Indische Fahne eingepackt, erste E-mail an die Katalanen

Das Literaturpflaster lockte diesmal 1700 bis 1800 Gäste an

JG Bad Berleburg. Sechs Wochen lang schmückte eine indische Fahne die 13 verschiedenen Veranstaltungen auf dem 13. Berleburger Literaturpflaster. Jetzt hat Hauptorganisatorin Rikarde Riedesel die grün-weiß-orangefarbene Flagge zusammengefaltet, das Literaturpflaster 2006 ist vorbei. Zwischen 1700 und 1800 Leuten sind es gewesen, die in den vergangenen Wochen in Bad Berleburg indisch gegessen und indisch gekocht haben, die indische Literatur oder Literatur über Indien gehört haben, die Fotos aus Indien gesehen oder sich ein Bild von Indien gemacht haben, die indischer Musik lauschten oder indische Tänze schauten. Von Indien könne man nur im Plural sprechen, sagte der indische Schriftsteller Shashi Tharoor. Passend dazu wurde aus vielen verschiedenen Richtungen der Zugang zu dem riesigen Land gesucht.

Das hervorragende Konzept des Literaturpflasters ging auch in diesem Jahr wieder sehr gut auf, und so kann das Planungskomitee auch in diesem Jahr wieder stolz auf sich sein. Neben Rikarde Riedesel von der Stadt Bad Berleburg sind das: Bettina Born von der örtlichen Touristinformation, Marlen Jourdan von der Kreisvolkshochschule, Monika Klaffki von der Laaspher Bücherinsel, Otto Marburger von der Berleburger Kulturgemeinde und Holger Saßmannshausen von der Sparkasse Wittgenstein.

Und fragt man Rikarde Riedesel heute nach einem Fazit, dann kann das nach der gelungenen Veranstaltungsreihe natürlich nur gut ausfallen. Zu dieser Gemeinschaftsleistung könne man sich gegenseitig beglückwünschen. Die Kustodin der Stadt Bad Berleburg machte unter diesen Unterstützern sogar den »freundschaftlichen Wettbewerb, die schönste Veranstaltung auszurichten« aus. Egal, ob ihm Auto- oder im Sanitäthaus, in der Apotheke oder in Klinik, im Schloss oder in der Schule, im Geschenkeladen oder im Landhaus, beim Kirchenkreis, auf der Kasse oder im Kino – allen war es eine Ehre, ein Teil des Literaturpflasters zu sein. Möglich wird dieses Aushängeschild der Kulturarbeit in Siegen-Wittgenstein durch Sponsoren, der Dank bei ihnen ist für Rikarde Riedesel obligatorisch und kommt doch von Herzen.

Und auch wenn die Buchmessen-Gastländer – und damit die Literaturpflaster-Themen – zumeist in die weite Welt führen, so ist Rikarde Riedesel ein Wittgensteiner Aspekt bei der Veranstaltungsreihe wichtig. Denn hier vor Ort habe sie vor drei Jahren eine Fachfrau für russische Literatur gefunden, und auch die Islamwissenschaftlerin, die sie im Jahr drauf brauchte, wohnte in Wittgenstein. Die Liste ließe sich fortführen, mit einem früheren Botschafter in arabischen Ländern, der aus Schwarzenau stammt, und einer südkoreanischen Künstlerin, die in Bad Berleburg lebt: Die Veranstaltungsreihe fördere mit dem Impuls von außen das Zusammenleben der Wittgensteiner. Ein schönes Beispiel dafür war auch die letzte Indien-Lesung von Helge Timmerberg, dem rasta-gelockte Teenager genauso zuhörten wie ältere Herrschaften, die locker deren Großeltern hätten sein können.

Außerdem trägt die Reihe den Namen von Bad Berleburg und Wittgenstein in die weite Welt: Die Literaturpflastersteine, die es erst seit 2001 gibt, liegen mittlerweile in Griechenland, Litauen, Russland, Libanon, Süd-Korea und Indien. 35 hat Rikarde Riedesel an den Mann oder auf den Weg gebracht. Langsam werden die Steine knapp, doch auf dem 14. Literaturpflaster »Katalonien« im Herbst 2007 gibt es sie wieder. Die nächste Sitzung des Planungsausschusses findet Mitte November statt, die erste E-mail hat Rikarde Riedesel den Katalanen schon geschickt.

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