»Höhenbegrenzung ist paradox«

Mehrheit der Weidenhäuser favorisiert offenbar wenige, aber dafür höhere Windkraftanlagen

Weidenhausen. Ein überraschendes Meinungsbild wurde am Donnerstagabend in der Weidenhäuser Schule öffentlich: Bei der Bürgerbeteiligung im Bauleitplanverfahren zur Aufstellung des Bebauungsplans Osterholz sprach sich die Mehrheit der Anwesenden gegen eine 100-Meter-Höhenbegrenzung für Windräder in der Konzentrationszone Osterholz aus. Allerdings waren insgesamt auch nur 18 Bürger zu der Veranstaltung gekommen, zu der die Stadt Bad Berleburg eingeladen hatte.

Bad Berleburgs Baudezernent Wolfgang Acker-Marx erläuterte eingangs des Informationsabends, »dass wir mit dem Bauleitplanverfahren bis August 2007 durch sein müssen und das werden wir auch«. Im Jahr 2004 sei eine Veränderungssperre verabschiedet worden, die nun bis 2007 verlängert worden sei. Laut Ratsbeschluss, der mit großer Mehrheit getroffen worden sei, solle in dem Bebauungsplan eine Höhenbegrenzung von 100 Metern verankert werden. Die Frage aus der Versammlung, ob damit auch für künftige Zeiten nicht höher gebaut werden dürfe, verneinte Wolfgang Acker-Marx ebenso wie die Frage, ob die Standorte für Windräder bereits festgelegt seien. Weidenhausens Ortsvorsteher Friedhelm Wilke sagte, dass sich die 16 Grundstückseigentümer im Bereich Osterholz zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen hätten. In diesem Gremium habe man sich einstimmig auf einen Verteilerschlüssel verständigt, falls ein Investor weitere Windkraftanlagen oberhalb von Weidenhausen realisieren wolle.

Der Ortsvorsteher ergänzte, dass es »auch ein wenig darum geht, das Gleichgewicht im Ort wieder herzustellen«. Zwei Windräder drehten ja bereits, da sei es doch mehr als legitim, wenn die Besitzer auch die verbleibende Fläche wirtschaftlich nutzen wollten. Die von der Stadtverordnetenversammlung geforderte Höhenbegrenzung bezeichnete der Ortsvorsteher als »paradox«. Wenn Anlagen mit einer Höhe von 138,5 Meter gebaut würden, wie vom Investor WWU anfangs auch geplant, dann sei aufgrund des Gefälles im Gelände überhaupt kein Höhenunterschied zu den zwei bestehenden Anlagen festzustellen. »Lieber zwei große Windräder als sechs oder noch mehr kleine«, meinte ein anderer Teilnehmer der Versammlung.

Jürgen Weber vom Bad Berleburger Bauverwaltungsamt gab zu bedenken, »dass der Stadtrat bewusst anders entschieden hat«. Durch den Petitionsausschuss des Landes sei der Hinweis an die Kommunen gegangen, dass Höhenbegrenzungen sehr wohl möglich seien. Wie viele Anlagen der Investor im Falle der Höhenbegrenzung realisiere, »dass wissen wir nicht«. Denkbar seien zehn Anlagen, ob dies wiederum machbar sei, richte sich nach vielen anderen Kriterien. Ein Befürworter der Höhenbegrenzung meinte, dass der Investor mit der Realisierung vieler Anlagen lediglich drohe: »Es ist doch ganz einfach auszurechnen, dass das nicht funktionieren kann.« Er spreche sich eindeutig für die 100-Meter-Marke aus, verstehe aber auf der anderen Seite auch das Anliegen der Grundstücksbesitzer. Letztlich sei es so, dass jeder Betrachter den Eingriff der Windmaschinen in das Landschaftsbild anders beurteile. Ein anderer Zuhörer sagte, »dass uns die zwei Anlagen eigentlich reichen. Andererseits sind mir die Windräder viel lieber als ein Atomreaktor«.

Ortsvorsteher Friedhelm Wilke verriet, dass der Investor in einem Gespräch signalisiert habe, dass die Konzentrationsfläche ganz sicher bebaut werde. Der Interessengemeinschaft der Grundstücksbesitzer, gehe es, so Friedhelm Wilke, nicht nur darum, das große Geld zu machen: »Wir möchten den Eingriff in das Landschaftsbild durch eine geringe Zahl von Anlagen möglichst klein halten.« Anfang Dezember werden sich die politischen Gremien der Stadt Bad Berleburg erneut mit der Thematik beschäftigen.

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