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Zahlreiche Aufgaben für Betreuungsverein Arche im Lockdown
Impfungen sind aktuelles Thema

Um sich vor dem Coronavirus besser zu schützen, hat sich das Team des Betreuungsvereins Arche in zwei „Miniteams“ aufgeteilt. Während die eine Gruppe Präsenzdienst im Büro hat (Bild), ist die andere Gruppe im Homeoffice.
  • Um sich vor dem Coronavirus besser zu schützen, hat sich das Team des Betreuungsvereins Arche in zwei „Miniteams“ aufgeteilt. Während die eine Gruppe Präsenzdienst im Büro hat (Bild), ist die andere Gruppe im Homeoffice.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

ako Bad Berleburg. Der Betreuungsverein Arche hilft Menschen, die aufgrund ihrer körperlichen, geistigen oder seelischen Verfassung oder ihrer Lebensumstände nicht mehr dazu in der Lage sind, ihre Angelegenheiten selbstständig zu regeln. Mit der gesetzlichen Betreuung werden volljährige Menschen unterstützt und begleitet. Kinder und Jugendliche, deren Eltern ihrer Sorgepflicht nicht nachgehen können, erhalten einen Vormund. Dieser ist Ansprechpartner für den jungen Menschen und vertritt dessen Interessen. Der gemeinnützige Verein hatte sich im vergangenen Jahr neu aufgestellt.
Zum Jahreswechsel 2019/20 war Bad Berleburgs Arche vom Diakonischen Werk an der Schützenstraße in das Gebäude vom Evangelischen Kirchenkreis an der Schlossstraße umgezogen.

ako Bad Berleburg. Der Betreuungsverein Arche hilft Menschen, die aufgrund ihrer körperlichen, geistigen oder seelischen Verfassung oder ihrer Lebensumstände nicht mehr dazu in der Lage sind, ihre Angelegenheiten selbstständig zu regeln. Mit der gesetzlichen Betreuung werden volljährige Menschen unterstützt und begleitet. Kinder und Jugendliche, deren Eltern ihrer Sorgepflicht nicht nachgehen können, erhalten einen Vormund. Dieser ist Ansprechpartner für den jungen Menschen und vertritt dessen Interessen. Der gemeinnützige Verein hatte sich im vergangenen Jahr neu aufgestellt.
Zum Jahreswechsel 2019/20 war Bad Berleburgs Arche vom Diakonischen Werk an der Schützenstraße in das Gebäude vom Evangelischen Kirchenkreis an der Schlossstraße umgezogen.

Ein starkes Team

In einem Umstrukturierungsprozess hatte der Betreuungsverein die Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk auflösen müssen. Der Verein hatte sich auch personell verändert, wie der Vorsitzende Stefan Berk bei einem Pressegespräch im vergangenen Juli erklärte. Die Mitarbeiterinnen Katharina Belz und Andrea Dieckhoff (beide gesetzliche Betreuung) sowie Christian Schmidt (Vormundschaften für Minderjährige) nahmen zum 1. März 2020 ihre Arbeit auf – genauso wie Nathalie Winter, die Verwaltungaufgaben übernahm. Nadine De Simone (gesetzliche Betreuung) stieß Anfang April dazu. „Wir haben ein starkes Team“, sagte der Vorsitzende im vergangenen Sommer über die Mitarbeiter, die sich zu diesem Zeitpunkt um etwa 60 Betreuungen und 25 Vormundschaften kümmerten. Und was ist draus geworden? Das Team des Betreuungsvereins Arche hat sich etwas verändert. Während Katharina Belz, Andrea Dieckhoff und Nadine De Simone weiterhin die gesetzliche Betreuung in Teilzeit übernehmen, ist auch Christian Schmidt weiter für den Bereich Vormundschaften für Minderjährige verantwortlich. Allerdings hat der Verein nun mit Jana Gayer-Oehme eine neue Verwaltungskraft, die sich um die organisatorischen Belange kümmert. Nathalie Winter ist nun als Sekretärin im Kompetenzzentrum für Kinder-, Jugend- und Familienarbeit des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein tätig. Obwohl Stefan Berk bereits in Bielefeld wohnt (die SZ berichtete), ist er weiterhin Vorsitzender des Vereins. Bad Berleburgs Arche nimmt gegenwärtig über 60 Betreuungen wahr, die Zahl der Vormundschaften hat sich auf 30 leicht erhöht – „das ist aber sehr dynamisch“, erklärte Nadine De Simone im Gespräch mit der SZ.

Arbeit im Lockdown geht weiter

Und wie sieht die Arbeit in Zeiten der Pandemie aus? Trotz Kontaktbeschränkungen, Lockdown und Corona-bedingten Hygienevorschriften regeln die Mitarbeiter der Arche für ihre Betreuten auch weiterhin beispielsweise den Postverkehr, helfen beim Begleichen von Rechnungen, füllen Schreiben für Krankenkassen aus, erledigen Behördengänge oder Bankgeschäfte oder kümmern sich um Heimplatzangelegenheiten. Bei den Vormundschaften stehen unter anderem Hilfeplangespräche, der intensive Austausch mit den Jugendlichen sowie ein begleitender Kontakt im Vordergrund.
Weil derzeit persönliche Treffen vermieden werden sollen, hat der Betreuungsverein viele Arbeitsschritte digitalisiert. So wurde kürzlich etwa eine Vormundschaft per Telefon installiert. „Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir technisch sehr gut aufgestellt sind.“

Gruppen sollen handlungsfähig bleiben

Das Team selbst hat sich in zwei „Miniteams“ aufgeteilt. Das diene sowohl dem Schutz der eigenen Mitarbeiter als auch dem Schutz der Betreuten. Denn Präsenztage im Büro und Homeoffice wechseln sich ab, auch um sicherzustellen, dass die zwei separaten Gruppen auf jeden Fall unabhängig voneinander handlungsfähig bleiben. „Das ist sehr wichtig. Denn die Bedürftigkeit bleibt bestehen, die kennt kein Virus“, betonte die Diplom-Sozialpädagogin. Um den Kontakt aufrechtzuhalten, führen die Mitarbeiter zudem viele persönliche Telefongespräche oder pflegen einen intensiven E-Mail-Austausch. Denn vor allem viele ältere Betreute sind wegen Corona derzeit von der Außenwelt isoliert. Falls beispielsweise eine Unterschrift benötigt werde, gebe es aber immer noch die Möglichkeit, die Betreuten am Hauseingang – an der Tür – zu besuchen: „Das ist individuell aber sehr verschieden“, so die gesetzliche Betreuerin.

Kommunikation nimmt mehr Zeit in Anspruch

Ortsansässige Pflegedienste sowie Anbieter von Ambulant Betreutem Wohnen seien wichtige Partner, betonte Nadine De Simone. Wirkliche Einschränkungen ergeben sich durch die Pandemie für die Tätigkeit der gesetzlichen Betreuer im Allgemeinen nicht. Lediglich die Kommunikation mit anderen Institutionen nehme teilweise mehr Zeit in Anspruch. Ein brandaktuelles Thema ist in diesen Tagen die Corona-Schutzimpfung. Denn die gesetzlichen Betreuer tragen in vielen Fällen die „Gesundheitssorge“ für die Betreuten. Vor allem wenn die betreute Person sich nicht selbst äußern kann oder gar handlungsunfähig ist, müssen die Mitarbeiter des Betreuungsvereins bei einer Impfung ihre Zustimmung geben. Egal ob ethische Seite oder Risikoabwägung – das Team habe sich deshalb gründlich mit der Thematik beschäftigt: „Wir haben bereits erste Impfeinwilligungen gegeben. Bisher gab es auch keine unerwarteten Nebenwirkungen“, erklärte Nadine De Simone.

Kontakt zum Verein

Für Fragen rund um Betreuungen, Vormundschaften und Patientenverfügungen ist die Bad Berleburger Arche per Telefon erreichbar unter (0 27 51) 8 92 18 48. Der gemeinnützige Verein finanziert sich unter anderem durch Fördergelder und Spenden. Die IBAN des Spendenkontos: DE19 4605 3480 0000 048314.

Autor:

Alexander Kollek

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