
Mit dem Frühlings-Abo drei Monate sparen

Der Frühling hat - kalendarisch- begonnen und die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo. Verlässliche Informationen trotz unruhiger Corona-LageIn diesem einmal mehr besonderen Jahr sehnen sich viele Menschen noch mehr nach den ersten Frühlingsboten. Ist doch mit den steigenden Temperaturen, den kräftiger werdenden Sonnenstrahlen und dem Aufblühen der Natur im zweiten Jahr der Corona-Pandemie noch mehr Hoffnung verbunden als...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen