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Erfahrungen der Pandemie-Zeit
Inklusionsschüler sind die Verlierer

Bad Berleburger Schulleiter berichten jetzt  im Fachausschuss über ihre Erfahrungen in der Pandemie-Zeit: Vor allem Inklusionsschüler litten unter den widrigen Bedingungen.
  • Bad Berleburger Schulleiter berichten jetzt im Fachausschuss über ihre Erfahrungen in der Pandemie-Zeit: Vor allem Inklusionsschüler litten unter den widrigen Bedingungen.
  • Foto: Pixabay (Symbolbild)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

howe Bad Berleburg. Spannend war der Tagesordnungspunkt im Bad Berleburger Ausschuss für Soziales, Bildung, Sport und Kultur am Mittwochabend. Denn die Schulleiter berichteten über die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf den Schulbetrieb, Und was da so ans Tageslicht kam, versetzte die Ausschussmitglieder durchaus in Erstaunen. Vorweg: Alle, gleich welcher politischer Farbe, zollten der Lehrerschaft in der Zeit des Lockdowns oder des rollierenden Unterrichts ein großes Lob.
Positive Ergebnisse bei AbschlussprüfungenChristina Feige-Meyer, Leiterin der Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Hauptschule verriet, man habe sich sehr schnell zusammengesetzt und auf die Schließung reagiert.

howe Bad Berleburg. Spannend war der Tagesordnungspunkt im Bad Berleburger Ausschuss für Soziales, Bildung, Sport und Kultur am Mittwochabend. Denn die Schulleiter berichteten über die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf den Schulbetrieb, Und was da so ans Tageslicht kam, versetzte die Ausschussmitglieder durchaus in Erstaunen. Vorweg: Alle, gleich welcher politischer Farbe, zollten der Lehrerschaft in der Zeit des Lockdowns oder des rollierenden Unterrichts ein großes Lob.

Positive Ergebnisse bei Abschlussprüfungen

Christina Feige-Meyer, Leiterin der Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Hauptschule verriet, man habe sich sehr schnell zusammengesetzt und auf die Schließung reagiert. Am Ende seien dann doch die ein oder anderen Probleme aufgetaucht: Nur 20 Prozent der Schüler haben zuhause einen Drucker, 20 Prozent einen PC. Die Netzzugänge stellte sich als Probleme heraus. Sie selbst habe noch vorige Woche bei einem Zoom-Meeting mit der Bezirksregierung in zwei Stunden fünf Abstürze gehabt. Bei alledem: „So ganz schlecht funktionierte das Lernen der Schüler zuhause nicht.“ Besonders erfreulich: „Wir waren sehr positiv überrascht über die positiven Ergebnisse der Abschlussprüfungen.“ Leider habe es auch „Systemverlierer“ gegeben. Da seien die Kinder mit Förderschwerpunkten. Manfred Müller, Schulleiter an der Realschule, gab zu, über die E-Mail-Kommunikation während des Lockdowns drei Prozent der Schüler nicht erreicht zu haben. Die Landesregierung habe sich sicher in einer schwierigen Situation befunden, „aber mit ihren Informationen war sie spät“, kritisierte der Schulleiter. „Transparenz sieht deutlich anders aus.“

Auch Schüler mit Migrationshintergrund litten

Erfreulich auch hier: Trotz der Widrigkeiten schafften alle Schüler den mittleren Abschluss. Manfred Müller lobte die Schüler, die in der Zeit sehr diszipliniert gewesen seien. Bestätigen müsse er, dass Inklusionsschüler und Schüler mit Migrationshintergrund gelitten hätten. „Das waren diejenigen, denen das Distanzlernen geschadet hat. Die Defizite haben sich sogar verstärkt. Wir sind heute noch dabei, Feuerwehr zu spielen“, formulierte Manfred Müller deutlich. Wie Christina Feige-Meyer stellte auch er das Engagement seiner Kollegen, das der Eltern und die Disziplin der Schüler heraus. Clemens Binder, Leiter des Johannes-Althusius-Gymnasiums (JAG), sprach auch von „guten Erfahrungen“, die man habe machen dürfen. „Wir sind weit in die Zukunft geworfen worden.“ Einschränkungen habe es durch zu langsames Internet gegeben oder durch ein überlastetes Netz. Das JAG brauche schnelles Internet, auch in den Dörfern, ein funktionsfähiges WLAN in der Schule. Jeder in der Schule brauche überdies ein Endgerät.

Lehrermangel als Problem

Clemens Binder verglich die Situation mit der Übergabe von Schiefertafel zu Schulheft. Wobei das Tablet der Folgeschritt sein dürfte. Monika Weber referierte kurz für die Grundschulen. Auch sie bestätigte: „Die Problemkinder hatten am Ende noch mehr Probleme.“ Sie wies auf den aktuellen Lehrermangel hin. „Wenn eine Lehrkraft ausfällt, müssen wir die Klassen zuhause lassen.“

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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