Wichtige Regeln beachten
Im Wald Erholung finden – aber immer mit Rücksicht

Der Wald lockt gerade im Moment viele Wanderer – aber die sollten auch Regeln beachten. Foto: Björn Weyand
  • Der Wald lockt gerade im Moment viele Wanderer – aber die sollten auch Regeln beachten. Foto: Björn Weyand
  • hochgeladen von Björn Weyand (Redakteur)

sz Bad Berleburg. Ein fast wolkenloser Himmel, Sonne, Temperaturen bis zu 20 Grad und das bereits seit geraumer Zeit. Der eine oder andere entdeckt das Spazieren und Wandern gerade für sich, genießt die frische Luft, herrliche Ausblicke und das Zwitschern der Vögel – bis die Motocross-Maschine vorbeiknattert und eine Staubwolke hinterlässt. So geschehen am Wochenende in und um Bad Berleburg. „Wir haben am Sonntag mehrere Hinweise bekommen, dass Motocross-Fahrer im Bereich Girkhausen, Wunderthausen und Sähling unterwegs waren“, berichtet Bernd Dickel, Erster Polizeihauptkommissar der Bad Berleburger Wache. Private Waldwege mit Motorfahrzeugen zu befahren, ist aber schlichtweg verboten und wird mit Bußgeldern geahndet. Bei Beeinträchtigungen von Biotopen oder Naturschutzgebieten kann sogar eine Höchststrafe von 50.000 Euro fällig werden.

„Wir leben, wo andere Urlaub machen“, betonen Bürgermeister Bernd Fuhrmann und der Geschäftsführer der BLB-Tourismus GmbH, Andreas Bernshausen. „Das ist gerade der große Vorteil unserer Region. Wir sollten diesen Erholungsraum entsprechend respektieren und uns rücksichtsvoll verhalten, damit wir alle noch lange etwas davon haben.“ Die allermeisten Besucher der Wälder verhalten sich angemessen, aber auch hier gibt es Ausnahmen und die ersten Waldbrände in der Region mahnen zur Vorsicht. Das beschäftigt auch Diethard Altrogge, Leiter des Regionalforstamts Siegen-Wittgenstein: „Wir freuen uns ja darüber, wenn Menschen in den Wald gehen“, betont er, „das tut der Gesundheit gut.“ Die Waldbrandgefahr sei im Moment aber sehr groß. Außerdem gebe es derzeit viel störempfindliches Jungwild. Entsprechend sollten sich Waldbesucher verhalten. „Der Wald gehört in der Regel Privatwaldbesitzern, wir würden ja auch nicht durch fremde Vorgärten laufen und dort die Tulpen abschneiden, weil sie uns so gut gefallen.“

Einer dieser privaten Waldbesitzer ist Dr. Helmut Roth, Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung Wittgenstein. „Im Moment geht man ein paar Meter über einen Feldweg und hat die Schuhe voller Staub“, beschreibt er. Während das anhaltend trockene und sonnige Wetter viele Menschen erfreut, bereitet es den Waldbesitzern Sorge: nicht nur vor der weiteren Ausbreitung des Borkenkäfers, sondern auch vor Waldbränden. Roth appelliert an die Besucher: „Unser bisschen Hoffnung, dass der Wald überlebt, sollte man uns nicht kaputt machen.“

Wie schützenswert die Natur in der Region tatsächlich ist, darauf weist die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Siegen-Wittgenstein hin: Mehr als neun Zehntel der Fläche seien als Natur- oder Landschaftsschutzgebiet geschützt. „Hier gibt es wertvolle Tier- und Pflanzengesellschaften, die in vielen anderen Regionen und Ländern schon ausgestorben oder vernichtet sind, und die auch bei uns unter zum Beispiel den Rahmenbedingungen des Klimawandels ums Überleben kämpfen müssen. Hieran sollten wir alle denken, wenn wir uns in der heimischen Natur und Landschaft bewegen, und alles dafür tun, um die empfindliche Flora und Fauna zu schützen und zu erhalten“, heißt es.

Für viele Waldbesitzer stehen Existenzen auf dem Spiel. Die meisten von ihnen tun deshalb alles dafür, um die Waldwege freizuhalten – damit im Fall eines Brandes die Feuerwehr oder bei einem Unfall der Rettungswagen durchkommen. Daran sollten auch Waldbesucher denken und nur auf den vorgesehenen Wanderparkplätzen parken, nicht auf den Wegen. Wer sein Fahrzeug so abstellt, dass es Rettungskräfte behindert, riskiert außer einer Anzeige auch noch, dass das Fahrzeug von den Einsatzkräften mit einfachen Mitteln aus dem Weg geräumt wird.

„Am besten fährt man gar nicht mit dem Auto in den Wald“, appelliert Peter Mengel, Abteilungsleiter Sicherheit und Ordnung im Rathaus. „Auch Fahrzeuge abstellen sollte man dort nicht.“ Der April sei der gefährlichste Monat für den Wald, da die Bäume noch nicht so viel Laub hätten und die Sonne deshalb besonders viel Angriffsfläche habe. „Es darf selbstverständlich auch nicht im Wald geraucht, geschweige denn ein offenes Feuer oder ein Grill angezündet werden.“

Klaus Langenberg ermutigt alle Bürger, die 112 zu wählen, falls Rauch oder ein Feuerschein in der Dunkelheit zu sehen sind. „Jeder Hinweis kann helfen“, so der Leiter der Feuerwehr der Stadt Bad Berleburg, „am besten mit konkreten Angaben zum Standort oder der Stelle des Feuers. Außerdem sollte man eine Telefonnummer für einen Rückruf angeben.“ Besondere Vorsicht sei aufgrund der Trockenheit aber nicht nur im Wald geboten, führt Langenberg aus: „Um Haus und Garten herum Unkraut abzuflämmen, ist absolut fahrlässig. Da ist auch das Wohnhaus in Gefahr.“

Nicht jeder weiß, was im Wald erlaubt ist und wie man sich richtig verhält, daher bietet die Wittgenstein-Berleburg’sche Rentkammer Hilfestellung an. „Wer unsicher ist oder Fragen hat, kann sich gerne an uns wenden“, erklärt Forstdirektor Johannes Röhl. Unter Tel. (02751) 936010 sind die Mitarbeiter montags bis freitags von 7.30 Uhr bis 16.30 Uhr erreichbar.

Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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