Programm „Moderne Sportstätte 2022“
Jeweils 300.000 Euro für die Wittgensteiner Kommunen

Der Schießverein Erndtebrück und der Tennisclub Erndtebrück gingen in diesem Jahr leer aus, obwohl sie auf Zuschüsse aus der Sportpauschale hofften. Nun könnte sich mit dem Programm „Moderne Sportstätte 2022“ eine neue Chance auftun. Fotos: Björn Weyand
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  • Der Schießverein Erndtebrück und der Tennisclub Erndtebrück gingen in diesem Jahr leer aus, obwohl sie auf Zuschüsse aus der Sportpauschale hofften. Nun könnte sich mit dem Programm „Moderne Sportstätte 2022“ eine neue Chance auftun. Fotos: Björn Weyand
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bw Wittgenstein. Für Sportvereine ist die Beantragung von Zuschüssen bei den Kommunen in den vergangenen Jahren schon mal mit Frust verbunden gewesen. Denn in Zeiten schmaler Budgets in der Haushaltsnot haben die Städte und Gemeinden nicht mehr sonderlich viel Spielraum, die Gelder aus der Sportpauschale zu verteilen.

Beispiel Bad Berleburg: Ab dem Haushaltsjahr 2019 wird entsprechend des Umsetzungsvorschlags aus dem Sportstättenentwicklungskonzept jedes Jahr ein Anteil von 20 Prozent der Sportpauschale für die Ausschüttung an Vereine vorgesehen. Aus der Sportpauschale von 60.000 Euro stehen demnach jährlich 12.000 Euro für die Weiterleitung an Vereine zur Verfügung. Die anderen 48.000 Euro werden zur Unterhaltung der städtischen Schul- und Vereinssportanlagen eingesetzt.

Beispiel Bad Laasphe: Zuletzt wurde dem Ski-Club Rückershausen im Jahr 2018 für die Erstellung eines Strom- und Wasseranschlusses für die Mattenschanzen ein Zuschuss gewährt. Dies war aber nur möglich, weil die Sportpauschale in dem Jahr von 40.000 auf 60.000 Euro erhöht wurde. Grundsätzlich gilt, dass die Sportpauschale bereits zur Finanzierung der Zuschüsse an Sportvereine, denen die jeweiligen Sportplatzanlagen über Pachtverträge mit einer Laufzeit von 20 Jahren übertragen wurden, verwendet wird.

Beispiel Erndtebrück: Zuletzt schlugen in der Edergemeinde die Wellen hoch. Zunächst hatte die Politik beschlossen, einen Teil der Sportpauschale auszuzahlen, diesen Beschluss hatte der Bürgermeister allerdings beanstandet. Seit der letzten Sitzung des zuständigen Sportausschusses im Februar steht nun endgültig fest: Bis 2021 werden die Mittel der Sportpauschale für notwendige Investitionen in die Sportstätten der Gemeinde verwendet. Statt der avisierten 20.000 Euro, die an Vereine ausgeschüttet werden sollten, gibt es nun keine Zuschüsse für Sportvereine. Die Eigenverwendung sei zwingend, argumentierte die Gemeindeverwaltung um den Beigeordneten Thomas Müsse. Eine Weitergabe verstoße gegen die Vorgaben des Haushaltssicherungskonzeptes, da diese nur gestattet sei, wenn die Kommune die Mittel nicht für eigene Zwecke benötigt. So gingen unter anderem der Tennisclub Erndtebrück und der Schießverein Erndtebrück, die größere Investitionen planen, leer aus.

Kurzum: Sportvereine sollten eigentlich derzeit bei größeren Vorhaben Zuschüsse aus der Sportpauschale besser nicht einkalkulieren. Jetzt könnte sich aber eine Alternative ergeben. Die NRW-Landesregierung hat den Förderaufruf für das Sportstättenförderprogramm „Moderne Sportstätte 2022“ veröffentlicht. Für das Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein stehen so insgesamt 4,515 Mill. Euro für die Modernisierung und Sanierung von Sportstätten zur Verfügung. Für die drei Wittgensteiner Kommunen sind es jeweils 300.000 Euro bis zum Jahr 2022.

In einer aktuellen Pressemitteilung erläutern die heimischen Landtagsabgeordneten Anke Fuchs-Dreisbach und Jens Kamieth dazu: Den Sportvereinen, Stadt- und Gemeindesportverbänden, Kreis- und Stadtsportbünden und Sportverbänden in NRW stehen bis 2022 nunmehr insgesamt 300 Mill. Euro zur Verfügung. Davon werden 30 Mill. Euro für das Jahr 2019 veranschlagt, die weiteren 270 Mill. als Verpflichtungsermächtigung bis 2022. Vereine und Verbände können ab sofort auf die Stadt- und Kreissportbünde mit Projektvorschlägen zugehen. Diese können ab dem 1. Oktober priorisierte Vorschlagslisten beim Land einreichen.

Mit den Fördergeldern sollen unter anderem nachhaltige Modernisierungen, Sanierungen sowie der Umbau oder Ersatzneubau von Sportstätten und Sportanlagen finanziert werden. Damit bekämen die Sportvereine nun die Möglichkeit, eine moderne und bedarfsgerechte Sportstätteninfrastruktur anzubieten.

Der Schießverein Erndtebrück und der Tennisclub Erndtebrück gingen in diesem Jahr leer aus, obwohl sie auf Zuschüsse aus der Sportpauschale hofften. Nun könnte sich mit dem Programm „Moderne Sportstätte 2022“ eine neue Chance auftun. Fotos: Björn Weyand
Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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