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Diskussion um Einbahnstraßen-Lösung
Grüne wollen Autos aus Bad Berleburg drängen

Nach Einschätzung einiger Kommunalpolitiker fahren in der Bad Berleburger Innenstadt zu viele Autos. Die Kommune plant für diesen Bereich eine Verkehrsuntersuchung in Form eines Mobilitätskonzeptes.
  • Nach Einschätzung einiger Kommunalpolitiker fahren in der Bad Berleburger Innenstadt zu viele Autos. Die Kommune plant für diesen Bereich eine Verkehrsuntersuchung in Form eines Mobilitätskonzeptes.
  • Foto: Martin Völkel (Archiv)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

vö Bad Berleburg. Wird sich die Verkehrsführung in der Bad Berleburger Stadtmitte grundlegend verändern oder wird nur an einzelnen Stellschrauben gedreht? Diese Fragestellung wurde am Dienstagabend im Ausschuss für Bauen, Planen, Wohnen und Umwelt zumindest andiskutiert. Die SPD-Fraktion war mit ihrem Antrag, das Thema Einbahnstraße neu zu überdenken (die Siegener Zeitung berichtete), in die Offensive gegangen. „Wir sind uns doch einig, dass wir etwas tun müssen“, sagte Bernd Weide (SPD).
Ein echter Radweg für Bad Berleburg?
Es habe vor gut zwei Jahrzehnten gute Gründe gegeben, warum man auf die Einbahn-Lösung mit beiden Hauptverkehrsadern verzichtet habe, argumentierte der Sozialdemokrat. Nur: „Die Zeiten haben sich geändert.

Bad Berleburg. Wird sich die Verkehrsführung in der Bad Berleburger Stadtmitte grundlegend verändern oder wird nur an einzelnen Stellschrauben gedreht? Diese Fragestellung wurde am Dienstagabend im Ausschuss für Bauen, Planen, Wohnen und Umwelt zumindest andiskutiert. Die SPD-Fraktion war mit ihrem Antrag, das Thema Einbahnstraße neu zu überdenken (die Siegener Zeitung berichtete), in die Offensive gegangen. „Wir sind uns doch einig, dass wir etwas tun müssen“, sagte Bernd Weide (SPD).

Ein echter Radweg für Bad Berleburg?

Es habe vor gut zwei Jahrzehnten gute Gründe gegeben, warum man auf die Einbahn-Lösung mit beiden Hauptverkehrsadern verzichtet habe, argumentierte der Sozialdemokrat. Nur: „Die Zeiten haben sich geändert.“ Beispielsweise müsse man über einen echten Radweg in der Kernstadt nachdenken. Der Ausschussvorsitzende Martin Schneider (CDU) wollte den SPD-Vorstoß nicht vom Tisch wischen, gab sich aber noch zurückhaltend: Ob es richtig sei, den gesamten Verkehr auf zwei Spuren zu konzentrieren, müsse sich noch zeigen.

Einbahnstraßenreglung für Bad Berleburg wird geprüft

Die Verwaltung bezog in einer Stellungnahme klar Position: Vor dem Ausbau der Entlastungsstraße – also Bahnhof-, Schul- und Limburgstraße – in den Jahren 2022 und 2023 werde eine Verkehrsuntersuchung in Form eines Mobilitätskonzeptes durchgeführt. In diesem Rahmen könnten nochmals Vor- und Nachteile einer Einbahnstraßenregelung berücksichtigt werden – auf Grundlage eines Gutachter-Ergebnisses aus dem Jahr 1998. Seinerzeit nahm die Kommune Abstand von der Einbahnstraßen-Idee, weil man eine 30-prozentige Steigerung des sogenannten Suchverkehrs befürchtete. Ein selbstständig geführter Radweg über die Poststraße wurde deshalb nicht realisiert, weil vor gut zwei Jahrzehnten den Kurzzeit-Parkzonen vor den Geschäften und der Aufenthaltsqualität rund um die Läden Vorrang eingeräumt wurde.

Grüne wollen Autos aus Bad Berleburg drängen

Susanne Bald (Grüne) freute sich über die ganzheitliche Betrachtung der Thematik. Sie beobachte seit geraumer Zeit „schrecklich viele Autos in der Innenstadt“. Zielsetzung müsse es sein, schwächeren Verkehrsteilnehmern mehr Raum zu geben. „Auch wenn das jetzt als Frevel erscheinen mag: Wir müssen es schaffen, die Autos aus der Stadt zu drängen.“

Diese Idee ist keine Einbahnstraße

Der CDU-Antrag, den Ausbau-Stillstand in Sachen Straßen zu beenden, bekam eine neue Komponente. Baudezernent Christoph Koch erklärte, dass es aktuelle Informationen aus Düsseldorf gebe, nach denen auch die sogenannten Ablösevereinbarungen wieder Thema werden könnten. Eine Praxis, mit der die Stadt Bad Berleburg ihre Projekte vor der KAG-Diskussion erfolgreich umsetzte.

„Aber das müssen wir erst noch prüfen und bewerten.“ Werner Wegener machte für die CDU deutlich, dass seine Partei in der Sache hartnäckig bleiben werde und die Abwarte-Taktik nicht mitgehe: „Wenn weiter gewartet wird, kann das nur dazu führen, dass über Jahre in dieser Stadt keine Ausbaumaßnahmen stattfinden. Das würde unsere Infrastruktur zerstören.“

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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