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Düsteres Bild vom Berleburger Stadtwald
Hauptausschuss ruft den Klimanotstand aus

Klaus Daum vom Landesbetrieb Wald und Holz zeichnete am Donnerstagabend ein düsteres Bild vom Bad Berleburger Stadtwald. So düster, dass der Hauptausschuss empfahl, den Klimanotstand auszurufen. Foto: Archiv
  • Klaus Daum vom Landesbetrieb Wald und Holz zeichnete am Donnerstagabend ein düsteres Bild vom Bad Berleburger Stadtwald. So düster, dass der Hauptausschuss empfahl, den Klimanotstand auszurufen. Foto: Archiv
  • hochgeladen von Björn Weyand (Redakteur)

howe Bad Berleburg. Klaus Daum vom Landesbetrieb Wald und Holz zeichnete am Donnerstagabend ein düsteres Bild vom Bad Berleburger Stadtwald. So düster, dass die Verwaltung einen Beschlussvorschlag einbrachte, der zunächst einmal nach einer kurzen Sitzungsunterbrechung in den Fraktionen beraten werden musste. Am Ende stimmte der Haupt- und Finanzausschuss einstimmig bei einer Enthaltung dafür, den Klimanotstand auszurufen – so, wie es die Verwaltung um den Hauptausschussvorsitzenden, Bürgermeister Bernd Fuhrmann, angesichts der dramatischen Situation um den Wald vorgeschlagen hatte. Allerdings, und darauf legte Bernd Fuhrmann besonderen Wert, soll der Klimanotstand eben nicht nur ausgerufen werden.

howe Bad Berleburg. Klaus Daum vom Landesbetrieb Wald und Holz zeichnete am Donnerstagabend ein düsteres Bild vom Bad Berleburger Stadtwald. So düster, dass die Verwaltung einen Beschlussvorschlag einbrachte, der zunächst einmal nach einer kurzen Sitzungsunterbrechung in den Fraktionen beraten werden musste. Am Ende stimmte der Haupt- und Finanzausschuss einstimmig bei einer Enthaltung dafür, den Klimanotstand auszurufen – so, wie es die Verwaltung um den Hauptausschussvorsitzenden, Bürgermeister Bernd Fuhrmann, angesichts der dramatischen Situation um den Wald vorgeschlagen hatte. Allerdings, und darauf legte Bernd Fuhrmann besonderen Wert, soll der Klimanotstand eben nicht nur ausgerufen werden. Zeitnah wolle man sich mit den forstwirtschaftlichen Akteuren über Handlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten austauschen. Mit der Waldbesitzervereinigung Wittgenstein und der Rentkammer wolle man eine gemeinsame Vorgehensweise vereinbaren. „Die Lage des Waldes hat uns betroffen gemacht“, erläuterte Bernd Fuhrmann.

Auch in den Reihen der Politik bereite der Zustand der Fichten Sorgen. „Das ist eine dramatische Situation, die wir dringend angehen müssen“, formulierte Werner Wegener (CDU). Bernd Weide (SPD) fand die Fakten „nicht wirklich überraschend“. Er wollte wissen, mit wie vielen Toten (Bäumen) er denn bei dem Prozess des Sterbens rechnen könne. Oliver Junker-Matthes (Grüne) kritisierte, dass man das Ergebnis „unserer Klimaveränderung“ sehe. Man müsse sich darauf einstellen, „dass aus dem Stadtwald in Zukunft nichts zu holen ist.“ Man hätte mal „auf die Spinner von früher“ hören müssen, die hätten nämlich Recht gehabt.

Michael Sittler schlug vor, eine Resolution zu verfassen, um von den im Raum stehenden Bundesfördermitteln von rund 800 Mill. Euro genug abzubekommen. Klaus Daum lieferte dem Haupt- und Finanzausschuss eine Stunde lang eine fundierte Analyse des Waldzustands. „Das ist eine Situation, wie wir sie Generationen vor uns nicht erlebt haben.“ Darum seien auch Prognosen nur schwer zu stellen. „Wir haben keine Erfahrungswerte.“ Laut Wetterstation Kahler Asten hat sich das Klima bereits verändert: So lagen die Temperaturen in 2018 sage und schreibe 3,6 Grad über dem Jahresmittel. In 2019 seien es 3,5 Grad mehr gewesen. In 2018 habe man in der Vegetationszeit nur 40 Prozent Niederschlag verzeichnet, in 2019 sei es nicht besser gewesen.

„Es fehlt uns ein ganzer Jahresniederschlag“, berichtete Klaus Daum. In Puderbach sei sogar die Traubeneiche vertrocknet. Mittels der Vitalitätskontrolle per UV-Licht habe man festgestellt, wie sehr der Wald gelitten habe. Der Käfer sei übrigens nicht derjenige, der die Bäume umbringe, sondern er sei die Folge des schlechten Gesundheitszustands der Bäume. Gegen diesen Schädling Gift einzusetzen, da habe sich die WBV klar gegen ausgesprochen. Damit hätte man „die aufkommenden Gegenspieler der Käfer mit umgebracht.“

Wirtschaftlich kommt der Waldzustand einer Katastrophe gleich. Der Fichtenpreis sei von 80 auf 30 Euro pro Festmeter gesunken – bei 20 Euro Aufforstungskosten. 300.000 Festmeter Schadholz lägen in Wittgenstein, davon seien 100.000 Festmeter vermarktet – die dreifache Menge als „normal“. 4000 Festmeter seien im Stadtwald angefallen. Problem: Alle wollten ihr Holz verkaufen. Sägewerke könnten die Mengen aber nicht aufnehmen, Export sei nur bedingt möglich. Der Preisverfall erfordere eine Wirtschaftlichkeitsanalyse.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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