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Februar 1948 in Bad Berleburg: Wer erinnert sich?
Holzhirsch an englischen Kommandanten übergeben

Im Februar 1948 bekommt ein Kommandant der alliierten Streitkräfte als Geschenk eine hölzerne Anerkennung. William Frederick Kalis schießt damals einen Hirsch, der in Berleburg eine Ernte vernichtet hat.
  • Im Februar 1948 bekommt ein Kommandant der alliierten Streitkräfte als Geschenk eine hölzerne Anerkennung. William Frederick Kalis schießt damals einen Hirsch, der in Berleburg eine Ernte vernichtet hat.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

howe Bad Berleburg. Die Zeilen per E-Mail erhielt Stadtarchivarin Rikarde Riedesel von der Drehkoite aus Girkhausen. Dorthin hatte sich der Südafrikaner Colin Kalis gewandt, der darauf hofft, dass sich in Bad Berleburg noch jemand an seinen 1990 verstorbenen Vater William Frederick Kalis erinnert. Der war von 1939 bis 1945 Captain der alliierten Streitkräfte und als solcher nach dem Krieg eine Zeit lang in Berleburg stationiert.
Hirsch ruinierte ErnteWas Colin Kalis berichtet, klingt spannend: Die Berleburger litten damals nicht nur unter großer Hungersnot, sondern auch unter einem kapitalen Hirsch, der die Ernte ruinierte. Nun hätten die Jäger des Fürsten das Tier leicht schießen können, doch die waren allesamt entwaffnet worden. Schließlich hatte Deutschland den Krieg verloren.

howe Bad Berleburg. Die Zeilen per E-Mail erhielt Stadtarchivarin Rikarde Riedesel von der Drehkoite aus Girkhausen. Dorthin hatte sich der Südafrikaner Colin Kalis gewandt, der darauf hofft, dass sich in Bad Berleburg noch jemand an seinen 1990 verstorbenen Vater William Frederick Kalis erinnert. Der war von 1939 bis 1945 Captain der alliierten Streitkräfte und als solcher nach dem Krieg eine Zeit lang in Berleburg stationiert.

Hirsch ruinierte Ernte

Was Colin Kalis berichtet, klingt spannend: Die Berleburger litten damals nicht nur unter großer Hungersnot, sondern auch unter einem kapitalen Hirsch, der die Ernte ruinierte. Nun hätten die Jäger des Fürsten das Tier leicht schießen können, doch die waren allesamt entwaffnet worden. Schließlich hatte Deutschland den Krieg verloren. Also bat der Fürst den Kommandanten, den Hirsch zu jagen und zu töten. William Frederick Kalis half aus und zog in die fürstlichen Wälder. Dort entdeckte er das große Tier und erlegte es.

William Frederick Kalis war englischer Kommandant

Als Anerkennung überreichte man ihm eine wertvolle Holzschnitzerei des Hirsches – zusammen mit einer geschnitzten Holzplatte mit der Aufschrift „Weidmanns Heil“. Colin Kalis: „Leider ist die Platte im Laufe der Jahre verschwunden. Das Datum auf dem geschnitzten Hirsch lautet „Berleburg Feb ‘48“. Die Siegener Zeitung nahm die ersten Recherchen auf und erfuhr von Günter Hirschhäuser, dem Ehrenvorsitzenden des Verkehrs- und Heimatvereins, dass William Frederick Kalis der englische Kommandant war. Die Holzschnitzerei habe damals der bekannte Kunstschnitzer Benfer aus der Poststraße angefertigt. Der habe eine qualitativ sehr gute Werkstatt betrieben, die unzählige Aufträge in der Region gehabt habe.

Wer suchte Colins Mutter auf?

Zurück zu der E-Mail von Colin Kalis: Darin sucht der Südafrikaner nun einen Bad Berleburger, der 1990 im Südafrika-Urlaub Colins Mutter aufgesucht hatte, um ihr von der Geschichte zu erzählen. Leider habe sich dieser Mann nie mehr bei den Kalis gemeldet.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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