SZ

Zweites Impfzentrum im Kreisgebiet verkürzt die Wege
Jetzt geht es um die Standortfrage

Immobilie mit Potenzial: Die frühere Salzmann-Schule auf dem Bad Berleburger „Stöppel“ würde sich mit ihrer sehr guten Infrastruktur sicherlich als Standort für ein Impfzentrum eignen. Die Erreichbarkeit auch für Menschen aus dem nördlichen Siegerland würde dagegen eher für Erndtebrück sprechen (Archivbild).
  • Immobilie mit Potenzial: Die frühere Salzmann-Schule auf dem Bad Berleburger „Stöppel“ würde sich mit ihrer sehr guten Infrastruktur sicherlich als Standort für ein Impfzentrum eignen. Die Erreichbarkeit auch für Menschen aus dem nördlichen Siegerland würde dagegen eher für Erndtebrück sprechen (Archivbild).
  • Foto: vö
  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

vö Bad Berleburg. Die von vielen Wittgensteinern erhoffte Grundsatzentscheidung steht, nun geht es vor allem um die Standortfrage: Der Kreis Siegen-Wittgenstein wird in den nächsten Tagen die Entscheidung treffen, wo das zweite Impfzentrum im Kreisgebiet (die Siegener Zeitung berichtete) – nach Eiserfeld – seine Türen öffnen wird. Und: Das Impfzentrum kann darüber hinaus mit bis zu fünf Schwerpunktpraxen kooperieren. Keine Frage: Mit der erweiterten Infrastruktur ist ein guter Anfang gemacht, um die erhoffte Impfquote in der Region auch zu erreichen.
Politiker ohne Fehler und Fehleinschätzung
Mit der Meldung ging am Montag zuerst die heimische Landtagsabgeordnete Anke Fuchs-Dreisbach (CDU) an den Start, die in ihrer Pressemitteilung von einer zusätzlichen Impfstelle sprach.

Bad Berleburg. Die von vielen Wittgensteinern erhoffte Grundsatzentscheidung steht, nun geht es vor allem um die Standortfrage: Der Kreis Siegen-Wittgenstein wird in den nächsten Tagen die Entscheidung treffen, wo das zweite Impfzentrum im Kreisgebiet (die Siegener Zeitung berichtete) – nach Eiserfeld – seine Türen öffnen wird. Und: Das Impfzentrum kann darüber hinaus mit bis zu fünf Schwerpunktpraxen kooperieren. Keine Frage: Mit der erweiterten Infrastruktur ist ein guter Anfang gemacht, um die erhoffte Impfquote in der Region auch zu erreichen.

Politiker ohne Fehler und Fehleinschätzung

Mit der Meldung ging am Montag zuerst die heimische Landtagsabgeordnete Anke Fuchs-Dreisbach (CDU) an den Start, die in ihrer Pressemitteilung von einer zusätzlichen Impfstelle sprach. Es dauerte nur wenige Stunden, bis sich die Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein zu Wort meldete – und auf Impfzentrum korrigierte. Landrat Andreas Müller ging in der Stellungnahme unmissverständlich auf Distanz zur CDU-Landespolitikerin: „Hier konnten wir bedauerlicherweise auch nicht auf die Hilfe unserer heimischen Landtagsabgeordneten setzen, die die Idee eines Impfzentrums für Wittgenstein schon vor Wochen öffentlich als ‚überholt‘ bezeichnet hat. Umso mehr freue ich mich, dass es jetzt doch gelungen ist, dieses bürgerfreundliche Angebot machen zu können.“
Er sei es gewesen, so der Landrat, der sich „seit geraumer Zeit“ mit den drei Wittgensteiner Bürgermeistern in Gesprächen über ein Impfzentrum für Wittgenstein befunden habe. Die SPD in Wittgenstein, die das Thema schon vor Wochen öffentlich forciert hatte, freut es laut Pressemitteilung für die Menschen im Altkreis sehr, dass sich jetzt offenbar auch die NRW-Landesregierung dazu durchgerungen habe, in den großen Flächenkreisen mehr als ein Impfzentrum pro Landkreis zuzulassen.

"Landesregierung entspricht exakt Forderung"

„Damit entspricht die Landesregierung exakt der Forderung, die von unserer Seite bereits im Dezember erhoben wurde. Schon damals war eigentlich jedem klar, dass es mit steigender Verfügbarkeit der Impfstoffe zu einer Ausweitung auf zusätzliche Zentren in den ländlichen Regionen kommen muss, wenn man möglichst rasch allen Bürgerinnen und Bürgern ein wohnortnahes Impfangebot machen will“, stellt Tim Saßmannshausen für die Erndtebrücker SPD fest.
„Aber was sind wir für diese Forderung vonseiten der CDU und ihrer lokalen Sprecher damals beschimpft worden. Da war von angeblich unnötiger Verwaltungsarbeit bis zum absichtlichen Verängstigen der älteren Menschen alles dabei“, erinnert sich Iris Gerstmann aus den Reihen der Bad Berleburger Sozialdemokraten.
Anke Fuchs-Dreisbach bescheinigt die SPD eine „Rolle rückwärts“. Zunächst sei die Rede davon gewesen, die Idee und SPD-Forderung eines Impfzentrums in Wittgenstein sei überholt, da schon bald andere Impfstoffe zugelassen seien und sich damit für die Bevölkerung in ländlichen Bereichen neue und andere Möglichkeiten bieten würden. Jetzt gebe es diese Impfstoffe und Anke Fuchs-Dreisbach begründe damit genau das Gegenteil ihrer Meinung von vor nicht ganz zwei Monaten. Und damit der 180-Grad-Richtungswechsel nicht auffalle, werde jetzt das Wort „Impfzentrum“ einfach gegen „Impfstelle“ ausgetauscht. Dann spiele die Landtagsabgeordnete die Verantwortung vorsichtshalber direkt an den Landrat weiter, der nach ihrer Meinung jetzt zügig einen geeigneten Standort in Wittgenstein suchen solle, Der SPD in Wittgenstein bleibe neben erstauntem Kopfschütteln über solche Flexibilität in der Argumentation nur der Hinweis, dass sie diverse Vorschläge hinsichtlich eines Impfzentrums in Wittgenstein bereits gemacht habe. „Als Impfstelle, wie es laut Frau Fuchs-Dreisbach jetzt wohl heißen muss, sind diese Vorschläge nach unserer Meinung natürlich auch einsetzbar,“ erklärt Iris Gerstmann mit leichtem Augenzwinkern.

Mehrere Möglichkeiten

Die SPD hatte in einer Online-Pressekonferenz vor Monaten unter anderem die ehemalige Salzmann-Schule auf dem Bad Berleburger „Stöppel“ ebenso genannt wie die seit Jahren leerstehende Schlossberg-Klinik in Bad Laasphe. Die Schule in der Odebornstadt – von der Stadt Bad Berleburg noch im alten Jahr als Idee für das erste kreisweite Zentrum in den Raum geworfen – hatte als Standort für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) schon in der Vergangenheit bewiesen, dass sie sich für vielfältige Nutzungen eignet. Wenn allerdings für die Nutzung des zweiten Impfzentrums auch Menschen aus dem nördlichen Siegerland angesprochen werden sollen, dann sollte die Tendenz doch eher Richtung Erndtebrück gehen. Das wäre ein idealer Kompromiss in alle Richtungen.

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

7 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen