SZ-Plus

Diskussion in Bad Berleburg
Grüne wollen Kriegerplatz umbenennen

Der Festplatz am Sengelsberg soll nach dem Willen der Grünen nicht mehr Kriegerplatz heißen.
  • Der Festplatz am Sengelsberg soll nach dem Willen der Grünen nicht mehr Kriegerplatz heißen.
  • Foto: Martin Völkel
  • hochgeladen von Martin Völkel (Redakteur)

vö Bad Berleburg. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass dieser Vorstoß nicht allen Berleburgern gefallen wird. Doch wenn die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen gleich zu Beginn der neuen Legislaturperiode mal ein ordentliches Fass aufmachen wollte, dann ist dies durchaus gelungen: Die Ökopartei will politisch einen „zukünftigen Verzicht auf die informelle Ortsbezeichnung Kriegerplatz“ durchsetzen. Genau diese Forderung ist Inhalt eines Antrages zur nächsten Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planen, Wohnen und Umwelt am Dienstag, 15. Dezember (18 Uhr im Bürgerhaus).
Konkret bedeutet das nichts anderes als die Abschaffung des Namens Kriegerplatz für den wunderschönen Festplatz auf dem Sengelsberg. Es solle für diesen Ort ein anderer geeigneter Name gefunden werden.

Bad Berleburg. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass dieser Vorstoß nicht allen Berleburgern gefallen wird. Doch wenn die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen gleich zu Beginn der neuen Legislaturperiode mal ein ordentliches Fass aufmachen wollte, dann ist dies durchaus gelungen: Die Ökopartei will politisch einen „zukünftigen Verzicht auf die informelle Ortsbezeichnung Kriegerplatz“ durchsetzen. Genau diese Forderung ist Inhalt eines Antrages zur nächsten Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planen, Wohnen und Umwelt am Dienstag, 15. Dezember (18 Uhr im Bürgerhaus).
Konkret bedeutet das nichts anderes als die Abschaffung des Namens Kriegerplatz für den wunderschönen Festplatz auf dem Sengelsberg. Es solle für diesen Ort ein anderer geeigneter Name gefunden werden. Die spannende Frage dahinter: Welche Motivation treibt die Grünen an? „Für den Festplatz der Kyffhäuser Kameradschaft auf dem Sengelsberg wird seit langer Zeit von der Stadtgesellschaft der Trivialname Kriegerplatz benutzt. Die militärische Prägung dieses Namens wurde zuletzt in einer Sitzung des Bauausschusses im August dieses Jahres im Zusammenhang mit dem Städtebauförderungsprojekt ,Gemeinschaftszentrum am Sengelsberg’ diskutiert und problematisiert. Nach wie vor finden wir diese brauchtümliche Ortsbezeichnung – entstammend einer Zeit des Monarchismus, des ausgeprägten Militarismus und chauvinistischen Nationalismus – unserer heute demokratischen und friedlichen Stadt unangemessen, zumal auf dem Sengelsberg ein öffentlich gefördertes und von Jung und Alt belebtes städtisches Gemeinschaftsprojekt mit örtlichen Vereinen entstehen soll.“ Sicherlich lasse sich unter den Beteiligten eine angemessene Bezeichnung der Örtlichkeit finden. Die Grünen schlügen als Kontrapunkt den Namen „Friedensplatz“ vor, heißt es in dem von Fraktionssprecherin Susanne Bald unterzeichneten Schreiben abschließend.
„Ich gebe mir immer Mühe die Dinge zu verstehen – aber alles muss man ja nicht verstehen“, sagte Stefan Linde, 1. Vorsitzender der Kyffhäuser Kameradschaft Berleburg, in einer ersten Reaktion. Als Kriegerplatz sei das Festgelände weit über die Grenzen Bad Berleburgs hinaus bekannt. Und weiter: „Wenn die Bezeichnung so nicht mehr passen soll, dann haben wir in Zukunft noch einige Namensänderungen vor uns.“ Was er persönlich äußerst schade finde, sei die Tatsache, dass er aus den Reihen der Grünen noch nicht einen Vertreter persönlich auf dem Sengelsberg habe begrüßen können. Dann hätte man sich im Gespräch über die Dinge austauschen können – den jetzt gewählten Weg halte er „zumindest für ungewöhnlich“. Er könne dem Antragsteller nur empfehlen, sich mit der Historie der Kyffhäuser Kameradschaft zu beschäftigen – die reiche nämlich deutlich über die Zeiten des Ersten und Zweiten Weltkrieges hinaus zurück. Er könne nur so viel sagen, dass ein junges und engagiertes Vorstands-Team auf dem Sengelsberg in den vergangenen Jahren viel bewegt habe – und auch in Zukunft bewegen wolle.
Die Kyffhäuser Kameradschaft habe das Corona-Jahr – trotz der nur zwei Vermietungen – bislang ohne staatliche Hilfen überstanden. Die Investitionen seien auf null zurückgefahren worden.

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

4 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen