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Projekt startet in Bad Berleburg
Goetheplatz wird ab April umgestaltet

Der Goetheplatz in Bad Berleburg wird wohl ab April umfangreich umgestaltet. Nicht alle Bürger und Politiker sind mit den Plänen zufrieden, aber die große Mehrheit steht. Foto: Archiv
  • Der Goetheplatz in Bad Berleburg wird wohl ab April umfangreich umgestaltet. Nicht alle Bürger und Politiker sind mit den Plänen zufrieden, aber die große Mehrheit steht. Foto: Archiv
  • hochgeladen von Björn Weyand (Redakteur)

vö Bad Berleburg. Diese Baumaßnahme wird die Bad Berleburger Oberstadt nachhaltig verändern: Der Ausschuss für Bauen, Planen, Wohnen und Umwelt sprach sich in seiner Sitzung am Dienstagabend mit großer Mehrheit für die Neugestaltung des Goetheplatzes aus, die noch in diesem Jahr umgesetzt werden soll. Karl-Heinrich Sonneborn (SPD), Jürgen Weber (UWG) und Dr. Felix Riedel (Grüne) votierten dagegen. „Dass wir mit unserer Beschlusslage nicht alle Interessen berücksichtigen konnten, war klar“, sagte Beigeordneter Volker Sonneborn eingangs der Diskussion. Es sei keine leichte Aufgabe gewesen, die unterschiedlichen Interessen und die schwierige Topographie unter einen Hut zu bekommen.

Bad Berleburg. Diese Baumaßnahme wird die Bad Berleburger Oberstadt nachhaltig verändern: Der Ausschuss für Bauen, Planen, Wohnen und Umwelt sprach sich in seiner Sitzung am Dienstagabend mit großer Mehrheit für die Neugestaltung des Goetheplatzes aus, die noch in diesem Jahr umgesetzt werden soll. Karl-Heinrich Sonneborn (SPD), Jürgen Weber (UWG) und Dr. Felix Riedel (Grüne) votierten dagegen. „Dass wir mit unserer Beschlusslage nicht alle Interessen berücksichtigen konnten, war klar“, sagte Beigeordneter Volker Sonneborn eingangs der Diskussion. Es sei keine leichte Aufgabe gewesen, die unterschiedlichen Interessen und die schwierige Topographie unter einen Hut zu bekommen. Drei Zielsetzungen habe man mit dem Projekt erreichen wollen – und werde das auch schaffen: Dass die Grundform des Platzes erhalten bleibe, dass die Verkehrsführung ähnlich wie bisher laufe und dass der Verkehrsraum generell beruhigt werde.

Sascha Bäcker vom Ingenieurbüro Schmidt, das den Zuschlag für die Ausführungsplanung erhalten hat, skizzierte das Vorhaben im Detail – und stellte einige Eckpunkte besonders heraus. Der Brunnen mit seinen beleuchteten Wasserfontänen werde von vier Linden eingefasst, das Denkmal erhalte wiederum eine Eiche. Barrierefreiheit bedeute am Goetheplatz künftig, dass sowohl geh- als auch sehbehinderte Menschen in der Planung berücksichtigt würden. Das gelte nicht zuletzt für die Haltestelle mit Querungsmöglichkeit zum Schloss. Beim Denkmal komme man aufgrund des maroden Fundamentes nicht umhin, die Konstruktion rückzubauen, zu reinigen und neu aufzubauen. Der Planer kündigte an, das regelmäßige Baustellentermine und Anwohnergespräche stattfänden. Die Gesamtkosten – inklusive Baunebenkosten – bezifferte Sascha Bäcker auf 1,133 Mill. Euro. In drei Phasen solle das Projekt von April bis Dezember 2020 umgesetzt werden, „wobei das natürlich auch von der Witterung abhängt“.

Werner Wegener (CDU) räumte ein, dass alle Bemühungen zu einer etwas längeren Planungsphase geführt hätten. Letztlich sei es das Instrument des Bürgerrates gewesen, das die Fronten aufgelöst und zu einem „sehr guten Kompromiss“ geführt habe. Allerdings werde es aber auch Menschen geben, deren Meinung man mit der Entscheidung nicht abbilden könne. Das Projekt werde aber Bad Berleburg viel Freude bereiten. Zwei Vorschläge der Christdemokraten stießen im Ausschuss auf Zustimmung. Zum einen solle, so Werner Wegener, die erlaubte Parkdauer im Sinne der Gastronomie auf drei Stunden erweitert werden, zum anderen solle die Citybus-Linie im Sinne aller Beteiligten nicht am Goetheplatz wenden. Dr. Felix Riedel (Grüne) fürchtete Probleme in der Bewässerung der Bäume. Und Heiner Trapp (FDP) wollte sichergestellt haben, dass mögliche historische Funde im Erdreich auch erhalten blieben.

Scharfe Kritik an der Umsetzung des Projektes äußerte Jürgen Weber (UWG): Der historische Goetheplatz werde unwiderruflich zerstört, die Pflanzung von fünf neuen Bäumen sei nur Alibi - zumal zuvor elf Bäume gefällt worden seien. Daran reiche der Ersatz gestalterisch nicht heran und von ökologischer Nachhaltigkeit könne auch nicht die Rede sein. Es sei eine vertane Chance im Sinne der Nachhaltigkeit. Auch verkehrstechnisch würden die Probleme nicht gelöst, prognostizierte Jürgen Weber. Die Schwierigkeiten würden lediglich verlagert – auf die Anwohner in der Schloßstraße, der Parkstraße und Hochstraße. „Zu wenig Bäume, zu hohe Kosten – schade um das viele Geld“, argumentierte Karl-Heinrich Sonneborn (SPD), der sein Nein kurz und knapp begründete: „Der neue Goetheplatz ist nicht mein Ding.“

Damit stand er aber auf SPD-Seite allein auf weiter Flur. Otto Marburger (SPD) bedankte sich bei allen Kritikern und Fürsprechern, die letztlich ihren Anteil an der jetzt gefundenen Lösung hätten. „Es war einfach ein schwieriges Projekt.“ Er wisse allerdings nicht so genau, warum fünf Bäume nicht ähnlich nachhaltig sein könnten wie elf Bäume, so der Schwarzenauer: „Wir haben auch in der Umgebung genug Bäume und können weitere pflanzen.“ CDU-Fraktionschef Eberhard Friedrich war es wichtig, dass es auf der Ostseite des Goetheplatzes in Zukunft keine Alternativstraße mehr gebe. Und: „Wir werden an einer Parkraumbewirtschaftung nicht vorbei kommen. Es muss eine Regelung entstehen.“

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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