Griff an die Brust: 51-Jähriger soll ärztlich untersucht werden

Behinderter Mann wäre sonst im Gefängnis gelandet

howe Bad Berleburg. Es scheint am guten Geist des Hauses zu liegen: Was Amtsgerichtsdirektor Hans-Jürgen Niediek über viele Jahre auszeichnete, führte Richter Torsten Hoffmann gestern fort: Er bewies eine Menge Fingerspitzengefühl. Die Angelegenheit war wahrlich nicht einfach, denn auf der Anklagebank nahm ein 51-jähriger Mann aus einer Einrichtung für alte und behinderte Menschen Platz. Ein wenig teilnahmslos und gar nicht so recht aufnahmefähig schien der Angeklagte.

Zur Last legte ihm Staatsanwalt Wolfgang Nau, er habe von September bis November vorigen Jahres eine Mitbewohnerin mehrfach sexuell belästigt. Er habe ihr an die Brust gepackt und sie mit diversen Äußerungen in der Ehre verletzt. »Ja, ich habe ihr an die Brust gepackt«, gab der Angeklagte unumwunden zu – auf Rat seines Verteidigers Reinold Ostermann, versteht sich. Der Anwalt gab auch gleich eine Begründung für das Verhalten seines Mandanten: Eine Veränderung vor den Taten durch medikamentöse Umstellungen. Ein auf den Hormonhaushalt wirkendes Medikament sei abgesetzt worden. Das schien der Leiter der Einrichtung gestern etwas anders zu sehen: »Das Verhalten hat sich reduziert aber nicht aufgehört.« Erst am vorigen Samstag sei eine Bewohnerin auf ihn zu gekommen, so der Heimleiter, und habe berichtet, der Beschuldigte habe mit entblößtem Geschlechtsteil vor ihr gestanden. Die Thematik der Medikamenten-Reduzierung habe im Raum gestanden. Der behandelnde Arzt sei aber der Ansicht gewesen, dass diese Maßnahme keinen Einfluss auf das Verhalten des 51-Jährigen habe.

Staatsanwalt Wolfgang Nau stellte den Antrag, ein Gutachten anfertigen zu lassen. Eines, das Aussagen darüber trifft, ob der Angeklagte schuldfähig ist oder nicht. »Ich habe Bedenken, ihn hier verurteilen zu lassen.« Das sah Torsten Hoffmann genauso. Der Angeklagte wäre sonst im Gefängnis gelandet. Während die Bezugsbetreuerin aus verständlichen Gründen nicht aussagen wollte, erteilte der gesetzliche Betreuer die Erlaubnis, den Gutachter von dessen ärztlicher Schweigepflicht zu entbinden.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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