Erfolgreiche Integration von Iraner Asghar Nouri
"Ich habe meine Familie in Arfeld"

Asghar Nouri ist im Sommer 2020 nach Arfeld gekommen. Mittlerweile hat er im Dorf viele Freunde gefunden, mit denen er sich regelmäßig trifft.
  • Asghar Nouri ist im Sommer 2020 nach Arfeld gekommen. Mittlerweile hat er im Dorf viele Freunde gefunden, mit denen er sich regelmäßig trifft.
  • Foto: ako
  • hochgeladen von Marc Thomas

ako Arfeld. Asghar Nouri ist ein Familienmensch, er kommt aus einer Großfamilie und hat fünf Geschwister. Persönlich sehen kann er seine zwei Brüder und drei Schwestern aber nicht, denn seine Verwandten leben weit entfernt – im Iran. Der 62-Jährige hatte sein Heimatland jedoch verlassen müssen und ist 2019 ganz allein nach Deutschland gekommen. Nach mehreren Zwischenstationen kam er über Bad Berleburg nach Arfeld. Dort hat er sich, trotz anfänglicher Skepsis, schnell einleben können und bereits zahlreiche neue Kontakte geknüpft. Die Menschen haben ihn, wie er selbst sagt, liebevoll aufgenommen und von Anfang an unterstützt. Mittlerweile bezeichnet er das Dorf als seine neue Großfamilie.

„Ich bin im Mai 2020 nach Bad Berleburg gekommen. Ich war nur drei Wochen hier, dann ging es für mich direkt nach Arfeld“, sagt Asghar Nouri. Im Gespräch mit der Siegener Zeitung erklärt der 62-Jährige, dass er eigentlich zuerst in der Odebornstadt bleiben wollte.

Sofort in Arfeld verliebt

„Ich wäre gerne in Bad Berleburg geblieben, da ich mir die Integration in einer Stadt besser und einfacher vorstellen konnte als in einem Dorf.“ Doch nach dem ersten Kontakt mit den Menschen in Arfeld habe er sich sofort in den Ort verliebt. „In Arfeld haben mich alle Leute nett angesprochen, mir ihre Unterstützung und Hilfe angeboten.“ Es dauerte nicht lange, bis sich der gebürtige Iraner in seiner neuen Heimat eingelebt hatte. Heute hat er im Dorf bereits viele Freunde gefunden, mit denen er sich bei regelmäßigen Treffen austauscht.

In einem Brief, den Asghar Nouri an die „freundlichen Menschen in Arfeld“ adressiert hat, bedankt er sich für die Wärme und Offenheit, die ihm entgegengebracht wurde: „Ich fühlte mich in dem Jahr, in dem ich nach Deutschland kam, sehr einsam und hatte Heimweh. Aber jetzt fühle ich mich nicht mehr so, weil ich glaube, einen Teil meiner eigenen Familie gefunden zu haben. Ja, ich bin mit meiner Großfamilie in Arfeld und bin stolz und danke allen zutiefst, die mich so schnell aufgenommen haben.“

"In Arfeld haben mich alle Leute nett angesprochen,
mir ihre Unterstützung und Hilfe angeboten."

Asghar Nouri
wurde von den Menschen
im Dorf von Anfang an unterstützt

Verfasst habe Asghar Nouri diese Worte, wie er selbst sagt, aus seinem „Herzen“: „Das sind meine Gefühle und ich wollte diese zum Ausdruck bringen.“ Bei den wöchentlichen Treffen von Arfeld-Aktiv, an denen der 62-Jährige oft teilnimmt, habe er den anderen Teilnehmern das Schriftstück gezeigt. Zusätzlich habe er den Brief auch in Whatsapp-Gruppen geteilt.

Freund hat Brief übersetzt

Beim Formulieren des Textes hatte Asghar Nouri jedoch Hilfe – vor allem weil die deutsche Grammatik noch „sehr schwierig“ für ihn sei. „Ich habe den Brief erstmal auf persisch geschrieben. Ein Freund von mir kommt aus Köln und ist schon länger in Deutschland. Er hat den Text dann für mich übersetzt.“

Asghar Nouri hat sich selbst das Ziel gesetzt, seine deutschen Sprachkenntnisse täglich zu verbessern. Damit das gelingt, besucht er die Deutsch-Kurse von Sprachlehrer Dr. Hendrik Winterstein in Erndtebrück. Das Zertifikat A1 habe er bereits abgeschlossen: „Ich mache gerade A2. Danach möchte ich noch B1 und B2 machen“, erklärt der 62-Jährige, der seine Deutschkenntnisse vor allem dafür verbessern will, um hier einen Arbeitsplatz zu finden: „Wenn der Deutschkurs fertig ist, kann ich direkt arbeiten. Denn ohne Arbeit geht es nicht.“

Kontakt zur Familie nur per Telefon und Whatsapp

Kontakt zu seiner Familie im Iran hat Asghar Nouri nur per Telefon und Whatsapp. Seine Schwester habe ihn vor Kurzem in einem Gespräch gefragt, ob es ihm in Wittgenstein „so ganz alleine“ auch gut gehe: „Ich habe geantwortet: Keine Sorge, ich habe meine Familie hier in Arfeld.“

Autor:

Alexander Kollek

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen