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Wegen Corona wird in den Schulen viel gelüftet
Im "Zwiebellook" zum Unterricht

Klassenlehrerin Melanie Fäseke lüftet regelmäßig in „ihrer“ Klasse 5 a der Realschule Erndtebrück – und befolgt damit die Regeln des Landes Nordrhein-Westfalen.
  • Klassenlehrerin Melanie Fäseke lüftet regelmäßig in „ihrer“ Klasse 5 a der Realschule Erndtebrück – und befolgt damit die Regeln des Landes Nordrhein-Westfalen.
  • Foto: Timo Karl
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

tika/bw Bad Berleburg. Die Bilder in den Klassenräumen sind nicht neu. Bereits vor den Sommerferien mussten Schüler in weiterführenden Schulen nicht nur in den Gängen, sondern auch während des Unterrichts eine Maske tragen. Auf diese Weise sollte Unterricht in Zeiten von Corona möglich sein. Mit steigenden Fall- und wachsenden Inzidenzzahlen hat die NRW-Landesregierung eine Rückkehr zu diesen Regelungen beschlossen – auch Lehrer müssen demnach eine Maske im Unterricht tragen und dürfen sie nur dann absetzen, wenn es die Situation erfordert. Hinzu kommen strikte Lüftungsregeln. Seit Montag – dem ersten Tag nach den Herbstferien – gelten die Regelungen. Die Siegener Zeitung hat in Wittgensteiner Schulen nachgefragt, wie die Umsetzung läuft.

tika/bw Bad Berleburg. Die Bilder in den Klassenräumen sind nicht neu. Bereits vor den Sommerferien mussten Schüler in weiterführenden Schulen nicht nur in den Gängen, sondern auch während des Unterrichts eine Maske tragen. Auf diese Weise sollte Unterricht in Zeiten von Corona möglich sein. Mit steigenden Fall- und wachsenden Inzidenzzahlen hat die NRW-Landesregierung eine Rückkehr zu diesen Regelungen beschlossen – auch Lehrer müssen demnach eine Maske im Unterricht tragen und dürfen sie nur dann absetzen, wenn es die Situation erfordert. Hinzu kommen strikte Lüftungsregeln. Seit Montag – dem ersten Tag nach den Herbstferien – gelten die Regelungen. Die Siegener Zeitung hat in Wittgensteiner Schulen nachgefragt, wie die Umsetzung läuft.

Schüler schon daran gewöhnt

In der Realschule Erndtebrück hat bereits am Tag eins nach den Herbstferien ein gewisser Gewöhnungseffekt eingesetzt. Bereits vor der zweiwöchigen Pause galten die Regelungen, sie hatten in den 14 Tagen vor den Ferien allerdings nur Empfehlungscharakter. „So wie es in der Verordnung steht, habe ich es bereits vor den Herbstferien in einem Brief an die Eltern empfohlen. Das ist ein sicherer Schutz, um im Fall der Fälle möglichst wenige Schüler in Quarantäne schicken zu müssen“, erläuterte Darjana Sorg. Die Schulleiterin der Realschule Erndtebrück war mit der Resonanz zufrieden – das Gros der Schüler trug permanent Maske. „Wir sind froh, dass die Maske jetzt vorgeschrieben ist. Wir geben alles dafür, um den Schulbetrieb so lange wie möglich zu gewährleisten, und hangeln uns durch“, erklärte Darjana Sorg. Dass sie selbst im Unterricht permanent Maske trägt, versteht sich für sie von selbst: „Wir Lehrer sind Vorbilder, deshalb nehme ich sie nur ab, wenn es unbedingt erforderlich ist, und gehe so weit wie möglich an die Tafel zurück – beispielsweise, wenn ich etwas auf besondere Weise betonen will.“

Stoßlüften für fünf Minuten

Auch mit Blick auf das Lüften – alle 20 Minuten Stoßlüften für etwa fünf Minuten, außerdem während der Pausen – hat die Realschule Erndtebrück bereits vor den Herbstferien ein entsprechendes Konzept angewendet. „Derzeit sind die Temperaturen noch erträglich, die Schüler können ihre Jacken anziehen, die Heizungen funktionieren. Wie die Außentemperaturen im Winter sind, bleibt abzuwarten.“
Das Credo aller Schulen ist eindeutig: „Es geht darum, den Schulbetrieb so lange wie möglich aufrechtzuerhalten“, betonte Monika Weber.

Im "Zwiebellook" zum Unterricht

Die Leiterin der Edertalschule – also der Grundschulen Berghausen und Dotzlar – hat die Eltern darum gebeten, die Schüler im „Zwiebellook“ in die Schule zu schicken. Außerdem soll möglichst eine Winterjacke in der Schule verbleiben. „Je nach Temperaturen können sich die Kinder dann kleiden“, erklärte Monika Weber mit Blick auf das Lüftungskonzept. In der warmen Jahreszeit hatten die Lehrkräfte die Gebäude permanent gelüftet, nun halten sie sich an die Vorgaben. „Wir haben immer viel gelüftet.“ Da für Grundschüler keine Maskenpflicht im Unterricht gilt, hat die Schulleiterin die Kinder darum gebeten, die Masken im Klassenraum permanent zu tragen. „Sobald die Kinder an ihren Plätzen sitzen, dürfen sie die Masken ablegen. Die Lehrkräfte tragen sie permanent.“

Bestimmte Laute ohne Maske vermitteln

Dies gilt auch in der Grundschule Erndtebrück. Notwendig für Lehrkräfte, die Maske abzusetzen, ist es vor allem in der 1. Klasse – „aus pädagogischen Gründen“, wie Thorsten Denker erläuterte. „Um bestimmte Laute vermitteln zu können, muss die Maske abgesetzt werden. Das ist notwendig, damit die Schüler lesen und schreiben lernen“, erläuterte der Schulleiter. Schon vor den Ferien hatte die Einrichtung diese Marschroute befolgt – auch mit Blick auf das Lüften. „Wir haben in einem Elternbrief mitgeteilt, dass die Kinder eine zusätzliche Jacke tragen und am besten eine Winterjacke mitbringen sollten. Das ist zwar aufwändiger als üblich, aber es dient dem Schutz.“

Lernen in Winterjacken

Erst am Dienstag startet der Unterricht am Städtischen Gymnasium Bad Laasphe wieder, am Montag fand dort zunächst ein pädagogischer Tag statt. Der stellv. Schulleiter Steffen Roth sieht das „GymBaLa“ in der glücklichen Lage, „überhaupt ordentlich lüften zu können“. Es gebe ja Schulgebäude, bei denen das schwieriger sei. „Ansonsten werden wir uns natürlich an die Vorgaben halten und dabei nach der Witterung schauen. Das Lernen in Winterjacken wird das alltägliche Bild sein.“ Das Kollegium wollte am Montag darüber hinaus noch versuchen, die Sitzordnungen in den Räumen weiter zu optimieren, also die Tische anders anzuordnen. Steffen Roth ist ansonsten jedoch recht gelassen: „Alles andere wird sich finden, wobei der Dialog zwischen allen Beteiligten – Lehrern, Eltern und Schülern – besonders wichtig ist.“

Heizungsanlage umprogrammiert

Dies sah Clemens Binder ähnlich: „Wir haben schon vor den Herbstferien mit dem regelmäßigen Lüften begonnen. Die Stadt hat zudem die Heizungsanlage umprogrammiert, sodass die Räume nicht auskühlen. Flankierend dazu sollen sich die Schüler entsprechend kleiden – das wird sich in den nächsten Tagen einspielen“, erklärte der Schulleiter des Johannes-Althusius-Gymnasiums (JAG) in Bad Berleburg. Er begrüßte die Regelungen durch das Land Nordrhein-Westfalen.

Ziel: Weniger Schüler nach Hause schicken

„Das ist ja ein Wiederholungsfall, die Regelungen hatten wir schon einmal. Jedem ist klar, wie es funktioniert – und es funktioniert völlig unaufgeregt. Der Kollateralschaden wird im Corona-Fall dadurch deutlich geringer. Wir müssten deutlich weniger Schüler nach Hause schicken als es sonst der Fall wäre – wir sind froh, dass das jetzt klar geregelt ist.“ In den Klassenräumen selbst tragen Schüler wie Lehrkräfte einen Mundschutz. Ist es für das Personal aus pädagogischen Gründen notwendig, diesen abzusetzen, steht an den Pulten zumeist ein Spuckschutz zur Verfügung. „In dieser zweiten Corona-Phase nehmen die Lehrer das Ganze noch ernster als sie es vorher ohnehin schon getan haben“, betonte der JAG-Leiter.

Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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