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Drei Jahre Gefängnis für 37-Jöhrigen
Kampf gegen Polizisten am Ende verloren

Ein 37-Jährige hat den Kampf gegen Polizeibeamte aufgenommen. Vergebens: Er muss jetzt für insgesamt drei Jahre ins Gefängnis – wegen Widerstands, versuchter Körperverletzung und tätlichen Angriffs.
  • Ein 37-Jährige hat den Kampf gegen Polizeibeamte aufgenommen. Vergebens: Er muss jetzt für insgesamt drei Jahre ins Gefängnis – wegen Widerstands, versuchter Körperverletzung und tätlichen Angriffs.
  • Foto: Pixabay (Symbolfoto)
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howe Bad Berleburg. Wir erinnern uns: Der 37-Jährige fiel damals in Bad Laasphe am Bahnhof auf, als er mit 2,05 Promille Alkohol intus auf Inline-Skates unterwegs war und vier Polizeibeamte regelrecht gegen den völlig irre gewordenen kämpfen mussten, um dem Mann habhaft zu werden. Immer wieder riss er sich los, schlug und trat nach den Beamten und verletzte sie. Im Ergebnis verurteilte das Bad Berleburger Amtsgericht den mehrfach vorbestraften 37-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und 7 Monaten.
Die 3 Jahre sitze ich auf einer Arschbacke ab.
Angeklagter
37-jähriger Mann
Doch damit nicht genug, denn die Sache ging weiter, wie die Siegener Zeitung am Freitagmorgen im Gerichtssaal erfuhr.

howe Bad Berleburg. Wir erinnern uns: Der 37-Jährige fiel damals in Bad Laasphe am Bahnhof auf, als er mit 2,05 Promille Alkohol intus auf Inline-Skates unterwegs war und vier Polizeibeamte regelrecht gegen den völlig irre gewordenen kämpfen mussten, um dem Mann habhaft zu werden. Immer wieder riss er sich los, schlug und trat nach den Beamten und verletzte sie. Im Ergebnis verurteilte das Bad Berleburger Amtsgericht den mehrfach vorbestraften 37-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und 7 Monaten.

Die 3 Jahre sitze ich auf einer Arschbacke ab.
Angeklagter
37-jähriger Mann

Doch damit nicht genug, denn die Sache ging weiter, wie die Siegener Zeitung am Freitagmorgen im Gerichtssaal erfuhr. Dort musste sich der Angeklagte, der sich früher viel in Bad Laasphe aufhielt, erneut verantworten, nachdem ihn zwei Justizbeamte mit dem Bulli aus der Justizvollzugsanstalt nach Bad Berleburg gebracht hatten. In Handschellen betrat der Mann den Gerichtssaal und stellte am Ende der Verhandlung locker fest, er habe bereits 13 Jahre im Knast verbracht. Und: „Die drei Jahre sitze ich auf einer Arschbacke ab.“ Wieder ging es um tätlichen Angriff, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, versuchte Körperverletzung und Beleidigung.

Prozess in Bad Berleburg: 600 Euro Schmerzensgeld

Im Dezember 2020 entdeckte die Bundespolizei den 37-Jährigen am Siegener Bahnhof. Eigentlich harmlos: Er lief ohne Maske in der Wartehalle herum, die Beamten wollten ihn eigentlich nur darauf aufmerksam machen. Kaum hatte er die Uniformierten erblickt, nahm er die Beine unter die Arme und rannte fort. An der Unterführung stolperte er die Treppe hinunter, im Tunnel hatten die Polizisten den Mann dann geschnappt.

Doch statt die Personalien anzugeben, holte der 37-Jährige zum Schlag gegen den Kopf eines Beamten aus. Obwohl die den Übeltäter auf den Boden brachten, fesselten und fixierten, trat er weiter auf die Polizisten ein. Im April 2021 wäre eigentlich der längst überfällige Haftantritt des 37-Jährige fällig gewesen. Früh morgens trat eine Polizistin der Nachtwache in Bad Laasphe ihren Heimweg an, als sie an der Bahnhofstraße den Gesuchten erblickte. Rasch gab sie Rückmeldung, zwei Kollegen nahmen die Verfolgung auf. „Er drohte uns und schlug nach uns“, schilderte ein Polizist vor Gericht. „Wir haben ihm Handfesseln angelegt, doch er schlug und trat weiter. Selbst nach der Fesselung versuchte er, abzuhauen“, so der Polizist der Dienststelle Bad Laasphe.
Mit „Hurensöhne“ habe der Mann die Einsatzkräfte beschimpft. Die trugen Schürfwunden und Verletzungen an Knie und Ellbogen davon, sogar Uniform und Hemd des einen Beamten waren zerrissen, sodass Richter Torsten Hoffmann am Freitag zwei Vergleiche schloss. Im Vorfeld hatten die Polizisten auf zivilrechtlichem Wege Schmerzensgeld eingefordert, das sollen sie auch bekommen. Der Angeklagte wurde sozusagen per „Titel“ verpflichtet, 500 Euro an den einen und 100 Euro an den anderen Polizeibeamten zu zahlen – wenn denn irgendwann in der Haft mal gearbeitet wird und Geld vorhanden ist. Viel beizutragen hatte der 37-Jährige mit seiner langen Alkohol- und Drogengeschichte, mit den vielen Jahren Gefängnisaufenthalt seit der Jugendzeit, nicht.

Prozess in Bad Berleburg: Halbherzige Entschuldigung

Im Gegenteil: Halbherzig entschuldigte er sich bei den Polizisten, allerdings erst nach Aufforderung von Pflichtverteidigerin Jennifer Kohse. „Entschuldigung, Herr Beamter. Passiert mal, wenn Sie wissen, was ich meine“, lautete eine dieser „Entschuldigungen“. Zum Sachverhalt sei folgendes zu sagen: „Wenn man lange einsitzt, weiß man nicht mehr, was so passiert ist.“ Und schließlich äußerte sich der Beschuldigte auch zu den 600 Euro Schmerzensgeld für die Polizisten: „Ich gehe nicht arbeiten, bin nicht reich, habe nur Stress an der Backe.“ Richter Torsten Hoffmann bezog das „Inline-Skates-Urteil“ mit ein und verhängte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren sowie für die Tat am Bad Laaspher Bahnhof zusätzlich eine von einem Jahr. Somit müssen drei Jahre im Gefängnis verbüßt werden.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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