SZ

Bad Berleburg
Gravierende Fehler bei Montage der Photovoltaik-Anlagen

Mit Photovoltaik-Anlagen lässt sich zum einen ökologisch Strom produzieren, zum anderen natürlich auch Geld verdienen. Das setzt allerdings voraus, dass handwerklich sauber gearbeitet wird.
  • Mit Photovoltaik-Anlagen lässt sich zum einen ökologisch Strom produzieren, zum anderen natürlich auch Geld verdienen. Das setzt allerdings voraus, dass handwerklich sauber gearbeitet wird.
  • Foto: Pixabay (Symbolbild)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

vö Bad Berleburg. Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Bad Berleburger Stadtrat hatte in der Thematik hartnäckig gebohrt. Die Partei wunderte sich darüber, dass die Informationspolitik der Stadt in Sachen Photovoltaik auf den Dächern der Grundschule Aue-Wingeshausen und der ehemaligen Salzmann-Schule – vorsichtig formuliert – ziemlich defensiv stattfand. Konkret wünschte sich die Öko-Partei mehr Transparenz bei den Zahlen. Und moniert wurde außerdem, dass in einem Fall der Zähler für die produzierten Kilowattstunden Strom völlig fehlte, im anderen Fall die Anzeige schlichtweg nicht funktionierte .
Pleite von „Profitsolar“ lässt Fragen offen
Die Stadtverwaltung reagierte – und beantwortete die Anfrage im zuständigen Fachausschuss.

Bad Berleburg. Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Bad Berleburger Stadtrat hatte in der Thematik hartnäckig gebohrt. Die Partei wunderte sich darüber, dass die Informationspolitik der Stadt in Sachen Photovoltaik auf den Dächern der Grundschule Aue-Wingeshausen und der ehemaligen Salzmann-Schule – vorsichtig formuliert – ziemlich defensiv stattfand. Konkret wünschte sich die Öko-Partei mehr Transparenz bei den Zahlen. Und moniert wurde außerdem, dass in einem Fall der Zähler für die produzierten Kilowattstunden Strom völlig fehlte, im anderen Fall die Anzeige schlichtweg nicht funktionierte .

Pleite von „Profitsolar“ lässt Fragen offen

Die Stadtverwaltung reagierte – und beantwortete die Anfrage im zuständigen Fachausschuss. Zumindest eine Anzeige funktioniere wieder, die zweite sei vom Betreiber abmontiert worden, ohne Angabe von Gründen. Außerdem ließ die Stadt durchblicken, dass der damalige Investor – und Ideengeber für die Bürgersolar-Anlagen – bereits vor gut fünf Jahren in die Insolvenz gegangen sei und die Kommune dann auf die Suche nach einer anderen Variante gegangen sei. Soll heißen: Die beiden Anlagen werden nach SZ-Informationen von einem ehrenamtlichen Vorstands-Team betreut und die Zahlen übermittelt ein örtliches Steuerberatungsbüro in das Bad Berleburger Rathaus. Viel mehr wollte die Verwaltung aber nicht verraten.

Frühere Firma "Profitsolar" hinterlässt wohl viele Baustellen

Warum eigentlich nicht? Denn: Die Fehler zu Beginn des Projektes passierten nicht im Rathaus, sondern bei der Projektfirma. Und: Die Kommune kam überhaupt nicht umhin, das Projekt seinerzeit öffentlich auszuschreiben und dem günstigsten Anbieter den Zuschlag zu erteilen. Ein Insider verriet der SZ, dass die frühere Firma „Profitsolar“ neben Bad Berleburg „weitere große Baustellen mindestens in Hilchenbach, Burbach und Neunkirchen“ hinterlassen habe. Einer der Geschäftspartner sei technisch hinten und vorne überfordert gewesen, der andere sei eine „bekannte schillernde Figur“ in der Branche gewesen.
Auf diesem Weg kann eine gute Idee zum Ausbau regenerativer Energien schnell zum Problem werden, die Aussicht auf grünen Strom auf öffentlichen Gebäuden zum wirtschaftlichen Risiko.
Im Fall Bad Berleburg war es offenbar so, dass nach Bekanntwerden der „Profitsolar“-Pleite ein heimischer Fachbetrieb nachbessern und technisch die Dinge auf Vordermann bringen musste. Dass zumindest auf dem Dach der früheren Salzmann-Schule für die Bürger unter dem Strich nicht jene Erträge herauskämen, die prognostiziert worden seien, liege auf der Hand, verrät ein Fachmann im SZ-Gespräch: „Die Module dort haben schon nach einem Jahr 15 Prozent ihrer Leistung eingebüßt. Wer sich mit der Thematik beschäftigt hat, hätte dies eigentlich wissen müssen.“

Gravierende handwerkliche Fehler auf dem "Stöppel"

Hinzu gekommen seien gravierende handwerkliche Fehler. Die Module am Bad Berleburger „Stöppel“ seien weder richtig zur Sonne ausgerichtet, noch entsprechend aufgestellt. Dafür benötige man kein Studium, sondern nur gesunden Menschenverstand. Glücklicherweise sei die Montage in Aue-Wingeshausen eine bessere gewesen.
Fakt ist, dass die Stadt Bad Berleburg als nachhaltigste Kleinstadt Deutschlands das Thema erneuerbare Energien in Zukunft weiter forcieren will – Photovoltaik ist ein Baustein davon. Dies hatte Bürgermeister Bernd Fuhrmann jüngst im SZ-Jahresinterview bekräftigt. Dass die Kommune die Regie mehr selbst in die Hand nehmen will, ist kein Geheimnis. Und eine langjährige Forderung der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

7 folgen diesem Profil
Themenwelten
Die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo.

SZ+ informiert schnell und gut
Mit dem Frühlings-Abo drei Monate sparen

Der Frühling hat - kalendarisch- begonnen und die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo. Verlässliche Informationen trotz unruhiger Corona-LageIn diesem einmal mehr besonderen Jahr sehnen sich viele Menschen noch mehr nach den ersten Frühlingsboten. Ist doch mit den steigenden Temperaturen, den kräftiger werdenden Sonnenstrahlen und dem Aufblühen der Natur im zweiten Jahr der Corona-Pandemie noch mehr Hoffnung verbunden als...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen