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Gasthaus „Zum Bahnhof“ in Arfeld
Ingrid und Anton Kesselaar kämpfen für ihren Traum

Nach der Neueröffnung am 19. Oktober hatten Ingrid und Anton Kesselaar ihre Kneipe an der Arfelder Hauptstraße nur für zwei Wochen geöffnet. Doch seit Anfang November befindet sich die Gastronomie-Branche im Lockdown. Trotz der schwierigen Zeit wünscht das holländische Ehepaar allen ein frohes Weihnachtsfest.
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  • Nach der Neueröffnung am 19. Oktober hatten Ingrid und Anton Kesselaar ihre Kneipe an der Arfelder Hauptstraße nur für zwei Wochen geöffnet. Doch seit Anfang November befindet sich die Gastronomie-Branche im Lockdown. Trotz der schwierigen Zeit wünscht das holländische Ehepaar allen ein frohes Weihnachtsfest.
  • Foto: Alexander Kollek
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

ako Arfeld. Ingrid und Anton Kesselaar sind im Pandemie-Jahr ein großes Wagnis eingegangen. Um sich ihren Traum von der eigenen Kneipe zu erfüllen, ist das Ehepaar aus den Niederlanden in die Wittgensteiner Berge gezogen. In Arfeld haben die beiden Holländer das Traditionsgasthaus „Zum Bahnhof“ – auch als „Lambrie“ bekannt – übernommen. Am 19. Oktober dann die erfolgreiche Neueröffnung: Zahlreiche Gäste waren an diesem Tag erschienen (die SZ berichtete).
Garage soll zur Ferienwohnung werden
Doch nur zwei Wochen nach dem Start wurden die Kesselaars sofort wieder ausgebremst. Wegen Corona mussten alle gastronomischen Betriebe Anfang November schließen – und seitdem geschlossen bleiben. Der Lockdown sei „keine einfache Situation“, wie die Auswanderer im Gespräch mit der SZ erklärten.

ako Arfeld. Ingrid und Anton Kesselaar sind im Pandemie-Jahr ein großes Wagnis eingegangen. Um sich ihren Traum von der eigenen Kneipe zu erfüllen, ist das Ehepaar aus den Niederlanden in die Wittgensteiner Berge gezogen. In Arfeld haben die beiden Holländer das Traditionsgasthaus „Zum Bahnhof“ – auch als „Lambrie“ bekannt – übernommen. Am 19. Oktober dann die erfolgreiche Neueröffnung: Zahlreiche Gäste waren an diesem Tag erschienen (die SZ berichtete).

Garage soll zur Ferienwohnung werden

Doch nur zwei Wochen nach dem Start wurden die Kesselaars sofort wieder ausgebremst. Wegen Corona mussten alle gastronomischen Betriebe Anfang November schließen – und seitdem geschlossen bleiben. Der Lockdown sei „keine einfache Situation“, wie die Auswanderer im Gespräch mit der SZ erklärten.
„Wir wussten natürlich, dass das Risiko da war. Als wir hier im Oktober eröffnet haben, war in Holland bereits alles zu. Dass wir schließen mussten, war trotzdem eine Enttäuschung“, sagte Ingrid Kesselaar. Denn trotz Corona-bedingten Einschränkungen und erhöhten Hygienemaßnahmen lief das Geschäft in den 14 Tagen, an denen der Gasthof geöffnet war, hervorragend an: „Die beiden Wochen im Oktober haben uns erstaunt. Wir waren überrascht, wie viele Leute hier Essen kommen. Am Anfang waren wir nicht ganz darauf vorbereitet. Aber unsere Aushilfskraft hat uns in dieser Zeit sehr geholfen“, freute sich die neue Inhaberin der Kneipe.

Schnitzel und Currywurst für die Menschen in Arfeld

Doch von einem auf den anderen Tag war die Euphorie dahin. Seit dem 2. November ist die „Lambrie“ wie alle anderen Kneipen und Restaurants geschlossen. Weil das Empfangen und Bewirtschaften von Gästen derzeit nicht möglich ist, bieten die Inhaber täglich von zwölf bis 16 Uhr – nur mittwochs ist Ruhetag – einen Außer-Haus-Verkauf von Speisen an. „Wir versuchen etwas zu machen. Schnitzel und Currywurst für die Arfelder. Aber es ist sehr wenig“, betonte Ingrid Kesselaar. Konkret meint sie damit, dass unter der Woche nur vereinzelt Bestellungen eingehen: „Am Wochenende ist es etwas mehr. Aber wir sind natürlich kein Restaurant. Eigentlich lohnt es sich nicht.“ Deshalb denke das Ehepaar auch darüber nach, das To-Go-Geschäft ab Januar nur noch an Wochenenden anzubieten.

Die Arfelder bleiben ihrer "Lambrie" treu

Positiv ist zumindest, dass die Holländer finanzielle Hilfen erhalten. Allerdings wird die sogenannte Novemberhilfe – gezahlt werden normalerweise Zuschüsse in Höhe von 75 Prozent des jeweiligen Umsatzes im November 2019 – für das Ehepaar aus den Niederlanden anders berechnet. Schließlich haben sie keinen Vergleichswert aus dem vergangenen Jahr. Und so erhalten die Inhaber nur 75 Prozent des Umsatzes aus den zwei Wochen im Oktober. „Wir sind froh, dass wir Geld bekommen. Aber es ist nicht viel und reicht nicht aus, um alle Kosten zu decken“, erklärte Ingrid Kesselaar. Unklar sei auch, ob und welche Gelder die Inhaber für den Dezember bekommen: „Das weiß ich noch nicht.“ Unterstützung erfahren sie aber von vielen treuen Kunden, die bereits viele Gutscheine gekauft hätten: „Die Arfelder helfen uns sehr.“

Sie kämpfen für ihren Traum - Ingrid und Anton Kesselaar lassen sich von der Pandemie nicht unterkriegen.
  • Sie kämpfen für ihren Traum - Ingrid und Anton Kesselaar lassen sich von der Pandemie nicht unterkriegen.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

Trotz der Umsatzeinbußen sei die Lage aber noch lange nicht dramatisch, Engpässe gebe es nicht. „Wir sind mit Reserven gestartet. Wir können ungefähr ein Jahr ohne Einnahmen leben“, erklärten die Holländer. Fakt ist jedoch auch, dass sich der geplante Umbau der Garage in eine Ferienwohnung aufgrund der weggefallenen Einnahmen vorerst verzögern wird. 

Corona soll den Traum nicht kaputt machen

Das Ehepaar hofft darauf, so schnell wie möglich wieder Kunden bewirtschaften zu dürfen: „Sollten wir im nächsten Sommer immer noch geschlossen haben, dann wird es spannend“, sagte Ingrid Kesselaar.
Die freie Zeit nutzen sie und ihr Mann Anton nun dafür, um sich „die Gegend anzuschauen“, mit ihrem Hund „Daan“ in der Natur zu spazieren und auch ein paar ausstehende Arbeiten im Haus zu erledigen.
Die Feiertage wollten die Kesselaars eigentlich mit ihrer Familie in den Niederlanden verbringen: „Am 25. Dezember wird Antons Papa 88 Jahre alt. Man weiß ja nicht, wie oft man Weihnachten noch zusammen sein kann. Aber wegen Corona fahren wir nicht“, sagte Ingrid Kesselaar. Stattdessen gibt es ein Weihnachtsessen zu zweit, mit Rouladen, Rotkohl und Klößen – „richtig deutsch“.
Ingrid und Anton Kesselaar nutzten an dieser Stelle die Gelegenheit, allen „frohe Weihnachten“ und einen „guten Rutsch“ zu wünschen. Trotz der schwierigen Zeit wollen die Holländer weiter an ihrem Ziel festhalten: „Wir haben einen Traum und den kann Corona nicht kaputt machen.“

Nach der Neueröffnung am 19. Oktober hatten Ingrid und Anton Kesselaar ihre Kneipe an der Arfelder Hauptstraße nur für zwei Wochen geöffnet. Doch seit Anfang November befindet sich die Gastronomie-Branche im Lockdown. Trotz der schwierigen Zeit wünscht das holländische Ehepaar allen ein frohes Weihnachtsfest.
Sie kämpfen für ihren Traum - Ingrid und Anton Kesselaar lassen sich von der Pandemie nicht unterkriegen.
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Alexander Kollek

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