Bläser des CVJM Wittgenstein proben digital
Jubiläumsjahr per Videokonferenz

Rege Beteiligung bei der Bläser-Online-Probe des CVJM-Kreisverbandes Wittgenstein. Problematisch: Die Musiker können sich untereinander nicht hören.
  • Rege Beteiligung bei der Bläser-Online-Probe des CVJM-Kreisverbandes Wittgenstein. Problematisch: Die Musiker können sich untereinander nicht hören.
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  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

schn Wittgenstein. Wie probt man mit einem Bläserchor, wenn man sich aktuell nicht persönlich treffen kann? Und wie bekommt man das in einem Jahr hin, in dem man eigentlich das 100-jährige Bestehen feiert? Genau vor dieser Frage standen die Bläser des Christlichen Vereins Junger Menschen (CVJM) in Wittgenstein. Vor einem Jahrhundert begann die Geschichte der Posaunenchöre des CVJM auch hier in der Region. Damals war man noch in einem gemeinsamen Kreisverband mit den Kollegen aus Biedenkopf.

Als das Interesse und die Mitgliederzahlen in Wittgenstein nach oben gingen, bildete sich später der eigene Kreisverband. Heute pflegt man nach wie vor gute Beziehungen ins benachbarte Bundesland. Die Proben werden aktuell, wie vieles andere auch, über Zoom organisiert. Zur „Jubiläumsprobe” hatten kürzlich die Bläser des CVJM ihre Freunde und Kollegen aus Hessen und dem Siegerland eingeladen. Doch wie läuft eine solche Probe ab?

Treffen im virtuellen Konferenzraum

Alle treffen sich im virtuellen Konferenzraum, nach der Begrüßung werden die Mikros auf „stumm“ gestellt – nur der Probenleiter ist noch zu hören. Die einzelnen Musikstücke werden dazu vom Band eingespielt. Für die Probenleiter ist das viel Arbeit, denn die Proben müssen aufwendig vorbereitet werden.

Das Problem bei den Onlineproben: Die Musiker können sich untereinander nicht hören. Um ein Gefühl für das Zusammenspiel zu bekommen, braucht es die Musik vom Band. Ob in den einzelnen Proberäumen der Sound stimmt, kann der Dirigent nur erahnen. Dazu braucht es viel Erfahrung und einiges an Talent. Trotzdem bringt diese Variante mehr, als nur allein für sich zu spielen. Online gibt es zumindest ein Mindestmaß an Feedback. Aber da ist noch die soziale Komponente. Viele Musiker haben sich seit Monaten nicht persönlich gesehen. Vielen Mitgliedern fehlen die Zusammenkünfte – da geht es dem CVJM nicht anders als anderen Vereinen. Zudem fehlen den Musikern natürlich die Auftritte. Auch die Ausbildung des Nachwuchses gestaltet sich unter den aktuellen Bedingungen nicht ganz einfach.
Die Online-Probe startete mit Swing und dem lockeren Sound der Bigbands. Danach wechselte man ins ernstere Genre und wagte sich an schwierigere Kompositionen – unter den gegebenen Rahmenbedingungen eine echte Herausforderung. Und da ist auch noch die Sache mit dem Jubiläum.

Jubiläumskonzert wohl erst 2022

Eigentlich wollte man in diesem Jahr ein entsprechendes Konzert spielen, doch daraus wird wohl nichts. Man gehe davon aus, dass man sich noch bis ins Jahr 2022 gedulden muss, sagte Tobias Feige am Telefon. Das Jubiläum will man auf jeden Fall feiern, wenn ein Fest und ein richtiges Konzert wieder möglich sind.

Seit dem vergangenen Jahr haben Blasmusiker besondere Hürden zu überwinden. Im Fall einer Infektion gelten Konzerte und Proben als besonders risikoreich. Im Laufe des Jahres werden sicher weitere Proben folgen, bis man irgendwann wieder im gleichen Raum zusammen spielen kann. Bis dahin müssen die Musiker in den eigenen vier Wänden proben, die Probenleiter haben da noch eine Menge Arbeit vor sich.

Autor:

Guido Schneider aus Siegen

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