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Ausgewanderte Wittgensteiner (SZ-Serie)
Helga Peron pflegt deutsche Traditionen seit 56 Jahren in Frankreich

Helga Peron aus Bad Berleburg lebt seit über 50 Jahren in einem kleinen Ort rund 90 Kilometer südlich von Paris.
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  • Helga Peron aus Bad Berleburg lebt seit über 50 Jahren in einem kleinen Ort rund 90 Kilometer südlich von Paris.
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bw Agnan/Bad Berleburg. Wenn Helga Peron an ihre Geburtsstadt Bad Berleburg denkt, dann vermisst sie die Tannenwälder, das Burgfeld, den Schnee und den zugefrorenen Teich im Schlosspark, auf dem sie einstmals als Kind Schlittschuh gelaufen ist. „Berleburg war früher eine kleine und gemütliche Stadt“, erinnert sie sich im Gespräch mit unserer Zeitung. Als sie 31 Jahre alt war, ist sie aus Wittgenstein weggezogen – der Liebe wegen. Ihr Mann war im NATO-Bunker in Erndtebrück beschäftigt, in dieser Zeit lernte sie ihn kennen.
"Eingesperrt im eigenen Haus"Es war der 23. September 1964, als sie mit dem gebürtigen Bretonen nach Frankreich übersiedelte. Heute lebt sie in einem kleinen Ort rund 90 Kilometer südlich von Paris.

bw Agnan/Bad Berleburg. Wenn Helga Peron an ihre Geburtsstadt Bad Berleburg denkt, dann vermisst sie die Tannenwälder, das Burgfeld, den Schnee und den zugefrorenen Teich im Schlosspark, auf dem sie einstmals als Kind Schlittschuh gelaufen ist. „Berleburg war früher eine kleine und gemütliche Stadt“, erinnert sie sich im Gespräch mit unserer Zeitung. Als sie 31 Jahre alt war, ist sie aus Wittgenstein weggezogen – der Liebe wegen. Ihr Mann war im NATO-Bunker in Erndtebrück beschäftigt, in dieser Zeit lernte sie ihn kennen.

"Eingesperrt im eigenen Haus"

Es war der 23. September 1964, als sie mit dem gebürtigen Bretonen nach Frankreich übersiedelte. Heute lebt sie in einem kleinen Ort rund 90 Kilometer südlich von Paris. Dort hat sie neben dem Haus ihrer Tochter eine Wohnung in einer ausgebauten Scheune bezogen. Die Nähe zu ihrer Familie ist ihr besonders in dieser schwierigen Zeit der Corona-Pandemie wichtig.
„Ich bin schon ziemlich eingesperrt im eigenen Haus“, berichtet Helga Peron, „wir können einen Spaziergang mit dem Hund machen, aber auch nicht allzu weit.“ Wie in Deutschland haben nur die Geschäfte für den täglichen Bedarf geöffnet, abends ab 20 Uhr herrscht eine Ausgangssperre bis morgens um 6 Uhr. Da ist es gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit gut, dass ihre Tochter direkt nebenan wohnt. So kann Helga Peron mit ihrer Familie auch Weihnachten feiern. Ihr Mann ist im Mai 2013 verstorben, nur elf Tage später starb auch ihre älteste Tochter. Halt geben ihr neben ihrer jüngeren Tochter auch die vier Enkelkinder. „Das tut gut, gerade jetzt während der Feiertage“, erzählt sie.

Deutsche Traditionen beibehalten

Weihnachten feiert sie so, wie sie es aus Deutschland kennt. Ihr Wohnung sehe aus wie ein Weinachtsladen, gefüllt mit jeder Menge Dekoration. „Die deutschen Traditionen habe ich mir erhalten“, verrät Helga Peron und offenbart auch, dass sie schon ein Kilo zugenommen habe, weil sie so viel Lebkuchen genascht habe. Aber das sei in ihrem Alter nicht mehr der Rede wert, sagt sie mit einem Lachen. „Meine Tochter und ich stürzen uns darauf.“ Obwohl sie weiter einige Weihnachtstraditionen aus der Heimat pflegt, hat sich Helga Peron in über einem halben Jahrhundert natürlich an die französische Lebensweise gewöhnt – und sie sagt daher: „In Deutschland würde ich sicherlich sehr auffallen.“
In ihrer Geburtsstadt Bad Berleburg ist Helga Peron zuletzt 2018 zu Gast gewesen. Ein Bruder lebt noch dort, eine Cousine in Freudenberg und ihre sehr gute Freundin Christa Guardia in Erndtebrück. Die Stadt habe sich verändert und von ihrer Gemütlichkeit eingebüßt, findet sie.

SZ-Serie: Ausgewanderte Wittgensteiner Wie feiern Wittgensteiner, die seit einiger Zeit im Ausland leben oder teilweise vor Jahrzehnten ausgewandert sind, eigentlich das Weihnachtsfest? Und wie erleben Wittgensteiner in aller Welt die Corona-Pandemie? Unsere Zeitung hat mit einigen von ihnen gesprochen und startet eine kleine Serie. Wer noch Auswanderer aus Wittgenstein kennt, die von ihren Erlebnissen und Problemen in der Corona-Krise berichten möchten, kann sich gerne per E-Mail an uns wenden unter b.weyand@siegener-zeitung.de.
Helga Peron aus Bad Berleburg lebt seit über 50 Jahren in einem kleinen Ort rund 90 Kilometer südlich von Paris.
Aus Wittgenstein raus in die weite Welt: Die SZ stellt Menschen vor, die ausgewandert sind und Weihnachten sowie die Corona-Pandemie aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachten.
Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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