Für den Fortbestand der Lambrie
Inhaber stoppen Außer-Haus-Verkauf

Die Arfelder Lambrie ist wegen der Pandemie seit November 2020 geschlossen. Mit dem Außer-Haus-Verkauf von Speisen und Getränken haben die Inhaber seitdem nur wenig Geld eingenommen – sie stellen das Angebot deshalb ein.
  • Die Arfelder Lambrie ist wegen der Pandemie seit November 2020 geschlossen. Mit dem Außer-Haus-Verkauf von Speisen und Getränken haben die Inhaber seitdem nur wenig Geld eingenommen – sie stellen das Angebot deshalb ein.
  • Foto: Alexander Kollek
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

ako Arfeld. Am kommenden Montag, 19. April, ist es auf den Tag genau sechs Monate her, dass Ingrid und Anton Kesselaar die Lambrie in Arfeld wieder zum Leben erweckt haben. Für das Ehepaar wäre das eigentlich ein Grund zum Feiern. Schließlich hatten die beiden Holländer im vergangenen Jahr ihre Heimat hinter sich gelassen, um sich mit der eigenen Gaststätte in den Wittgensteiner Bergen einen Kindheitstraum zu erfüllen. Doch statt Partystimmung herrscht im Traditionsgasthaus „Zum Bahnhof“ nach gut einem halben Jahr mittlerweile Ernüchterung. Die Pandemie verhinderte nicht nur das ertragreiche Weihnachts- und Ostergeschäft, sondern zwingt die Inhaber nun zu weiteren Maßnahmen.

Als Ingrid und Anton Kesselaar im Sommer 2020 trotz weltweiter Corona-Krise nach Arfeld zogen, waren sie noch guten Mutes. Denn nachdem die Niederländer im August das Traditionsgasthaus „Zum Bahnhof“ übernommen hatten, folgte nach intensiven Vorbereitungen bereits zweieinhalb Monate später das langersehnte Highlight: „Jetzt ist der große Tag und wir sind froh, dass wir die Lambrie an die Arfelder zurückgeben können“, sagte Ingrid Kesselaar voller Stolz am 19. Oktober, dem Tag der Neueröffnung, vor zahlreichen geladenen Gästen.

Euphorie schnell verflogen

Doch kurze Zeit später war die Euphorie dahin. Nur zwei Wochen nach dem Start wurde das Ehepaar sofort wieder ausgebremst. Wegen Corona mussten alle gastronomischen Betriebe im vergangenen November schließen – und bis heute geschlossen bleiben. Die Inhaber hatten versucht, mit einem Außer- Haus-Verkauf etwas Geld in die Kasse zu spülen – aber es lief nur „sehr wenig“, wie Ingrid Kesselaar im Dezember gegenüber der SZ erklärte: „Eigentlich lohnt es sich nicht.“ Sie und ihr Mann hatten deshalb schon vor Weihnachten mit den Überlegungen gespielt, das To-Go-Geschäft vielleicht einzustellen.

In dieser Woche, als der Inzidenzwert in Bad Berleburg neue Höchstwerte erreichte, hat das holländische Ehepaar ihre damaligen Gedanken endgültig in die Tat umsetzen müssen: „Ich habe entschieden, mit dem Außer-Haus-Verkauf aufzuhören“, teilte Ingrid Kesselaar jetzt in einem längeren Post auf Facebook mit.

"Sind noch nicht am Boden"

Die Entscheidung habe die Inhaberin aber mit „Schmerzen im Herzen“ getroffen, weil sie die Arfelder „sehr gerne“ mit Schnitzel, Currywurst und Pommes versorgt habe. Allerdings sei der Außer-Haus-Verkauf „von Anfang an“ nur wenig ertragreich gewesen – und die neuen Einschränkungen, die mit den hohen Corona-Infektionszahlen einhergehen, würden die Situation weiter erschweren: „Für den Fortbestand der Lambrie ist es leider notwendig, die Bremse zu ziehen, solange keine Sicherheit oder Aussicht auf eine Wiedereröffnung besteht.“

Dennoch bestehe noch kein Grund zur Sorge, versicherte Ingrid Kesselaar im Telefongespräch mit der Siegener Zeitung: „Uns geht es gut. Wir sind noch nicht am Boden und werden weiter durchhalten.“
Positiv ist zumindest, dass die Holländer mit der November- und Dezemberhilfe finanzielle Unterstützung erhalten haben. Ob es aber auch für die Monate Januar, Februar und März eine Überbrückungshilfe geben wird, stehe derzeit noch nicht fest, so die Inhaberin.

Autor:

Alexander Kollek

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