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Anfrage im Kreistag zum Tractor Pulling
Grüne kritisieren „erhebliche Mengen Dieselruß“

Das Tractor Pulling in Berghausen ist bei der Bevölkerung überaus beliebt. Nicht so bei Bündnis 90/Die Grünen. Die Kreistagsfraktion spricht von „Gefährdungen und Schädigungen“ und stellte einige kritische Fragen. Archivfoto: aber
  • Das Tractor Pulling in Berghausen ist bei der Bevölkerung überaus beliebt. Nicht so bei Bündnis 90/Die Grünen. Die Kreistagsfraktion spricht von „Gefährdungen und Schädigungen“ und stellte einige kritische Fragen. Archivfoto: aber
  • hochgeladen von Holger Weber (Redakteur)

howe Berghausen. Eigentlich war es eine Frage der Zeit, wann die ersten Kritiker kommen und das monieren, was am 17. und 18. August auf der großen Wiese beim Berghäuser Sportplatz vonstatten ging – ein Spektakel, das Kinder und Erwachsene vor Begeisterung von den Sitzen riss, das die Massen anlockte und das sich jetzt rechtfertigen muss. Nicht die Veranstalter, sondern der Kreis Siegen-Wittgenstein. Der hat nämlich jüngst die vier Fragen von Bündnis 90/Die Grünen beantwortet. Die Kreistagsfraktion der Umweltpartei spricht von „Gefährdungen und Schädigungen“, die das Tractor Pulling ausgelöst habe. Schließlich finde die Veranstaltung unmittelbar neben der Eder, angrenzend an das FFH-Gebiet, statt.

howe Berghausen. Eigentlich war es eine Frage der Zeit, wann die ersten Kritiker kommen und das monieren, was am 17. und 18. August auf der großen Wiese beim Berghäuser Sportplatz vonstatten ging – ein Spektakel, das Kinder und Erwachsene vor Begeisterung von den Sitzen riss, das die Massen anlockte und das sich jetzt rechtfertigen muss. Nicht die Veranstalter, sondern der Kreis Siegen-Wittgenstein. Der hat nämlich jüngst die vier Fragen von Bündnis 90/Die Grünen beantwortet. Die Kreistagsfraktion der Umweltpartei spricht von „Gefährdungen und Schädigungen“, die das Tractor Pulling ausgelöst habe. Schließlich finde die Veranstaltung unmittelbar neben der Eder, angrenzend an das FFH-Gebiet, statt.

„Es sind wassergefährliche Substanzen in erheblichem Umfang beteiligt“, sagen die Grünen und zählen auf: Diesel, Benzin, Mineralöle und andere Treibstoffgemische, die durch auffällige Leckagen sowohl von den Traktoren und Boliden sowie deren Ersatztanks austreten könnten. Auch von den Parkplätzen auf der Wiese könnten die Stoffe in die Umwelt und an die Wasseroberfläche gelangen. Überdies, so argumentieren die Grünen, würden „erhebliche Mengen Dieselruß und Ruß“ aus anderen Treibstoffmischungen ausgestoßen, die durch das Tal zögen.

„Ein Fahrzeug wurde sogar Smoking Devil benannt, um die Eigenschaft des Schadstoffausstoßes zum Werbeträger umzuwerten.“ Augenzeugen könnten belegen, dass Rauchwolken nach jeder Fahrt auftreten würden, über die Tribünen zögen und dann minutenlang über dem Tal im Wohngebiet hingen. Außerdem werde „ohrenbetäubender Lärm von allen Beobachtern dokumentiert und in der Zeitung regelrecht beworben“, schreiben die Grünen. Die Hörweite allein der Ansagen erreiche Wemlighausen. Hörschäden für Besucher und insbesondere Kinder seien ebenso wenig ausgeschlossen wie Schäden für die benachbarten und umliegenden Naturschutz- und FFH-Gebiete.

Die Grünen konkretisieren nun ihre Anfrage an Landrat Andreas Müller und wollen wissen: Hat die Untere Naturschutzbehörde (UNB) das Tractor Pulling in Berghausen genehmigt? Wenn ja, wurde die FFH-Verträglichkeit geprüft und welche Auflagen wurden von Seiten der UNB oder auch der Wasserbehörde oder Immissionsschutzbehörde erteilt? Wie wurden die Auflagen kontrolliert und welche Verletzungen wurden festgestellt? Welche Vorbereitungen trifft die UNB für eine Überprüfung des Traktorpullings?

Die Kreisverwaltung hat die Fragen der Grünen beantwortet. Sie sind der Drucksache 212 als Ergänzung beigefügt, sodass sich der Umweltausschuss in seiner Sitzung am kommenden Montag, 9. September (17 Uhr im Kreishaus), damit befassen kann. Seit 2017 beantrage ein Verein die Genehmigung für das Tractor Pulling, erläutert Arno Wied als Dezernent für Bauen, Umwelt und Wirtschaft des Kreises. Stadt, Untere Naturschutzbehörde und Wasserbehörde seien in diesem Verfahren einbezogen. Die Untere Immissionsschutzbehörde sei ebenfalls – und zwar von der Stadtverwaltung – beteiligt worden. „Die Prüfung hatte damals ergeben, dass diesbezüglich kein Handlungsbedarf zu erkennen war.“

Festgestellt werden könne auch, dass zu der Veranstaltung bei der Immissionsschutzbehörde bislang keine Beschwerden über Lärm, Gerüche oder Luftverunreinigungen eingegangen seien. Die für die Durchführung der Veranstaltung beantragten Grundstücke lägen innerhalb des Geltungsbereiches des Landschaftsplanes Bad Berleburg. Auf Antrag könne die UNB von den Verboten für das Landschaftssschutzgebiet eine Ausnahme zulassen, wenn die beabsichtigte Handlung den Schutzzweck nicht beeinträchtige. „Die zuletzt im Februar 2019 erteilte naturschutzrechtliche Genehmigung erfolgte in vorheriger enger Abstimmung mit der Unteren Wasserbehörde und enthält insgesamt 19 Auflagen“, so die Kreisverwaltung.

Hierzu gehörten Auflagen zur Eingriffsvermeidung und zum Ausschluss von Beeinträchtigungen auf das FFH- und Naturschutzgebiet, Begrenzungen des Veranstaltungsgeländes, einzuhaltende Mindestabstände zum Gewässer und FFH-Gebiet „Eder“, Auflagen zum Ausschluss des Austretens von umweltgefährdenden Stoffen und Abwässern sowie Verpflichtungen zur Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands der Wettkampfbahn nach dem Veranstaltungsende. Die Genehmigung enthalte ebenfalls Auflagen zu Dokumentationspflichten des Antragstellers gegenüber der Kreisverwaltung.

Und im Schlusssatz: „Die getroffenen Auflagen sind geeignet und erforderlich, um die Vereinbarkeit der Handlung mit dem Schutzzweck des Landschaftsschutzgebietes zu gewährleisten und Beeinträchtigungen auszuschließen.“ Am 2. September sei eine Kontrolle vor Ort durch die UNB erfolgt. „Abweichungen von den Auflagen konnten nicht festgestellt werden.“

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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