Den Hersteller gibt es nicht mehr
Hausabsteller werden erneuert

Ein so genannter Hausabsteller: Der Bügel ist aus flexiblem Gusseisen gefertigt. Bei den 2006 in Bad Berleburg am Sengelsberg verbauten Exemplaren tritt schon heute deutlich erkennbare Korrosion auf.
  • Ein so genannter Hausabsteller: Der Bügel ist aus flexiblem Gusseisen gefertigt. Bei den 2006 in Bad Berleburg am Sengelsberg verbauten Exemplaren tritt schon heute deutlich erkennbare Korrosion auf.
  • Foto: Stadt Bad Berleburg
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vc Bad Berleburg. „Ein Großteil der Hausabsteller wird sehr wahrscheinlich das angenommene technische Lebensalter von 60 Jahren nicht erreichen.“ Die schriftliche Mitteilung zum Betriebsausschuss am Montagabend in Bad Berleburg könnte in den kommenden Jahren zu unliebsamen Überraschungen in der Odebornstadt führen.

Laut Sitzungsvorlage sind in den Jahren 2000 bis 2006 „häufig“ Formstücke verbaut worden, die sich jetzt als weniger haltbar als gedacht erweisen. Dies ist den Angestellten der Stadtwerke im Zuge des Rückbaus nicht mehr benötigter Wasserleitungshausanschlüsse bei dem Endausbau im Baugebiet Sengelsberg aufgefallen – und den Vorlagen des aktuellen Betriebsausschusses zu entnehmen.

Korrosionsverhalten ist ein Nachteil gegenüber Grauguss

Bei einem Hausabsteller handelt es sich um wichtige Technik in einem Wasseranschluss. „Die Wasserversorgung zum Haus kann dort abgestellt werden. Diese Bauteile sind geprüfte und zugelassene Systembauteile für die Trinkwasserversorgung“, erläuterte der Leiter der Stadtwerke, Achim Vorbau. Die besagten Teile wurden durch Bügel aus duktilem Gusseisen befestigt. „Insbesondere die Elastizität ist deutlich höher als beim Grauguss. Der größte Nachteil gegenüber Grauguss ist das schlechtere Korrosionsverhalten“, erklärte Achim Vorbau mit Blick auf das „duktile Gusseisen“. Dieses spezielle Gusseisen werde seit den 1970er-Jahren bis heute als vielseitiges Material für Rohre und Formteile in der Wasserversorgung verwendet.

Alle Anschlüsse im Baugebiet sind betroffen

„In dem ersten Bauabschnitt des Neubaugebietes Sengelsberg sind 50 Hausabsteller dieser Bauart verbaut worden“, berichtete der Leiter der Stadtwerke weiter. Da die Anschlüsse alle bei der Erschließung im Jahr 2006 hergestellt wurden, seien alle Anschlüsse im Baugebiet betroffen.

Der Befund der Betriebsleitung war vernichtend. An den Verschraubungen trete „verstärkt Korrosion“ auf. Dies führe „zum kompletten Durchrosten des Bügels an der Gewindestelle und somit zum Versagen der Armatur“. Im Normalfall würde nun der Hersteller herangezogen, um den Schaden zu beheben und für die Mehraufwendungen aufzukommen. Das Problem bei diesem Unterfangen: Dem Bericht des Wasserwerkes zufolge gibt es den Hersteller nicht mehr. Die Stadt bleibt also auf dem Schaden sitzen. In der Mitteilung an den Betriebsausschuss wurde zwar berichtet, dass bis heute im Baugebiet kein Hausabsteller wegen dieses Fehlers getauscht werden musste.

Betroffene Schellen werden ausgetauscht

Doch es sei davon auszugehen, dass diese Schäden in Zukunft vermehrt auftreten könnten und eben „ein Großteil der Hausabsteller sehr wahrscheinlich das angenommene technische Lebensalter von 60 Jahren“ nicht erreichen werde. Die Hausabsteller wurden auch in anderen Baugebieten verbaut. Dies habe in der Vergangenheit schon zu Undichtigkeiten geführt, berichtete Achim Vorbau und fügte an: „Die betroffenen Schellen werden bei Auftreten von Undichtigkeiten ausgetauscht oder im Zuge von anstehenden Baumaßnahmen erneuert.“

Fällt eine solche Armatur nach dem Endausbau der Straße aus, würde dies laut Sitzungsunterlage „umfangreiche Tiefbauarbeiten nach sich ziehen“. Die Straßenoberfläche müsste dann jedes Mal geflickt werden.

Hausbesitzer müssen keine Kosten tragen

Um den Schaden so gering wie möglich zu halten, sollen nun im Auftrag der Betriebsleitung des Bad Berleburger Wasserwerks die Hausabsteller im Zuge der Bauarbeiten für den Endausbau am Sengelsberg mit „relativ geringem Aufwand“ ausgetauscht werden. Inklusive Eigenleistungen der Stadt Bad Berleburg wird diese Maßnahme mit rund 30.000 Euro kalkuliert.

Der Betriebsausschussvorsitzende Heinz Limper erläuterte im Gespräch mit der SZ: „Die Wasserleitung gehört in Bad Berleburg bis zum Wasserzähler der Stadt. Insofern wird der einzelne Hausbesitzer nicht an eventuellen Kosten einer Reparatur beteiligt werden.“

Autor:

Christian Völkel

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