Hutter sagte zum Abschied nicht nur leise Servus

Beim letzten Konzert fand der Musikschulleiter klare Worte für die schlechte finanzielle Ausstattung

Bad Berleburg. Die Verabschiedung des noch bis Ende September tätigen Schulleiters der Bad Berleburger Musikschule, Matthias Hutter, fiel – wie sollte es auch anders sein – musikalisch aus. Solisten und Ensembles der Schule spielten beim Sommerkonzert in der Aula des Johannes-Althusius-Gymnasiums Stücke von Klassik bis Jazz, um so für vier äußerst erfolgreiche Jahre der Zusammenarbeit Dankeschön zu sagen. Trotz der Vielzahl musikalischer Darbietungen, gut besuchter Kurse und eines musikpädagogisch äußerst qualifiziert arbeitenden Kollegiums waren es letztendlich die bescheidenden finanziellen Mittel, die Hutter dazu bewegten, seine Tätigkeit in Bad Berleburg zu beenden.

„Bei den Honorar-Abschlüssen geschämt”

Ohne den Eindruck einer Generalabrechnung erwecken zu wollen, verwies der scheidende Schulleiter überraschend offen auf die dürftigen Zuschüsse seitens der öffentlichen Hand. „Ich habe mich bei Einstellungsgesprächen stets geschämt, wenn es um die Honorarfrage ging”, resümierte Hutter die ungünstigen Rahmenbedingungen an der Musikschule. Auffällig ist die hohe Fluktuation innerhalb des Lehrkörpers sowie die Tatsache, dass mit Matthias Hutter bereits der vierte Schulleiter die Berleburger Musikschule verlässt, und das innerhalb von nur 20 Jahren.

Fußstapfen für die Nachfolger sind groß

Es bleibt zu erörtern, ob die Kurstadt es sich leisten kann, einen erstklassigen Musiker und Pädagogen, der immerhin Talente wie Carsten Grütjen oder Philippe Gerhardt maßgeblich gefördert hat, ziehen zu lassen. Seine Nachfolger, das Ehepaar Stefan und Fedra Blido aus Gelsenkirchen, für deren Wahl sich Hutter maßgeblich eingesetzt hatte, stehen bereit. Ob sie in die Fußstapfen ihres bei den Mitgliedern der Musikschule geschätzten Vorgängers treten können, bleibt abzuwarten.

Er spielt nicht, sondern er lebt Klavier

Bei seinem Abschiedskonzert belegte Hutter eindrucksvoll, dass er Klavier nicht nur einfach spielt, sondern lebt. Sowohl bei dem Werk Frederic Chopins (Ballade f-Moll, op 52 für Klavier) als auch bei seinen eigenen Kompositionen (Allegro appassionato, Largo und Allegro moderato) kamen Impression und gestalterisches Talent voll zum Tragen und hinterließen bei der Musikschulgemeinde einen bleibenden Eindruck.

Die eigenen Beatles traten auch auf

Allerdings waren es auch fast ausschließlich Musiker und deren Angehörige, die dem frühabendlichen Sommerkonzert beiwohnten – ein leider nicht ungewohntes Bild, trotz des vielfältigen und musikalisch erstklassigen Programms. Die Kleinsten aus der musikalischen Früherziehung zeigten mit Leiterin Ulrike Schindler zur Eröffnung einen Trommeltanz. Neben Klavierstücken von Carsten Grütjen und Frank Dietrich Neidel spielte die Big Band der Musikschule zu Songs von Benny Goodman, Duke Ellington, Harold Arlen und James Brown. Nach seiner Solo-Vorstellung spielte Hutter nochmals mit Johanna Dietrich (Violoncello) Adagio-Allegro und Allemanda aus der Sonate in e-Moll von Johann Ernst Galliard. Das schuleigene Beatles-Projekt belegte durch seinen Auftritt, dass auch neue Ideen hier glänzend umzusetzen sind.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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