Haferkisten-Dieb kam mit Fahrrad und Sackkarre

Bad Laaspher wurde zu 600 E Geldstrafe verurteilt

Bad Berleburg. Nein, wie ein professioneller Einbruch sah das nicht aus. Wer sich mit Fahrrad und Sackkarre auf Diebestour begibt und sich dabei noch jede Menge Zeit lässt, der muss zwangsläufig damit rechnen, auf frischer Tat ertappt zu werden. So geschehen im August vergangenen Jahres am ehemaligen Hotel. Haferkiste zwischen Bad Laasphe und Saßmannshausen. Zum wiederholten Male war der einstige Gastronomiebetrieb Ziel ungebetener Besucher.

In diesem Fall stellte sich der Täter allerdings etwas zu ungeschickt an. Der fand sich jetzt auf der Anklagebank des Bad Berleburger Amtsgerichtes wieder. Ein vom Leben nicht gerade verwöhnter 49-jähriger Bad Laaspher, der seit 15 Jahren arbeitslos ist und an der Parkinson-Krankheit leidet. Dennoch gebe ihm dies nicht das Recht, »diese Benachteiligung mit anderen Menschen abzurechnen«, fand Amtsgerichtsdirektor Hans-Jürgen Niediek.

An einem warmen Sommertag im August 2002 hatte der gelernte Stahlbauschlosser sein Fahrrad samt Sackkarre hinter der Haferkiste abgestellt. Danach war er durch den Fenster in das Gebäude eingestiegen, um diverse Dinge aus dem Inventar des einst beliebten Restaurants zum Abtransport bereitzustellen. So die Darstellung von Staatsanwalt Wolfgang Nau in seiner Anklageschrift. Pech für den 49-Jährigen, dass ein Friedensdorfer, der sich im Auftrag der Besitzerin seit Jahren um das Anwesen kümmert, just zu seinem Zeitpunkt in der Haferkiste nach dem Rechten sehen wollte. Der 50-Jährige, der jetzt vor Gericht als Zeuge auftrat, entdeckte das Fahrrad, bemerkte die eingeschlagene Fensterscheibe und »hatte ein komisches Gefühl«.

Er alamierte die Polizei, die den Angeklagten in den Räumlichkeiten stellte. Der erklärte auf Anfrage, dass er nur angehalten habe, um Kirschen zu pflücken. Erst zu diesem Zeitpunkt sei er auf das bereits eingeschlagene Fenster aufmerksam geworden, um dann in das Gebäusde einzusteigen. »Aber nur, weil ich neugierig bin«, gab der Bad Laaspher zu Protokoll. Aus den zum Abtransport bereitgestellten Taschen könne er sich keinen Reim machen, so der Angeklagte.

Eine Version, »die hier im Gerichtssaal niemand glaubt«, unterstrich Staatsanwalt Wolfgang Nau. Er beantragte demnach wegen versuchten Diebstahls eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen à zehn e. So fiel letztlich auch das Urteil von Richter Hans-Jürgen Niediek aus, der von einer Tat sprach, »die überhaupt nicht zu diskutieren ist«. Ganz im Gegenteil. Der Amtsgerichtsdirektor befürchtete, dass der Angeklagte »böse Wege geht, wenn sich diese Dinge wiederholen«.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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