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3000 Kilometer für den guten Zweck
In 30 Tagen durch die Bundesrepublik

Es ging von Aumenau an der Lahn bis nach Dillenburg. Kurz vor dem Ziel trafen die Radler eine nette Wegbegleitung, die diesen Schnappschuss einfing – 25. Etappe geschafft!
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  • Es ging von Aumenau an der Lahn bis nach Dillenburg. Kurz vor dem Ziel trafen die Radler eine nette Wegbegleitung, die diesen Schnappschuss einfing – 25. Etappe geschafft!
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sabe Bad Berleburg. Christian und David Reinhardt verbindet viel. Sie sind Vater und Sohn. Und: beide lieben das Fahrradfahren. Am besten zusammen, noch besser für den guten Zweck. „Unser Hobby hatten wir ja bereits, dann brauchten wir nur noch einen Anlass“, erklärt Vater Christian. Der war für die Reinhardts schnell gefunden: Sie wollen die Drogenhilfearbeit „Neues Land“ unterstützen. Jetzt nutzen sie also einen Teil ihrer „Sommerferien“ dazu – beide sind Lehrer – auf dem Tandem durch die Bundesrepublik zu fahren und Spenden...

sabe Bad Berleburg. Christian und David Reinhardt verbindet viel. Sie sind Vater und Sohn. Und: beide lieben das Fahrradfahren. Am besten zusammen, noch besser für den guten Zweck. „Unser Hobby hatten wir ja bereits, dann brauchten wir nur noch einen Anlass“, erklärt Vater Christian. Der war für die Reinhardts schnell gefunden: Sie wollen die Drogenhilfearbeit „Neues Land“ unterstützen. Jetzt nutzen sie also einen Teil ihrer „Sommerferien“ dazu – beide sind Lehrer – auf dem Tandem durch die Bundesrepublik zu fahren und Spenden „einzuradeln.“

Passion, Leidenschaft und das Einstehen für eine Herzenssache

Fast 3000 Kilometer, 16 Bundesländer, wenig Pannen und noch immer zwei begeisterte Gesichter: Bei bester Laune stehen die beiden Hannoveraner vor dem Hotel Gunsetal in Bad Berleburg – einer ihrer auserkorenen Stopps in Nordrhein-Westfalen – und erzählen davon, was sie neben gebündelter Muskelkraft noch antreibt. Sie fallen auf mit ihren Shirts auf denen in gelber Schrift „aus2mach1“ steht, ihrer sonnengebräunten Haut („ja, wir mussten auch durch die heißen Tage durch“, lacht David Reinhardt) und mit ihrem Gemüt. „Wir haben an manchen Tagen sechs Liter Wasser getrunken. Pro Person. Deshalb geht es uns noch so gut“, schmunzelt er. Vielleicht. Vielleicht ist es aber auch der Mix aus Motivation, Passion, Leidenschaft und das Einstehen für eine Herzenssache, die den nüchternen Parkplatz an diesem – wetterbedingt recht grauen Morgen – auf eine ganz eigene Weise strahlen lässt.

Muskelkraft für "Neues Land", Freiheit und Vertrauen

Christian und David Reinhardt fahren für viel. Vor allem für den Verein „Neues Land“, eine christliche Drogenarbeit, die sich seit 45 Jahren für Menschen engagiert, die ein Drogenproblem haben – oder dieses noch nicht vollständig überwunden haben. Es geht um Prävention, medizinische Rehabilitation und Nachsorge. „Sinn statt Sucht“ heißt es auf der Internetseite. „Wir finden diese Arbeit so großartig, deshalb fahren wir dafür“, sagt Christian Reinhardt. Und Sohn David schließt an: „40 Prozent der Dagewesenen haben keine Rückfallquote, daran sieht man, wie sehr das den Menschen hilft.“ Und noch etwas ist den beiden Radsportlern wichtig und zudem immer präsent, wenn sie landauf und -ab mit der auffälligen Bereifung durch die Straßen der Republik rollen: Die Freiheit. „Seit 30 Jahren sind jetzt die Grenzen offen“, sagt Christian Reinhardt. Er als Westdeutscher erinnere sich noch genau an die traurige Zeit damals, in der Reisen oder in Urlaub fahren für Menschen in der DDR längst keine Selbstverständlichkeit war. „Und heute merken wir kaum, dass wir über eine Grenze fahren, dass ist so ein schöner Anlass, den wollen wir feiern.“ „aus2mach1“, das aufgedruckte Motto also sicherlich eines, das man auch ganz im Sinne der Wiedervereinigung verstehen kann – aber es wird noch ein zusätzliches Bild damit eingefangen: „Wir sitzen zu zweit auf einem Fahrrad“, sagt Christian Reinhardt und grinst breit. Für ihn ist der Slogan aber generell „ein dickes Bild“. Es gehe hier nämlich auch um Vertrauen. So sei das Fahren mit dem Tandem ein ganz anderes, als mit dem normalen Zweirad.

"Auf den anderen einlassen"

„Es wird anders belastet, vor allem in der Liegeschale vorne“, erklärt Sohn David. Und noch etwas ist anders: Beim vorderen Sitz gibt man die Eigenverantwortung an den Hintermann ab – der lenkt, muss Kurven einschätzen oder auch Löcher im Boden. Das habe im Übrigen bisher fast immer gut geklappt. „Man muss sich auf den anderen einlassen, ihm vertrauen. Solche Situationen kommen immer wieder im Leben“, findet Christian Reinhardt. Und das hat funktioniert: „Nur zwei kleine Stürze gab es, also fast reibungslos.“ Trotzdem: Ganz ohne sind die Strecken natürlich nicht. „Abends ist man schon platt und alle“, sagt David Reinhardt. „Gerade im Siegerland und in Wittgenstein“, schiebt er schmunzelnd hinterher. Dafür habe man in Saßmannshausen einen fantastischen Ausblick gehabt. „Und ein Eis bevor wir das Schloss in Bad Berleburg besichtigt haben“, freut Christian Reinhardt sich – „26. Etappe geschafft!“

"Praktizierte Nächstenliebe"

Übernachtet hat das Gespann übrigens im Hotel Gunsetal in Bad Berleburg. Die Unterkunft hat die Stadt Bad Berleburg spendiert und sich so an der Benefiztour beteiligt. „Die damit eingesparte Summe für unser Quartier wird komplett in die Spendenkasse eingezahlt“, erklärt Christian Reinhardt. Volker Sonneborn, Beigeordneter der Stadt Bad Berleburg, bringt es dann, bevor es für Christian und David Reinhardt wieder auf den Sattel geht, abschließend ganz treffend auf den Punkt: „Das ist praktische gelebte Nächstenliebe.“

Autor:

Sarah Benscheidt (Redakteurin) aus Siegen

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