Jetzt also doch
Impfzentrum für Wittgenstein

Wittgenstein wird ein eigenes Impfzentrum bekommen - weite Anfahrten nach Eiserfeld werden damit überflüssig.
  • Wittgenstein wird ein eigenes Impfzentrum bekommen - weite Anfahrten nach Eiserfeld werden damit überflüssig.
  • Foto: kay (Archiv)
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

+++ Update +++

Siegen/Bad Berleburg. Jetzt also doch: Der Kreis Siegen-Wittgenstein kann eine zweite Impfstelle einrichten und kommt damit der Zielsetzung, eine hohe Impfquote in der Bevölkerung zu erreichen, näher. Spannend in diesem Zusammenhang: Die erste Nachricht in diesem Zusammenhang gehörte der heimischen Landtagsabgeordneten Anke Fuchs-Dreisbach (CDU), die von einer „Impfstelle“ sprach. Das Siegener Kreishaus reagierte wenige Stunden später deutlich – und kündigte ein „Impfzentrum für Wittgenstein“ an. 
Basis dieser neuen Entwicklung ist ein neuer Erlass hervor, den das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW am Montag veröffentlichte. „Damit waren unsere wochenlangen intensiven Bemühungen jetzt erfolgreich“, wird Landrat Andreas Müller zitiert. Und weiter: „Im nächsten Schritt brauchen wir jetzt Klarheit über die Rahmenbedingungen – etwa im Zusammenspiel mit der Kassenärztlichen Vereinigung, dem Anmeldeverfahren, dem Impfstofftransport oder den konkreten zusätzlichen Impfstoffmengen, um das Impfzentrum in Wittgenstein so schnell wie möglich an den Start bringen zu können.“ Für die zusätzlichen Impfkapazitäten kündigt das Düsseldorfer Ministerium den Einsatz des Impfstoffes von Biontech an.

Standort wird in Kürze festgelegt

„Wo genau das neue Impfzentrum sein wird, werden wir in aller Kürze festlegen.“ In dem neuen Erlass aus dem Ministeriums heißt es, dass die Kreise ihre Impfkapazitäten bis zum 1. April ausweiten sollen – von aktuell 7000 Impfmöglichkeiten pro 70.000 Einwohner auf dann 8000. „Die damit für Siegen-Wittgenstein geforderten 32.000 Impfmöglichkeiten pro Monat übertreffen wir heute schon bei Weitem“, erläutert Müller. Darüber hinaus heißt es in dem Erlass, dass in Flächenkreisen die Einrichtung einer weiteren Impfstelle „in Betracht gezogen“ werden kann: „Für mich ist ein Impfzentrum in Wittgenstein ein ‚Muss‘ und ganz zentraler Baustein, um die Impfbereitschaft der Menschen zu erhöhen und nicht durch weite Wege zusätzliche Hürden aufzubauen. Ich hätte dieses wohnortnahe Angebot gerne vom ersten Tag an gemacht. Leider wurde das aber von der Landesregierung explizit abgelehnt. Hier konnten wir bedauerlicherweise auch nicht auf die Hilfe unserer heimischen Landtagsabgeordneten setzen, die die Idee eines Impfzentrums für Wittgenstein schon vor Wochen öffentlich als ‚überholt‘ bezeichnet hat.“

Kooperation mit Schwerpunktpraxen möglich

Der neue Erlass ermöglicht zudem die Kooperation mit bis zu fünf Schwerpunktpraxen. Auch diese Möglichkeit wird der Kreis laut Pressemitteilung in Abhängigkeit vom zur Verfügung stehenden Impfstoff prüfen. Bis das zweite Impfzentrum in Wittgenstein seine Arbeit aufnehmen kann, wird noch Zeit vergehen. Deshalb appelliert der Landrat: „Wer jetzt bereits einen Impftermin in Eiserfeld vereinbart hat, sollte den auf jeden Fall auch wahrnehmen. Denn ob ein späteres ‚Umbuchen‘ von Eiserfeld nach Wittgenstein unkompliziert möglich sein wird, ist eine der logistischen Fragen, die in den nächsten Tagen geklärt werden müssen.“

„Der Ball liegt beim Landrat“

Anke Fuchs-Dreisbach erklärte: „Wegen der knappen Verfügbarkeit des Impfstoffs mussten wir lange auf eine höhere Impfrate warten. Nun ist es absehbar, dass mehr Impfstoff kommen wird und unsere Geduld sich auszahlt. Jetzt ist es an der Zeit, dass auch dezentrale Möglichkeiten geschaffen werden, um den Menschen hier in Wittgenstein ein Impfangebot zu machen, ohne dass sie den weiten Weg nach Eiserfeld in Kauf nehmen müssen. Der Ball liegt beim Landrat, einen geeigneten Standort für eine weitere Impfstelle in Wittgenstein zu finden. Den Fokus sollte er dabei unbedingt auf bestmögliche Erreichbarkeit für die Menschen aus Wittgenstein sowie dem nördlichen Siegerland legen.“

+++ Online-Erstmeldung +++

sz Siegen/Bad Berleburg. Jetzt also doch – wenn auch mit etwas verändertem Vokabular: Die Wittgensteiner Bevölkerung erhält zwar kein Impfzentrum, dafür aber eine eigene Impfstelle. Das kündigte die Landtagsabgeordnete Anke Fuchs-Dreisbach am Montag in einer Pressemitteilung an. Demnach werden „ab dem 1. April deutlich steigende Impfstoffmengen erwartet, die eine Anpassung der bestehenden Strukturen ermöglichen“. Die Kapazitäten in den Impfzentren müssten um 1000 Impfungen pro Monat pro 70.000 Einwohner erhöht werden.

Bedeutet für den Kreis Siegen-Wittgenstein: Neben dem Impfzentrum in Eiserfeld werden Impfungen in einer Impfstelle in Wittgenstein sowie in fünf Schwerpunktpraxen im Kreis Siegen-Wittgenstein möglich. Mehr ins Detail geht die Sassenhäuserin allerdings nicht.

Impfangebot in Wittgenstein

Nur so viel: „Wegen der knappen Verfügbarkeit des Impfstoffs mussten wir lange auf eine höhere Impfrate warten. Nun ist es absehbar, dass mehr Impfstoff kommen wird und unsere Geduld sich auszahlt. Jetzt ist es an der Zeit, dass auch dezentrale Möglichkeiten geschaffen werden, um den Menschen hier in Wittgenstein ein Impfangebot zu machen, ohne dass sie den weiten Weg nach Eiserfeld in Kauf nehmen müssen. Der Ball liegt beim Landrat, einen geeigneten Standort für eine weitere Impfstelle in Wittgenstein zu finden. Den Fokus sollte er dabei unbedingt auf bestmögliche Erreichbarkeit für die Menschen aus Wittgenstein sowie dem nördlichen Siegerland legen.“

Mehr Impfstoff lieferbar

Viele Bürger hätten sich in den vergangenen Wochen für eine dezentrale Lösung in Wittgenstein ausgesprochen. Leider habe es nicht genügend Impfstoff gegeben, um diesem Wunsch nachzukommen. Anke Fuchs-Dreisbach hat sich nach eigener Aussage in Düsseldorf dafür stark gemacht, dass die Schaffung von Strukturen vor Ort ermöglicht werden, sobald höhere Impfstofflieferungen absehbar sind. „Jetzt ist es endlich so weit, mit den konkreten Vorbereitungen für April zu beginnen. In Abstimmung mit der Kassenärztlichen Vereinigung, die Technik und Personal organsiert, müssen einfache und praktikable Rahmenbedingungen für die Terminvereinbarungen geschaffen werden.“
Nach derzeitigem Planungsstand handele es sich um Impfstoff der Firma Biontech/Pfizer, der ab dem 1. April in den erweiterten Strukturen verimpft werde. Dieser Impfstoff sei vorerst nicht geeignet, um in den Regelversorgungsstrukturen zur Anwendung zu kommen.

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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